Kinderrente soll Rentensystem revolutionieren

 - 

Wer Kinder erzieht, soll eine Zusatzrente erhalten, die von allen Erwerbstätigen finanziert wird. Das schlägt Ifo-Chef Hans-Werner Sinn den Koalitionspolitikern vor.

Mit der Kinderrente ist eine Revolution in der gesetzlichen Rentenversicherung verbunden. Nicht mehr auf die eingezahlten Beiträge soll es bei ihr ankommen, sondern auf die Anzahl der Kinder, die der Versicherte erzogen hat.

Versicherte ohne Kinder sollen 6-8 % ihres Bruttogehalts in eine Pflicht-Riester-Rente einzahlen müssen. Die gezahlten Beiträge könnten teilweise erstattet werden, wenn Kinder erzogen werden. Ab drei Kindern soll die Riester-Pflicht entfallen.

Sinn hält dieses Rentensystem für gerechter als das geltende. Außerdem würde eine solche Rentenreform zu mehr Geburten führen.

Hintergrund dieses Vorschlags, die Rentenhöhe von der Kinderzahl abhängig zu machen, ist die Überlegung, dass in der gesetzlichen Rentenversicherung die Beiträge eines Jahres nach dem Umlageverfahren unmittelbar an die aktuellen Rentner ausgezahlt werden. Die Renten der Elterngeneration werden also von der Kindergeneration gezahlt.

Jedes zusätzliche Kind erhöht bei gegebenen Beitragssätzen die Renten der Elterngeneration. Jedoch kommen den eigenen Eltern die Beitragszahlungen ihres Kindes nur zu einem geringen Bruchteil zugute. Der gesellschaftliche Ertrag eines Kindes übersteigt daher deutlich den Ertrag, den die Eltern erhalten.

Gemessen am gesellschaftlichen Ertrag entscheiden sich die Eltern, die nur ihre eigenen Erträge berücksichtigen, für eine zu geringe Zahl von Kindern.

Um diese Fehlsteuerung aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu korrigieren, empfiehlt das Ifo-Institut, die Kinderkomponente der gesetzlichen Rentenversicherung zu einer Kinderrente auszubauen und im Gegenzug die Rentenansprüche für Kinderlose zu verringern.

Weitere News zum Thema

  • Die gesetzliche Altersrente alleine reicht nicht

    [] (verpd) Alles in allem wird das Rentensystem in Deutschland, das aus der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorge besteht, auch künftig funktionieren. Allerdings sollten je nach Region insbesondere Jüngere vermehrt für das Rentenalter privat vorsorgen, da bei vielen die Höhe der gesetzlichen Rente weniger als 39 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens sein wird. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie. mehr

  • Altersarmut ist überproportional weiblich

    [] (verpd) Nach einer offiziellen Statistik mussten im März 2017 über eine halbe Million Bürger, die die Altersgrenze für die gesetzliche Altersrente überschritten haben, mit der Grundsicherung im Alter vom Staat finanziell unterstützt werden, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Der Großteil davon waren Frauen. mehr

  • Bei Jobverlust sinkt die gesetzliche Altersrente

    [] (verpd) Wer seinen Job verliert und während der Arbeitslosigkeit von der Agentur für Arbeit Arbeitslosengeld I erhält, ist grundsätzlich in der gesetzlichen Rentenversicherung abgesichert. Dennoch mindert sich durch die Arbeitslosigkeit die künftige Rentenhöhe. mehr

  • Riester- und Rürup-Rente: Produktinformationsblatt ist Pflicht

    [] Seit Anfang dieses Jahres gilt für Anbieter zertifizierter Altersvorsorgeverträge (sogenannte Riester-Renten) sowie Basisrentenverträge (sogenannte Rürup-Rentenverträge) eine neue Pflicht: Sie müssen jedem Kunden vor Abschluss des Vertrags ein Produktinformationsblatt (PIB) aushändigen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.