Mehr Rente durch Kinder

 - 

(verpd) Das Elternteil, das ein Kind hauptsächlich erzieht, gilt in der gesetzlichen Rentenversicherung automatisch als pflichtversichert. Das Elternteil selbst muss dafür keine Rentenversicherungs-Beiträge bezahlen. Diese übernimmt nämlich der Bund. Dadurch ergibt sich für den erziehenden Elternteil ein höherer Rentenanspruch. Von dieser Anrechnung profitieren aktuell rund 98 Prozent Frauen und zwei Prozent Männer.

Wer ein Kind erzieht, wird automatisch rentenrechtlich so gestellt, als hätte er ein bis maximal drei Jahre jeweils das Durchschnittseinkommen aller in der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherten – das sind in 2012 beispielsweise rund 32.400 € – verdient.

Für diese Zeit, die sogenannte Kindererziehungszeit, zahlt der Bund Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung entsprechend dem angenommenen Durchschnittseinkommen ein. Damit erhöht sich der Rentenanspruch des Elternteils, selbst wenn er in dieser Zeit nichts verdient. Nach Angaben des Deutschen Rentenversicherung Bund ergibt sich für ein Jahr Kindererziehung aktuell eine monatliche Rentensteigerung von 27,47 € in den alten und 24,37 € in den neuen Bundesländern.

Kinder erziehen als Erwerbstätiger

Ist der erziehende Elternteil neben der Kindererziehung auch noch erwerbstätig, profitiert er trotzdem von der Kindererziehungszeit. Er bekommt zu seinem Rentenanspruch aus seinem Einkommen, auch den Rentenanspruch aus dem Durchschnittseinkommen aller in der gesetzlichen Rentenversicherung Versicherten angerechnet. Höchstens jedoch, bis beide Einkommen zusammen die aktuelle Beitragsbemessungs-Grenze nicht überschreiten – für 2012 sind das monatlich 5.600 € in den alten und 4.800 € in neuen Bundesländern.

Die Kindererziehungszeit beginnt mit dem Monat nach der Geburt des Kindes und endet 36 Monate danach. Eltern, deren Kinder vor dem 1.1.1992 geboren wurden, erhalten maximal zwölf Kalendermonate als Kindererziehungszeiten angerechnet. Ist beispielsweise das Kind am 20.12.2011 geboren, steht dem Erziehenden eine Anrechnung der Kindererziehungszeit vom 1.1.2012 bis 31.12.2015 zu.

Mehrere Kinder

Werden mehrere Kinder von einem Elternteil erzogen, multipliziert sich die angerechnete Zeit um die Anzahl der Kinder. Bei zwei Kindern, die nach dem 1.1.1992 geboren wurden, werden also bei den Rentenansprüchen des erziehenden Elternteils 72 Monate Kindererziehungszeiten berücksichtigt.

Ende 2011 wurden laut Deutsche Rentenversicherung Bund für über 9,5 Millionen Renten Zeiten der Kindererziehung in der gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt. Der Bund hat diesbezüglich rund 11,6 Milliarden Euro an Beiträgen an die Rentenversicherung überwiesen.

Kostenlose Broschüre

Nähere Informationen, wie sich die Kindererziehung auf die Rente auswirkt, bietet die herunterladbare Broschüre „Kindererziehung: Ihr Plus für die Rente“, die vor Kurzem vom Deutschen Rentenversicherung Bund herausgegeben wurde. Detaillierte Fragen werden auch unter der kostenlosen Servicetelefonnummer 0800 10004800 der Deutschen Rentenversicherung beantwortet.

Weitere News zum Thema

  • Hinterbliebenenrente: Die Probleme einer kurzen Ehedauer

    [] (verpd) Wenn ein Paar jahrelang unverheiratet zusammenlebt und erst dann heiratet, wenn bei einem Partner eine unheilbare Krankheit festgestellt wurde, müssen bei der Beantragung einer Hinterbliebenenrente gute Gründe vorgebracht werden, warum erst zu diesem Zeitpunkt geheiratet wurde. Gelingt dies nicht, gilt die Ein-Jahres-Frist. Dies hat der 21. Senat des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg in einem Urteil entschieden (Az. L 27 R 135/16). mehr

  • Die Lebenserwartung steigt weiter

    [] (verpd) Im Jahr 2017 neugeborene Jungen haben eine statistische Lebenserwartung von 84 bis fast 90 Jahren, neugeborene Mädchen von 88 bis rund 93 Jahren. Dies zeigen die kürzlich vorgelegten Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis). mehr

  • Immer mehr werden ein hohes Alter erreichen

    [] (verpd) Wie die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung vor Kurzem bekannt gaben, wird aller Voraussicht nach ein hoher Anteil der Neugeborenen, aber auch der heute 25- oder 50-Jährigen, mindestens 85 Jahre alt werden. Hält der Trend der letzten Jahrzehnte bezüglich der Lebenserwartung an, werden von jeweils aktuell 100 neugeborenen Mädchen 28 und von 100 neugeborenen Jungen sieben 100 Jahre alt oder älter. mehr

  • Durchschnittliche Altersrente unter 860 Euro

    [] (verpd) Die vor Kurzem veröffentlichte Statistik der Deutschen Rentenversicherung belegt, dass die durchschnittliche Altersrente letztes Jahr nicht einmal 860 Euro pro Monat betrug. Ein Großteil, unter anderem die Bezieher der Regelaltersrente und Frauen, bekamen im Durchschnitt sogar noch erheblich weniger. mehr

  • Hohe Skepsis beim Thema Alterseinkommen

    [] (verpd) Die meisten Bürger sind der Ansicht, dass die gesetzliche Rente alleine nicht ausreichen wird, um ihren Lebensstandard zu halten. Im Durchschnitt rechnen die Bürger damit, das sie nur knapp über die Hälfe ihres Einkommens, dass sie im Alter benötigen werden, auch tatsächlich zur Verfügung haben werden, wie aus einer jüngst veröffentlichten Umfrage hervorgeht. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.