Kräftige Rentenerhöhung zum 1. Juli

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(verpd) Nach einer aktuellen Meldung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) steigt zum 1.7.2016 die gesetzliche Rente in Westdeutschland um 4,25 Prozent und in Ostdeutschland um 5,95 Prozent an.

Die Bundesregierung legt im Rahmen gesetzlich vorgeschriebener Kriterien jedes Jahr fest, ob und wie hoch eine Anpassung der gesetzlichen Renten ausfällt. Die Rentenanpassung gilt zum 1. Juli des entsprechenden Jahres.

Für 2016 hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) diesbezüglich vor Kurzem eine Erhöhung der gesetzlichen Renten in den alten Bundesländern um 4,25 Prozent und in den neuen Bundesländern um 5,95 Prozent angekündigt. Laut Arbeits- und Sozialministerin Andrea Nahles ist dies der stärkste Zuwachs seit 23 Jahren.

Die Auswirkung der steigenden Löhne und Gehälter

Entsprechend der Rentenerhöhung steigt auch der Rentenwert, welcher für die Berechnung der Höhe der gesetzlichen Rente relevant ist. Der Rentenwert West erhöht sich ab dem 1.7.2016 von 29,21 € auf 30,45 € und der Rentenwert Ost von 27,05 € auf 28,66 €.

Die jährliche Rentenanpassung ist unter anderem von der Entwicklung der für die gesetzliche Rentenversicherung maßgeblichen beitragspflichtigen Bruttolöhne, die vom Statistischen Bundesamt (Destatis) jährlich ermittelt wird, abhängig. Dabei wird die Lohnentwicklung nach Ost- und Westdeutschland getrennt berechnet. Steigen die Löhne und Gehälter, werden auch die Renten angehoben. Laut Destatis betrug die für die Rentenanpassung relevante Lohnsteigerung aktuell 3,78 Prozent in West- und 5,48 Prozent in Ostdeutschland.

Laut BMAS kommt dieses Jahr „auch ein statistischer Sondereffekt aufgrund der Revision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen aus dem Jahr 2014 zum Tragen, der die anpassungsrelevante Lohnentwicklung bei der diesjährigen Rentenanpassung um rund einen Prozentpunkt steigert. Damit wird der statistische Effekt, der die letztjährige Rentenanpassung gedämpft hatte, wieder ausgeglichen.“

Keine negative Rentenanpassung

Der aktuelle Rentenanpassungs-Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland ergibt sich nicht zuletzt aufgrund der unterschiedlichen Lohnsteigerungen zwischen alten und neuen Bundesländern.

Übrigens: Wäre die Lohnentwicklung negativ gewesen, also hätte ein sinkendes Lohnniveau vorgelegen, wären Rentenkürzungen zwar gesetzlich ausgeschlossen, doch dies würde sich in Form eines sogenannten Ausgleichsbedarfs auf künftige steigende Rentenanpassungen dämpfend auswirken. In den nachfolgenden Jahren mit positiven Rentenanpassungen würden dann die unterbliebenen Rentenminderungen nachgeholt, indem die möglichen Rentenerhöhungen so lange maximal bis auf die Hälfte reduziert werden, bis der Ausgleichsbedarf abgebaut ist.

Keine Rentenerhöhung gab es zuletzt im Jahre 2010 aufgrund eines gesunkenen Lohnniveaus von 2008 auf 2009. Die Anrechnung eines entsprechenden Ausgleichsbedarfes aus früheren unterbliebenen Rentenkürzungen war letztmalig in 2014 notwendig. In den neuen Bundesländern wurde bereits 2012 der Ausgleichsbedarf vollständig abgebaut.

Nachhaltigkeitsfaktor

Für die Rentenanpassungshöhe werden zudem die Veränderungen des Beitragssatzes der gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt. Ist der Beitragssatz gesunken, wie es 2015 der Fall war – und zwar von 18,9 Prozent in 2014 auf 18,7 Prozent in 2015 –, bewirkt dies eine höhere Rentenanpassung, anderenfalls käme es zu einer Dämpfung der Anpassung. Für 2016 ergibt sich dadurch eine Anpassung um plus 0,26 Prozent.

Eine Rolle bei der Rentenanpassung spielt auch der Nachhaltigkeitsfaktor, also die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentenbeziehern zu gesetzlich rentenversicherten Beitragszahlern. Ist die Zahl der Beitragszahler im Vergleich zur Zahl der Rentner kleiner geworden, fällt die Rentenanpassung kleiner aus, ist die Zahl jedoch gestiegen, ergibt sich eine zusätzliche Steigerung. In diesem Jahr wirkt sich der Nachhaltigkeitsfaktor mit 0,18 Prozent steigernd auf die Anpassungshöhe aus.

Bei Fragen zur Rentenerhöhung steht eine kostenlose Servicehotline der Deutschen Rentenversicherung Bund unter der Telefonnummer 0800 100048070 zur Verfügung. Auch eine persönliche Anfrage bei einer der ortsnahen Deutschen Rentenversicherungs-Beratungsstellen ist möglich.

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