Mütterrente bringt höheren Steuerfreibetrag

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Wer in diesem Jahr eine höhere Rente wegen des zusätzlichen Entgeltpunkts für vor 1992 geborene Kinder erhält, sollte darauf achten, dass er auch einen höheren Steuerfreibetrag für seine Rente bekommt.

Seit Mitte 2014 erhalten Mütter oder Väter für die Erziehungszeiten ihrer vor 1992 geborenen Kinder die sogennante Mütterrente. Die Finanzverwaltung hat sich inzwischen zu der Frage geäußert, wie die Mütterrente besteuert wird.

In der Einkommensteuer-Kurzinformation Nr. 2014/18 des Finanzministeriums Schleswig-Holstein vom 10.11.2014 wird dazu folgende Auffassung vertreten:

Bei der Rentenerhöhung durch die Mütterrente handelt es sich nicht um eine regelmäßige Rentenanpassung, sondern um eine außerordentliche Neufassung des Jahresbetrags der Rente.

Stetig sinkender Steuerfreibetrag

Deshalb muss der steuerfreie Teil der Rente neu berechnet und um den steuerfreien Teil der Mütterrente erhöht werden. Die Mütterrente ist also nicht komplett steuerpflichtig, sondern mit dem gleichen Prozentsatz steuerfrei wie die ursprüngliche Rente.

Beispiele: Bei einem Renteneintritt bis Ende 2005 sind 50 % steuerfrei, bei einem Neurentner des Jahres 2014 sind 32 % steuerfrei. Wer nach dem Jahr 2039 in Rente geht, muss seine Rente komplett versteuern. Ab 1.1.2040 gibt es keinen Rentenfreibeitrag mehr.

Der steuerfreie Anteil der Rente wird zu Rentenbeginn mit Hilfe des für diesen Rentnerjahrgang gültigen Prozentwerts ermittelt und als feststehender Rentenfreibeitrag vom jährlich steigenden Rentenzahlbetrag abgezogen. Die Differenz ist steuerpflichtig. Jede turnusmäßige Rentenanhebung ist somit zu 100 % zu versteuern.

Fordern Sie hier online kostenlos eine Rentenbezugsbescheinigung für 2014 an. Sie brauchen lediglich Ihre Rentenversicherungsnummer und einige wenige persönliche Daten einzugeben. Prüfen Sie auf der Rentenbezugsbescheinigung, die Sie dann von der Deutschen Rentenversicherung per Post geschickt bekommen, ob der Rentenfreibetrag angehoben wurde.

Höhe der Mütterrente

Seit dem 1.7.2014 erhalten Mütter oder Väter für die Erziehungszeiten ihrer vor 1992 geborenen Kinder zwei Kindererziehungsjahre anerkannt statt (wie bisher) nur eins. Das zusätzliche Jahr ist für die Rente genauso viel wert wie ein Beschäftigungsjahr eines Durchschnittsverdieners. Dies ist derzeit für die Altersrente 28,61 € (alte Länder) bzw. 26,39 € (neue Länder) wert. Die Neuregelung gilt auch für Mütter, die bereits in Rente sind.

Antrag auf Mütterrente ist nicht erforderlich

Bei Eltern, die seit Juli 2014 erstmals eine Altersrente beantragen, werden die Neuregelungen zur Mütterrente unmittelbar bei der Rentenberechnung berücksichtigt. Bestandsrenten arbeiten die Deutsche Rentenversicherung Bund bzw. die Regionalträger (ehemalige LVA) sowie die Knappschaft bis spätestens November 2014 ab.

Voraussetzungen für den Anspruch auf Mütterrente

Ein Anspruch auf Mütterrente besteht nur, wenn die Betroffenen mindestens fünf Beitragsjahre vorweisen können. Bei fehlenden Beitragsjahren besteht die Möglichkeit, Beiträge freiwillig nachzuzahlen.

Müttern mit zwei Kindern fehlt z.B. immer noch ein Jahr, damit der Rentenanspruch aus der Mütterrente auch ausgezahlt wird, wenn sie sonst keine Zeiten für die Rente vorweisen können. In diesem Fall lohnt es sich, für das fehlende Rentenjahr freiwillige Rentenbeiträge einzuzahlen, und zwar zwölf Monate lang mindestens jeweils 85,05 € oder einmalig 1.020,60 €. Damit sichern sich künftige Rentnerinnen gemäß dem aktuellen Rentenwert eine monatliche Rente in Höhe von 109,61 € im Osten bzw. 118,83 € im Westen. Berücksichtigt wurden bei dieser Rechnung vier Jahre Kindererziehungszeiten und ein Jahr freiwilliger Mindestbeitrag. Diese Investition rentiert sich bereits ab dem zehnten Monat des Rentenbezugs. Günstiger kommt man selten zu einer Rente.

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