Planlos in die Zukunft?

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(verpd) Die 30- bis 59-Jährigen rechnen mehrheitlich nicht damit, den Lebensstandard im Alter halten zu können. Zugleich glauben immer weniger Menschen daran, ihre finanzielle Zukunft über einen längeren Zeitraum hinaus planen zu können. Die aktuellen Rentendebatten verunsichern mehr, als dass sie richtunggebend wirken könnten, wie aus einer vor Kurzem vorgestellten Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. hervorgeht.

60 Prozent der mittleren Generation machen sich zunehmend Sorgen, ob sie ihren Lebensstandard im Alter halten können. Dies stellte Professorin Dr. Renate Köcher vom Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) als eines der Ergebnisse der im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) durchgeführten und vor Kurzem vorgestellten Studie "Die Generation Mitte 2016" heraus. Befragt wurden dazu Mitte diesen Jahres insgesamt 1.100 Männer und Frauen im Alter zwischen 30 und 59 Jahren.

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Hohe Verunsicherung beim Thema Rente

Fast zwei Drittel der Befragten, konkret 65 Prozent, sind laut GDV „durch die laufende Debatte hinsichtlich der Zukunftsfähigkeit des Rentensystems verunsichert“.

Grundsätzlich sind der überwiegenden Mehrheit die Risiken auch auf die Altersvorsorge hinsichtlich des demografischen Wandels und damit einer immer älter werdenden Gesellschaft bewusst. 79 Prozent rechnen deswegen mit einer längeren Lebensarbeitszeit und 78 Prozent mit steigenden Rentenbeiträgen. Laut GDV rechnen zudem 73 Prozent damit, "dass man verstärkt privat vorsorgen muss".

Nur wenige haben einen finanziellen Plan für die Zukunft

Den Umfrageergebnissen zufolge machen sich jedoch viele offensichtlich keine Gedanken darüber, wie sie ihre Zukunft überhaupt gestalten könnten. Auf die Frage, über wie viele Jahre man denn seine finanzielle Zukunft im Voraus planen könne, antworteten jetzt 39 Prozent mit weniger als fünf Jahre – in 2015 waren es noch 32 Prozent.

Eine Finanzplanung über zehn Jahre hinaus trauen sich nur noch neun Prozent der Befragten – im Vorjahr waren es noch zwölf Prozent – zu. Fast drei Viertel, nämlich 73 Prozent, gaben an, ihre eigene Zukunft gar nicht oder nur in groben Zügen zu planen.

Vorausschauendes Handeln ist wichtig

GDV-Präsident Dr. Alexander Erdland sagte zu den Ergebnissen: "Ohne langfristige Planung und Bindung kann Altersvorsorge nicht gelingen." Wer im Alter auf seinen bisherigen Lebensstandard nicht verzichten möchte, sollte daher bereits frühzeitig eine sinnvolle Vorsorge aufbauen. Die Versicherungswirtschaft bietet zahlreiche private, betriebliche und auch staatlich geförderte Altersvorsorgelösungen an.

Wie hoch die voraussichtliche Finanzlücke im Rentenalter ohne zusätzliche Vorsorge tatsächlich sein wird und welche Altersvorsorgeformen für den Einzelnen infrage kommen, können bei einem Versicherungsexperten erfragt werden. Auch wer denkt, derzeit finanziell nicht in der Lage zu sein, sinnvoll vorzusorgen, sollte einen Experten zurate ziehen, denn manche Möglichkeiten und finanzielle Spielräume werden erst durch eine gründliche Analyse erkannt.

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