Regierung mahnt: Zusätzliche Altersvorsorge nötig

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Um den gewohnten Lebensstandard halten zu können, reiche die staatliche Rente nicht aus. Sparen sei daher angezeigt.

In ihrem Rentenversicherungsbericht vom 19.11.2014 stellt die Bundesregierung wie jedes Jahr seit 2001 fest, dass allein durch zusätzliche eigene Altersvorsorge der erworbene Lebensstandard gesichert werden könne. Zitat: Der Rückgang des Sicherungsniveaus vor Steuern macht deutlich, dass die gesetzliche Rente zukünftig allein nicht ausreichen wird, um den Lebensstandard des Erwerbslebens im Alter fortzuführen. In Zukunft wird der erworbene Lebensstandard nur erhalten werden können, wenn die finanziellen Spielräume des Alterseinkünftegesetzes und die staatliche Förderung genutzt werden, um eine zusätzliche Vorsorge aufzubauen.

Von der Bundesregierung bzw. dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) wird es jedoch auf absehbare Zeit keine erfolgversprechenden Empfehlungen zur zusätzlichen Altersvorsorge geben. Beide stecken zu sehr fest in ihrer einseitigen Ausrichtung auf die staatliche Förderung (sprich: Riester-Rente) und auf die Spielräume des Alterseinkünftegesetzes (sprich: Anlage der Steuerersparnis durch den stufenweise steuerlich abzugsfähigen Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Rentenversicherung in eine Privatrente aus der privaten Rentenversicherung).

Doch die ersten Auszahlungen von Riester-Renten fallen mehr als ernüchternd aus, was freilich auch an deren kurzen Laufzeit seit Beginn im Jahr 2002 liegt. Für Riester-Sparer ohne Kinder ist die Rendite in jedem Fall negativ, weil die Auszahlungen zu 100 % steuerpflichtig sind. Das Ergebnis hellt sich auch für Familien lediglich dann auf, wenn die Kinderzulagen während der gesamten Einzahlungsphase geflossen sind.

Stellen Sie Ihren Riester-Vertrag beitragsfrei, wenn Sie keine Kinderzulage mehr erhalten.

Wir empfiehlen zur Altersvorsorge kein ausschließendes entweder oder, sondern ein sowohl als auch, also eine Kombination möglichst vieler individuell passender Anlageformen:

  • freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung (wenn man dazu berechtigt ist),

  • Beiträge zur privaten Riester-Rente (Neuabschluss nur für kinderreiche Arbeitnehmer oder Beamte, bei denen die Zulagen höher sind als die fiktive Steuerersparnis ohne Abzug der Zulage),

  • Beiträge zur Rürup-Rente oder zur Privatrente aus der privaten Rentenversicherung nur für junge Renten- bzw. Pensionsferne (z.B. Jahrgänge ab 1975),

  • Beiträge zur betrieblichen Entgeltumwandlung nur dann, wenn sich der Arbeitgeber mit einem Zuschuss (z.B. in Höhe der ihm ersparten Sozialabgaben) daran beteiligt,

  • Kauf einer Eigentumswohnung am Ballungsrand der sieben Top-Städte (Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Stuttgart, München), wenn die anfängliche Netto-Mietrendite (Jahresreinertrag in Prozent der Anschaffungskosten) mindestens 4 % beträgt und der Erwerber maximal 100 km entfernt von dieser vermieteten ETW wohnt,

  • ETF-Aktienindexfonds.

Geldtipps zur Altersvorsorge finden Sie in unserem neuen Finanzratgeber Ruhestandsplanung.

Alles Wissenswerte zur gesetzlichen Rente lesen Sie in unserem aktuellen Rentenratgeber Alles, was Sie zur Rente wissen müssen.

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