Mehr Geld für Rentner

 - 

(verpd) Nach einer aktuellen Meldung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der Deutschen Rentenversicherung Bund steigt zum 1.7.2014 die gesetzliche Rente in Westdeutschland um 1,67 Prozent, in den neuen Bundesländern um 2,53 Prozent an.

Jedes Jahr legt die Bundesregierung im Rahmen gesetzlich vorgeschriebener Kriterien fest, ob und wie hoch eine Anpassung der gesetzlichen Renten ausfällt. Die Rentenanpassung gilt zum 1. Juli des entsprechenden Jahres.

Für 2014 steigen die gesetzlichen Renten in den alten Bundesländern um 1,67 Prozent und in den neuen Bundesländern um 2,53 Prozent. Entsprechend steigt auch der Rentenwert, welcher für die Berechnung der Höhe der gesetzlichen Rente relevant ist. Der Rentenwert West erhöht sich ab dem 1.7.2014 von 28,14 € auf 28,61 € und der Rentenwert Ost von 25,74 € auf 26,39 €.

Höhere Lohne und Gehälter

Die jährliche Rentenanpassung ist von der Entwicklung der bezüglich der gesetzlichen Rentenversicherung beitragspflichtigen Bruttolöhne, die vom Statistischen Bundesamt (Destatis) jährlich ermittelt wird, abhängig.

Dabei wird die Lohnentwicklung nach Ost- und Westdeutschland getrennt berechnet. Steigen die Löhne und Gehälter, werden auch die Renten angehoben.

Laut Destatis betrug die für die Rentenanpassung relevante Lohnsteigerung aktuell 1,38 Prozent in West- und 1,78 Prozent Ostdeutschland.

Keine negative Rentenanpassung

Ist die Lohnentwicklung negativ, also gab es ein sinkendes Lohnniveau, sind Rentenkürzungen zwar gesetzlich ausgeschlossen, doch dies wirkt sich in Form eines sogenannten Ausgleichsbedarfs dämpfend auf künftige steigende Rentenanpassungen aus. In den nachfolgenden Jahren mit positiven Rentenanpassungen werden dazu die unterbliebenen Rentenminderungen nachgeholt, indem die möglichen Rentenerhöhungen so lange maximal bis auf die Hälfte reduziert werden, bis der Ausgleichsbedarf abgebaut ist.

Nach der letzten Rentenanpassung im Jahr 2013 verblieb in den alten Bundesländern noch ein Ausgleichsbedarf aus früher unterbliebenen Rentenkürzungen von 0,46 Prozent. In 2014 wird letztmalig dafür die Rentenanpassung 2014 entsprechend reduziert. In den neuen Bundesländern wurde bereits 2012 der Ausgleichsbedarf vollständig abgebaut.

Der aktuelle Rentenanpassungs-Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland ergibt sich zum einen aufgrund der unterschiedlichen Lohnsteigerungen zwischen alten- und neuen Bundesländern. Zum anderen gibt es in 2014 nur noch in Westdeutschland einen Ausgleichsbedarf für unterbliebene Rentenminimierungen in der Vergangenheit.

Nachhaltigkeitsfaktor

Für die Rentenanpassungshöhe werden zudem die Veränderungen des Beitragssatzes der gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt. Ist der Beitragssatz gesunken, wie es 2013 der Fall war – und zwar von 19,6 auf 18,9 Prozent –, bewirkt dies eine höhere Rentenanpassung, anderenfalls käme es zu einer Dämpfung der Anpassung. Für 2014 ergibt sich dadurch eine Anpassung um plus 0,92 Prozent.

Eine Rolle bei der Rentenanpassung spielt auch der Nachhaltigkeitsfaktor, also die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentnern zu gesetzlich rentenversicherten Beitragszahlern. Ist die Zahl der Beitragszahler im Vergleich zur Zahl der Rentner kleiner geworden, wie das 2013 der Fall war, fällt auch die Rentenanpassung kleiner aus. In diesem Jahr wirkt sich der Nachhaltigkeitsfaktor mit 0,19 Prozent dämpfend auf die Anpassungshöhe aus.

Bei Fragen zur Rentenerhöhung steht eine kostenlose Servicehotline der Deutschen Rentenversicherung Bund unter der Telefonnummer 0800 1000 4807 0 zur Verfügung. Auch eine persönliche Anfrage bei einer der ortsnahen Deutschen Rentenversicherungs-Beratungsstellen ist möglich.

Weitere News zum Thema

  • Keine 800 Euro Erwerbsminderungsrente

    [] Nicht jeder bleibt so gesund, dass er tatsächlich bis zur Altersrente Vollzeit arbeiten kann. Ist das der Fall, hat ein gesetzlich Rentenversicherter, sofern die gesetzlich geregelten Voraussetzungen erfüllt sind, Anspruch auf eine sogenannte Erwerbsminderungsrente. Über 1,8 Millionen Menschen haben letztes Jahr eine solche Rente bezogen. Allerdings lag die durchschnittliche Rentenhöhe selbst bei jemandem, der aufgrund eines Gesundheitsleidens überhaupt nicht mehr erwerbstätig sein kann, deutlich unter 800 Euro. mehr

  • Weniger als 570 Euro Hinterbliebenenrente im Durchschnitt

    [] Ende 2016 erhielten rund 5,7 Millionen Bürger eine gesetzliche Hinterbliebenenrente. Im Durchschnitt betrug die Rentenhöhe je Bezieher 565 Euro monatlich. Verwitwete Männer, verwaiste Kinder und junge Witwen erhielten sogar deutlich weniger. Das geht aus einer veröffentlichten Statistik der Deutschen Rentenversicherung hervor. mehr

  • Viele sehen sich von Altersarmut bedroht

    [] Fast jeder Zweite hält es laut einer Umfrage eines Versicherers für wahrscheinlich, dass er selbst im Rentenalter von Altersarmut betroffen sein wird. Doch nur wenige wissen, was sie finanziell im Alter zu erwarten haben, wie eine weitere Studie belegt. mehr

  • Sorge um die Zukunft

    [] Zwar ist die Mehrheit der Bürger mittleren Alters aktuell mit ihrer Lebenssituation zufrieden, dennoch sorgt sich jeder Zweite um seine finanzielle Einkommenssituation im Rentenalter. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV). mehr

  • Provisionen können Elterngeld erhöhen

    [] Provisionen, die der Arbeitgeber im Bemessungszeitraum vor der Geburt des Kindes zahlt, können das Elterngeld erhöhen, wenn sie als laufender Arbeitslohn gezahlt werden. Werden Provisionen hingegen als sonstige Bezüge gezahlt, erhöhen sie das Elterngeld nicht. Das hat der 10. Senat des Bundessozialgerichts am 14. Dezember 2017 in mehreren Verfahren entschieden (B 10 EG 7/17 R u. a.). mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.