Künstlersozialabgabe soll 2018 sinken

 - 

(verpd) Unternehmen und Organisationen, die die Dienste von Künstlern und Publizisten wie beispielsweise Webdesignern, Musikern oder Textern nicht nur gelegentlich in Anspruch nehmen, müssen nicht nur das vereinbarte Honorar zahlen. Der Auftraggeber ist zudem verpflichtet, einen anteiligen Beitrag der Auftragssumme an die Künstlersozialkasse zu entrichten. Die Höhe des Abgabesatzes wird jedes Jahr neu festgelegt und wird nach Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) voraussichtlich von 4,8 Prozent in 2017 auf 4,2 Prozent in 2018 sinken.

Die 1983 gegründete Künstler-Sozialversicherung bietet freischaffenden Künstlern und Publizisten einen günstigen Zugang zur gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. Ähnlich wie Arbeitnehmer müssen selbstständige Künstler dabei nur einen Teil der Beiträge selbst bezahlen. Der andere Teil wird durch einen Bundeszuschuss und eine Abgabe der Auftraggeber der selbstständigen Künstler oder Publizisten, der sogenannten Künstlersozialabgabe finanziert.

Konkret sind in der Regel also Freiberufler, Unternehmen, Verbände oder Vereine, die Künstler und Publizisten nicht nur gelegentlich beschäftigen, zur Künstlersozialabgabe verpflichtet.

Was ändert sich ab 60plus? Dieser Ratgeber gibt Ihnen Sicherheit bei Finanzen, Versicherungen, Altersvorsorge und Pflege.

Abgabesatz sinkt weiter

Diese Künstlersozialabgabe, die die Auftraggeber zu zahlen haben, wird jedes Jahr auf Basis von Schätzungen des Bedarfs für das folgende Jahr durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zusammen mit dem Bundesministerium für Finanzen (BMF) festgelegt. Wie das BMAS vor Kurzem mitteilte, sinkt der Abgabesatz im kommenden Jahr von 4,8 auf 4,2 Prozent.

Das Ministerium hat einen entsprechenden Entwurf der Künstlersozialabgabe-Verordnung 2018 in die Ressortabstimmung gegeben. Spätestens Ende September 2017 soll die endgültige Verordnung im Bundesgesetzblatt verkündet werden.

In den drei Jahren davor hatte der Satz bei 5,2 Prozent gelegen. Den höchsten Wert in diesem Jahrtausend gab es 2005 mit 5,8 Prozent, den niedrigsten in den Jahren 2002 und 2003 mit 3,8 Prozent.

Aktuelle Tipps zum flexiblen Renteneintritt geben Experten in unserem Ratgeber Die Flexi-Rente: Neue Chancen für Rentenversicherte und Rentner.

Wann ist ein Auftraggeber abgabenpflichtig?

Nähere Details zur Künstlersozialabgabe wie allgemeine Informationen, wer konkret abgabenpflichtig ist und welche künstlerischen oder publizistischen Tätigkeiten unter die Künstlersozialabgabe fallen, werden im Webauftritt der Künstlersozialkasse beschrieben. So sind zum Beispiel Auftraggeber, die zum Zwecke der Eigenwerbung oder Öffentlichkeitsarbeit einen Künstler/Publizisten beschäftigen, abgabenpflichtig, wenn die Gesamtsumme aller gezahlten Entgelte (Honorare) in einem Kalenderjahr 450 Euro übersteigt.

Denn ab dann handelt es sich nicht mehr um eine nur gelegentliche Auftragserteilung. Zudem gilt: Auftraggeber, die selbstständige Künstler/Publizisten beschäftigen, um deren Werke oder Leistungen zu vermarkten und damit Einnahmen zu erzielen, sind abgabenpflichtig, wenn mehr als drei Veranstaltungen durchgeführt und dafür über 450 Euro pro Jahr eingenommen werden.

Alle nicht kommerziellen Veranstalter wie Hobby- und Laienmusikvereine oder Karnevalsvereine sind nur dann abgabenpflichtig, wenn sie in einem Kalenderjahr über drei Veranstaltungen mit vereinsfremden Künstlern oder Publizisten aufführen oder darbieten und Einnahmen erzielen. Privatpersonen, die beispielsweise einen Künstler für eine Geburtstagsfeier engagieren, müssen keine Künstlersozialabgabe zahlen.

Wertvolle Expertentipps zu allen Formen der staatlich geförderten Altersvorsorge erhalten Sie in unserem Ratgeber So schließen Sie Ihre Rentenlücke.

Wer als Künstler oder Publizist zählt

Als Künstler und Publizisten zählen beispielsweise Musiker, Fotografen und Maler, aber auch Webdesigner, Layouter, Lektoren, Maskenbildner, Grafiker, Texter, Publizisten, technische Redakteure, Journalisten und Videokünstler.

Unternehmen oder Organisationen, die zum Beispiel Personen beauftragen, Internetauftritte, Werbeplakate, Produktverpackungen oder Pressemitteilungen zu entwerfen oder zu erstellen, sollten sich bei der KSK erkundigen, inwieweit sie hierfür eine Künstlersozialabgabe zahlen müssen

Wer sich nicht sicher ist, ob er abgabenpflichtig ist oder nicht, sollte sich zur Klärung der Abgabenpflicht an die Künstlersozialkasse wenden, denn wer keine Abgabe zahlt, obwohl er es müsste, kann zu hohen Strafen von bis zu 50.000 Euro verurteilt werden.

Weitere News zum Thema

  • Keine 800 Euro Erwerbsminderungsrente

    [] Nicht jeder bleibt so gesund, dass er tatsächlich bis zur Altersrente Vollzeit arbeiten kann. Ist das der Fall, hat ein gesetzlich Rentenversicherter, sofern die gesetzlich geregelten Voraussetzungen erfüllt sind, Anspruch auf eine sogenannte Erwerbsminderungsrente. Über 1,8 Millionen Menschen haben letztes Jahr eine solche Rente bezogen. Allerdings lag die durchschnittliche Rentenhöhe selbst bei jemandem, der aufgrund eines Gesundheitsleidens überhaupt nicht mehr erwerbstätig sein kann, deutlich unter 800 Euro. mehr

  • Weniger als 570 Euro Hinterbliebenenrente im Durchschnitt

    [] Ende 2016 erhielten rund 5,7 Millionen Bürger eine gesetzliche Hinterbliebenenrente. Im Durchschnitt betrug die Rentenhöhe je Bezieher 565 Euro monatlich. Verwitwete Männer, verwaiste Kinder und junge Witwen erhielten sogar deutlich weniger. Das geht aus einer veröffentlichten Statistik der Deutschen Rentenversicherung hervor. mehr

  • Viele sehen sich von Altersarmut bedroht

    [] Fast jeder Zweite hält es laut einer Umfrage eines Versicherers für wahrscheinlich, dass er selbst im Rentenalter von Altersarmut betroffen sein wird. Doch nur wenige wissen, was sie finanziell im Alter zu erwarten haben, wie eine weitere Studie belegt. mehr

  • Sorge um die Zukunft

    [] Zwar ist die Mehrheit der Bürger mittleren Alters aktuell mit ihrer Lebenssituation zufrieden, dennoch sorgt sich jeder Zweite um seine finanzielle Einkommenssituation im Rentenalter. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV). mehr

  • Provisionen können Elterngeld erhöhen

    [] Provisionen, die der Arbeitgeber im Bemessungszeitraum vor der Geburt des Kindes zahlt, können das Elterngeld erhöhen, wenn sie als laufender Arbeitslohn gezahlt werden. Werden Provisionen hingegen als sonstige Bezüge gezahlt, erhöhen sie das Elterngeld nicht. Das hat der 10. Senat des Bundessozialgerichts am 14. Dezember 2017 in mehreren Verfahren entschieden (B 10 EG 7/17 R u. a.). mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.