Mütterrente ist da

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In diesen Tagen verschickt die Deutsche Rentenversicherung die Bescheide über die Mütterrente. In diesen Bescheiden wird auch die Nachzahlung für die Monate ab Juli 2014 berechnet. Doch manchmal kommt es zu unliebsamen Überraschungen.

Doch vielfach kommt es bei den betreffenden Rentnerinnen zu Irritationen, weil nicht der erwartete Betrag überwiesen wird oder weil die Witwenrente gekürzt wurde.

Abzüge für KVdR und bei Witwwenrente

Im Fragen-Forum des Internet-Portals der Deutschen Rentenversicherung www.ihre-vorsorge.de war kürzlich folgender Eintrag zu lesen: "Auch mal was Positives: Auf meinem Konto heute die Mütterrente von 102,68 €. Wie man da auf diesen Betrag kommt, ist mir schleierhaft, aber ich freue mich erstmal über diese Einmalzahlung."

Antwort des Experten der Deutschen Rentenversicherung: "Die Bescheide werden gleichzeitig mit der Zahlungsanweisung gefertigt. Allerdings kommt es derzeit auf Grund des erhöhten Bescheidaufkommens zu Verzögerungen im Versand. Der Bescheid wird Ihnen in den nächsten Tagen zugehen. Der Betrag spricht dafür, dass für 2 Kinder für 2 Monate oder für 1 Kind für 4 Monate nachgezahlt wurde. Siehe baldigen Bescheid."

Unser Kommentar: Was ist daran schleierhaft? Für zwei vor 1992 geborene Kinder gibt es pro Monat 57,22 € brutto bzw. nach Abzug von 10,25 % für die "Krankenversicherung für Rentner" (KVdR), also 51,35 € pro Monat. Bei zwei Monaten (Juli und August) sind es dann 102,70 € im Westen, sofern die Rentnerin in der KVdR ist.

Kürzung der Witwenrente bei Überschreiten des Freibetrags

Zu Abweichungen von der eigentlich für den zusätzlichen Entgeltpunkt pro Kind zu erwartenden Erhöhung der Rentenauszahlung kann es kommen, wenn die gestiegene Rente mit weiteren Einkünften, z.B. aus einer Witwenrente, verrechnet wird. Bei Bezug einer Witwenrente können bis zu 40 % der Rentensteigerung wieder abgezogen werden. Schlimmstenfalls kann der Anspruch auf Auszahlung der Witwenrente völlig entfallen.

Der Freibetrag für die Einkommensanrechnung liegt derzeit bei monatlich 755,30 € in den alten und 696,70 € in den neuen Ländern.

Wer Grundsicherung bezieht, profitiert nicht von der Mütterrente

Viele Mütter freuen sich über die finanzielle Wohltat des Staates – nur wer Grundsicherung bezieht, hat meist nichts davon. Die Mütterrente verringert nämlich den Hilfebedarf.

Bezieher von Grundsicherung müssen den neuen Rentenbescheid unverzüglich dem Grundsicherungsamt vorlegen. Die Nachzahlung wird im Rahmen des behördlichen Erstattungsanspruchs direkt von der Deutschen Rentenversicherung an das Grundsicherungsamt überwiesen. Die höhere laufende Rente kürzt künftig den Anspruch auf Grundsicherung.

Unter dem Strich ist die Mütterrente für nahezu alle Grundsicherungsbezieher sogar ein Verlustgeschäft: Sie haben nicht mehr Geld zur Verfügung als bisher und müssen das Briefporto für die Mitteilung an das Grundsicherungsamt auch noch selbst bezahlen.

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