Ohne Verluste früher in Rente

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(verpd) Derzeit sind Rentner, die aktuell erstmalig eine Altersrente beziehen, im Durchschnitt gerade einmal 63,5 Jahre alt. Viele liegen dementsprechend unter der Altersgrenze, also unter dem Renteneintrittsalter, ab dem es eine Altersrente ohne Abschläge gibt.

Seit 2012 bis 2029 wird die Altersgrenze, die man als Rentner erreichen muss, um eine Altersrente ohne Abzüge zu bekommen, schrittweise von 65 auf 67 Lebensjahren angehoben. Für Personen, die ab 1964 geboren wurden, liegt diese bei 67 Jahren.

Doch unter bestimmten Voraussetzungen kann auch künftig mit 65 Jahren eine Altersrente ohne Abschlägen oder mit 63 Jahren mit Abschlägen bezogen werden.

Fast die Hälfte der Rentner nimmt Abschläge in Kauf

Nur wenige erfüllen zudem die Kriterien, um einen Anspruch auf eine Altersrente ohne Abschläge zu haben. 2011 nahm nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung fast jeder Zweite, der in diesem Jahr eine Altersrente zum ersten Mal bezogen hat, einen Abschlag auf seine Rentenhöhe in Kauf.

Konkret mussten von rund 700.000 erstmaligen Beziehern einer Altersrente über 48 Prozent, nämlich knapp 340.000 Neurentner, Abschläge hinnehmen. Im Durchschnitt büßten sie dadurch 109 € monatliche Rente ein und bezogen nur noch eine durchschnittliche Monatsrente von 811 €.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist es jedoch möglich, bereits mit 65 statt dem Alter, das die gesetzliche Altersgrenze vorgibt, ohne Abschläge in Rente zu gehen.

Ausnahmeregelungen

So können „besonders langjährig Versicherte“, also Rentenversicherte, die 45 Jahre lang Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung, Tätigkeit oder Berücksichtigungszeiten vorweisen, bereits mit 65 Jahren ohne Abzüge in Rente gehen.

Wer mindestens 35 Beitragsjahre hat und damit zu den „langjährig Versicherten“ zählt, kann auch künftig bereits mit 63 Jahren in Rente gehen. Er muss dann aber auch für jeden Monat, den er früher in Rente geht, einen Abschlag seiner Rente von 0,3 Prozent – für ein Jahr früher also 3,6 Prozent – hinnehmen. Die durch den Abzug geminderte Rente bleibt für den Rentner selbst nach Erreichen der eigentlichen Altersgrenze bestehen. Maximal können insgesamt 14,4 Prozent von der Rente abgezogen werden.

Wie hoch die jeweilige Altersgrenze für Personen, die vor 1964 geboren wurden, ist, und mit welchen Abschlägen sie konkret rechnen müssen, wenn sie vor dem 67. Lebensjahr in Rente gehen, zeigt die kostenlose Broschüre „Die richtige Altersrente für Sie“. Sie kann bei der Deutschen Rentenversicherung angefordert oder auch heruntergeladen werden. Unter anderem sind hier auch die Besonderheiten bei der Rente für Frauen, die vor 1952 geboren wurden, für Schwerbehinderte und Arbeitslose oder Altersteilzeitarbeiter aufgeführt.

Für eine sinnvolle Planung

Wer plant, dass er weder bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze arbeiten möchte noch im Rentenalter erwerbstätig sein will, sollte vorzeitig privat vorsorgen, da zum einen die gesetzliche Rente nicht dem bisherigen Einkommen entspricht und zudem eine Kürzung der Rente durch Abschläge für die gesamte Rentenbezugsdauer gilt.

Wie hoch die voraussichtliche gesetzliche Rente unter Berücksichtigung der Abschläge tatsächlich sein wird und welche individuellen, teils staatlich geförderten Altersvorsorgeformen für den Einzelnen infrage kommen, können bei den Auskunfts- und Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung erfragt werden.

Um auch im Rentenalter seinen Lebensstandard halten zu können, ist es wichtig, dass sowohl die Höhe der garantierten Rente einer privaten Rentenvorsorge als auch der Rentenbeginn auf die Rentenkürzung und das gewünschte Renteneintrittsdatum abgestimmt werden.

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