Keine Gleichberechtigung beim Einkommen

Keine Gleichberechtigung beim Einkommen

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(verpd) Letztes Jahr lag der durchschnittliche Brutto-Stundenverdienst von Frauen um 21 Prozent unter dem der Männer, so das Ergebnis einer regelmäßig durchgeführten Analyse des Statistischen Bundesamtes (Destatis).

Jedes Jahr ermittelt das Statistische Bundesamt (Destatis) den prozentualen Unterschied des durchschnittlichen Brutto-Stundenverdienstes zwischen männlichen und weiblichen Arbeitnehmern – den sogenannten Gender Pay Gap. Der jährlich ermittelte unbereinigte Gender Pay Gap vergleicht den Durchschnittsverdienst aller als Arbeitnehmer tätigen Frauen und Männer. Der alle vier Jahre bekannt gegebene bereinigte Gender Pay Gap zeigt dagegen den Verdienstabstand von Männern und Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiografien auf.

Nach aktuellen Angaben zum unbereinigten Gender Pay Gap lag der durchschnittliche Bruttoverdienst pro Stunden von Frauen bei 16,20 € und damit 21 Prozent unter dem der Männer, die im Durchschnitt 20,59 € Stundenlohn erhielten. Das ist ein Prozent weniger als noch in den Jahren 2010 bis 2014.

Leichte Verbesserung

Diese leichte Verbesserung führen Experten auf den zum 1.1.2015 eingeführten Mindestlohn in Höhe von 8,50 € je Stunde zurück. Die vierteljährlich durchgeführten Verdiensterhebungen zeigen, dass Frauen im Durchschnitt 2015 im Vergleich zu 2014 einen um 2,3 Prozent höheren Stundenlohn hatten. Dies geht laut Destatis hauptsächlich auf die hohen Zuwächse bei den vom Mindestlohn betroffenen ungelernten und angelernten Arbeitnehmerinnen zurück – hier stieg der durchschnittliche Stundenlohn um 3,4 beziehungsweise 3,5 Prozent.

Im Vergleich dazu war der Anstieg des Stundenlohns bei den Männern mit 2,0 Prozent nicht so hoch wie bei den Frauen. Ein Grund dafür sehen die Experten darin, dass bisher bereits weniger Männer als Frauen einen Verdienst, der unter dem Mindestlohn lag, bekamen.

Was zu den Verdienstunterschieden führt

Zu den wichtigsten Gründen, warum Männer immer noch einen um 22 Prozent höheren Stundenlohn haben als Frauen, zählen nach Angaben der Analysten die unterschiedlichen Branchen und Berufe, in denen überwiegend Frauen oder überwiegend Männer tätig sind. So war der Frauenanteil in schlecht bezahlten Berufen wie Reinigungskraft oder Verkäuferin besonders hoch.

Auch in dienstleistungs-orientierten Branchen, die für ein niedriges Lohnniveau bekannt sind, waren überwiegend Frauen beschäftigt, beispielsweise im Gesundheitsbereich, dem Erziehungswesen und im Gastgewerbe. Bei den gut bezahlten Fachkräften wie zum Beispiel in der Datenverarbeitung und im verarbeitenden Gewerbe waren hauptsächlich Männer tätig.

Ungleicher Verdienst trotz gleicher Berufsqualifikation

Aber auch ungleich verteilte Arbeitsplatz-Anforderungen auf dem Gebiet der Führung und Qualifikation spielen eine Rolle. So gibt es viel weniger Frauen als Männer, die eine leitende Position innehaben. Dagegen gehören Frauen im Vergleich zu Männern überdurchschnittlich häufig zu den ungelernten Arbeitnehmern. Zudem sind Frauen häufiger auf Teilzeitbasis oder geringfügig beschäftigt als Männer.

Laut Destatis können durch die genannten Ursachen rund zwei Drittel des durchschnittlichen Stundenlohnunterschieds erklärt werden. „Das verbleibende Drittel des Verdienstunterschieds entspricht dem bereinigten Gender Pay Gap. Demnach verdienten Arbeitnehmerinnen im Durchschnitt auch unter der Voraussetzung vergleichbarer Tätigkeit und äquivalenter Qualifikation im Jahr 2010 pro Stunde sieben Prozent weniger als Männer“, so Destatis.

Niedrigere Altersrente

Ein niedriger Verdienst, aber auch zusätzliche Unterbrechungen der beruflichen Tätigkeit für die Kindererziehungszeit, wie sie häufig bei Frauen vorkommen, führen dazu, dass die gesetzliche Altersrente der Frauen in Durchschnitt immer noch deutlich niedriger ist als die der Männer. Konkret erhielten alle Frauen, die erstmalig in 2014 eine Altersrente bezogen haben, in Westdeutschland nur durchschnittlich 485 € pro Monat, die Männer hingegen 980 €. In Ostdeutschland erhielten die Frauen durchschnittlich 838 € monatliche Alterrente, bei den Männern lag der Wert bei 952 €.

Wie die Zahlen zeigen, ist es insbesondere als Frau wichtig, frühzeitig eine private Altersvorsorge aufzubauen, um auch im Rentenalter finanziell abgesichert zu sein. Wertvolle Expertentipps dazu gibt unser aktueller Altersvorsorge-Ratgeber So schließen Sie Ihre Rentenlücke.

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