Nur Mini-Erhöhung für Rentner in Westdeutschland

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(verpd) Zum 1. Juli steigen die Renten im Westen um 0,25 Prozent und im Osten um 3,29 Prozent, wie das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) jüngst bekannt gab. Dies erklärt das Ministerium zum einen mit der in den neuen Ländern höheren Lohnsteigerung, und zum anderen mit den in den alten Ländern noch nachzuholenden Abschlägen infolge der Rentengarantie.

Die Rentner in Deutschland erhalten zum 1. Juli eine Rentenerhöhung von 0,25 Prozent in den alten Ländern und von 3,29 Prozent in den neuen Ländern. Dies gab das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) vor Kurzem unter Berufung auf die nun vorliegenden Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis) und der Deutschen Rentenversicherung Bund bekannt.

Dadurch steigt der aktuelle Rentenwert (West) zum 1.7.2013 von gegenwärtig 28,07 € auf 28,14 €, während sich der Rentenwert (Ost) von aktuell 24,92 € auf 25,74 € erhöht.

Gründe für die Ost-West-Differenz

Als Grund für den deutlichen Unterschied gibt das Ministerium an, dass die beitragspflichtigen Löhne und Gehälter, die als Basis für die Rentenanpassung fungieren, 2011 im Vergleich zu 2010 im Osten deutlich stärker als im Westen gestiegen seien.

Weiter wird angeführt, dass die vor vier Jahren verabschiedete Rentengarantie, die ein rechnerisch gebotenes Absinken der Rentenhöhe verhindern und in den Folgejahren schrittweise durch die Halbierung der errechneten positiven Rentenanpassungen nachgeholt werden sollte, im Osten bereits seit dem vergangenen Jahr abgeschlossen ist.

Nachwirkung der Rentengarantie im Westen

Die für die Rentenanpassung relevante Lohnsteigerung 2011 bezifferte das BMAS auf 1,5 Prozent in den alten Ländern und 4,32 Prozent in den neuen Ländern. Die anpassungsrelevante Lohnentwicklung sei im Westen geringer, weil dort 2011 die zur gesetzlichen Rentenversicherung beitragspflichtigen Entgelte schwächer gestiegen sind als im Osten.

„Bei der Berechnung der rentenanpassungsrelevanten Lohnentwicklung wird seit 2005 außer der Entwicklung der Löhne und Gehälter auch die Entwicklung der beitragspflichtigen Entgelte der Versicherten der Rentenversicherung berücksichtigt, die für die Einnahmensituation der gesetzlichen Rentenversicherung entscheidend ist“, betont das BMAS.

Rentensteigerung von weit unter einem Prozent

Durch den Nachhaltigkeitsfaktor reduziert sich die Rentenanpassung nach Angaben des Ministeriums um 0,72 Prozentpunkte und durch den Riester-Faktor um weitere 0,26 Prozentpunkte, wodurch sich rein rechnerisch eine Rentenanpassung von 0,5 Prozent in den alten Ländern und von 3,29 Prozent in den neuen Ländern ergebe.

Im Westen werden hier noch die nicht realisierten Wirkungen der früher unterbliebenen Rentenkürzungen in Abzug gebracht, die laut BMAS „im Sinne der Generationen-Gerechtigkeit nachgeholt werden“ müssen. Durch die Halbierung ergibt sich in den neuen Ländern eine Rentensteigerung von 0,25 Prozent. Der künftig noch nachzuholende Ausgleichsbedarf sinkt damit im Westen von 0,71 auf 0,46 Prozent.

Hoher Kaufkraftverlust

Der Sozialverband VdK Deutschland e.V. zeigte sich von der geringen Erhöhung in den alten Bundesländern „enttäuscht“. „Angesichts einer Preissteigerungsrate von derzeit 1,5 Prozent verlieren die Rentnerinnen und Rentner im Westen weiter an Kaufkraft“, so VdK-Präsidentin Ulrike Maschner in einer Pressemitteilung. Sie bezifferte den Kaufkraftverlust im Osten seit 2000 auf knapp 22 Prozent und denjenigen im Westen auf rund 17 Prozent.

Umso wichtiger ist es für alle, die noch nicht in Rente sind mit einer vernünftigen Altersvorsorge nicht nur die Lücke zwischen bisherigem Einkommen und künftiger Rente zu schließen, sondern auch die Wertminderung der Rente infolge der Inflation abzusichern.

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