Nebenbeschäftigung im Alter nimmt kräftig zu

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(verpd) Neurentner erhalten im Schnitt niedrigere Rentenzahlbeträge als noch vor zwölf Jahren. Zugleich ist die Zahl der einer geringfügigen Beschäftigung nachgehenden Rentner um fast 60 Prozent auf 762.000 Personen gestiegen.

Die Höhe des durchschnittlichen Rentenbezugs von Neurentnern ist im Vergleich zum Jahr 2000 deutlich gesunken. In Beantwortung einer Kleinen Anfrage der Linksfraktion nahm der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Dr. Ralf Brauksiepe (CDU), diesbezüglich Stellung. Dass die durchschnittlichen Rentenzahlbeträge sinken würden, erklärte er, läge unter anderem auch daran, dass viele Personen mit Rentenabschlägen (jeweils 0,3 Prozent je vorgezogenen Monat) vorzeitig in den Ruhestand wechseln würden.

Zudem führte der Trend zu Selbstständigkeit und mehr Verbeamtungen dazu, dass sich die Zusammensetzung der Neurentner verändert habe. Hinzu käme, dass der Anteil von Personen, die aufgrund nur geringer Beitragszeiten geringe Ansprüche an die gesetzliche Rentenversicherung hätten, gestiegen sei. So habe etwa der Anteil an Männern, die beim Rentenzugang weniger als 250 € erhalten, seit dem Jahr 2000 um rund 38 Prozent zugenommen.

West-Frauen erreichen mit Rente nicht das Grundsicherungsniveau

Nach den Daten des BMAS lag der durchschnittliche Zahlbetrag in der gesetzlichen Rentenversicherung Ende vergangenen Jahres bei 739 € im Monat. Die höchste Rentenzahlung erhielten Männer in den neuen Bundesländern mit 1.008 €. Männer in den alten Bundesländern kommen im Durchschnitt auf monatlich 964 € Rente.

Deutlich geringere Altersbezüge haben Frauen. In den alten Ländern erreichen Frauen mit 507 € Rente nicht das Grundsicherungsniveau. In den neuen Ländern können die Rentnerinnen über 709 € verfügen.

Brauksiepe wies in der Antwort darauf hin, dass andere Einkommensarten für Rentnerhaushalte zunehmend an Bedeutung gewinnen würden. Das Nettogesamteinkommen von Rentnerehepaaren erreicht in den neuen Ländern 1.933 € und in den alten im Durchschnitt 2.327 €. Bei den alleinstehenden Rentnern sind es in Westdeutschland 1.513 € und in Ostdeutschland 1.182 €. Bei den Haushalten alleinstehender Rentnerinnen sind es in den alten Bundesländern 1.198 € und in den neuen 1.151 €.

Rasant steigende Zahl älterer Minijobber

Die Zahl der Minijobber ist im Zeitraum 2000 bis 2011 insgesamt um 16,9 Prozent oder rund 710.000 auf 4,9 Millionen gestiegen. Bei den über 65-Jährigen nahm die Zahl sprunghaft um 58,6 Prozent oder gut 280.000 Personen auf über 760.000 zu. Bei den über 75-Jährigen betrug der Anstieg in diesem Zeitraum sogar 85,7 Prozent auf knapp 120.000 Minijobber.

Für Matthias Birkwald, rentenpolitischer Sprecher der Linksfraktion, sind diese Entwicklungen „Vorboten der heranrauschenden Welle neuer Altersarmut“. Offen blieb die Frage, wie viele Rentner wegen geringen Haushaltseinkommens einer Beschäftigung nachgehen müssen und wie viele gerne über die Regelaltersgrenze hinaus arbeiten.

Nicht wenige Rentner arbeiten aber auch in Teilzeit- oder sogar Vollzeit weiter. Wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Daten der Bundesagentur für Arbeit berichtet, hatten Ende vergangenen Jahres 154.000 Menschen im Rentenalter eine sozialversicherungs-pflichtige Stelle inne. 80.000 von ihnen arbeiteten sogar in Vollzeit weiter.

Damit der Ruhestand wirklich ruhig wird

Wer es weder vorhat oder wem es aus gesundheitlichen Gründen nicht gelingt, im Rentenalter zu arbeiten, aber dennoch auch im Ruhestand nicht auf seinen bisherigen Lebensstandard verzichten möchte, sollte frühzeitig eine sinnvolle Altersvorsorge aufbauen. Denn die gesetzliche Altersrente hat bereits heute bei Weitem nicht mehr die Höhe des bisherigen Einkommens.

Diese Rentenlücke lässt sich jedoch über eine betrieblich, staatlich geförderte und/oder private Altersvorsorge schließen. Je früher der Einzelne vorsorgt, desto niedriger sind die Prämien, die er aufwenden muss.

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