In welchem Alter die Deutschen in Rente gehen

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(verpd) 2015 gingen knapp 890.000 Bundesbürger in Rente, um eine gesetzliche Altersrente zu beziehen. Diese erstmaligen Rentenbezieher waren nach Zahlen der Deutschen Rentenversicherung durchschnittlich 64 Jahre alt. Damit bleiben die Bürger fast zwei Jahre länger im Erwerbsleben als noch vor 15 Jahren. Derzeit geht noch jeder Vierte vorzeitig in den Ruhestand und muss dafür im Durchschnitt mit rund 7,65 Prozent weniger Rente rechnen.

Das durchschnittliche Renteneintrittsalter bei der gesetzlichen Altersrente (Rente wegen Alters), das sogenannte Rentenzugangsalter, lag im vergangenen Jahr bei 64,0 Jahren. Dies geht aus der kürzlich veröffentlichten Broschüre „Rentenversicherung in Zahlen 2016“ der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) hervor.

Dies ist in etwa das gleiche Niveau wie in den Jahren 2012 bis 2014. Im Jahr 2010 lag das durchschnittliche Rentenzugangsalter dagegen noch bei 63,5 Jahren, 2005 bei 63,2 Jahren und im Jahr 2000 sogar bei nur 62,3 Jahren. Da heißt, die Personen, die erstmalig in einem Jahr eine Altersrente beziehen, bleiben immer länger im Erwerbsleben beziehungsweise sind immer älter.

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Sonderfaktor Mütterrente

Nicht eingerechnet ist hier die Mütterrente, durch die nach DRV-Angaben „viele westdeutsche Frauen im Alter ab 65 Jahren … durch die Anerkennung eines weiteren Kindererziehungsjahres pro Kind mit Geburt vor 1992 die Wartezeit von fünf Jahren für einen erstmaligen Rentenanspruch erlangt“ haben.

Inklusive dieses statistischen Sondereffekts wird für das vergangene Jahr ein sogar durchschnittliches Renteneintrittsalter von 64,4 Jahren – 2014 waren es noch 64,9 Jahre – ausgewiesen.

In den alten Bundesländern hat sich das Rentenzugangsalter seit der Jahrtausendwende im Schnitt von 62,6 auf 64,1 (inklusive Mütterrente: 64,6) Jahre erhöht, in den neuen Ländern von 60,8 auf 63,5 Jahre.

Fast jeder Vierte ging 2015 vorzeitig in Altersrente

2015 haben insgesamt 888.521 Bundesbürger erstmals eine Altersrente bezogen, wie aus dem statistischen Datenmaterial weiter hervorgeht. Deren durchschnittliche monatliche Rentenhöhe betrug 810 Euro – in den alten Bundesländern lag die durchschnittliche Altersrente für männliche Neurentner bei 1.014 Euro, für weibliche Neurentner bei 583 Euro, in Ostdeutschland erhielten dagegen die Männer im Durchschnitt eine Altersrente von 973 Euro und Frauen eine Altersrente von 860 Euro.

Fast jeder vierte Neurentner ist vor dem gesetzlich vorgegebenen Renteneintrittsalter in Rente gegangen – in absoluten Zahlen waren es 204.620 Neurentner, die Mehrheit davon, nämlich 55,2 Prozent, waren Frauen. Doch wer vorzeitig in Rente geht, muss Abschläge, also eine entsprechende Minderung der gesetzlichen Rentenbezüge, in Kauf nehmen – und zwar für die komplette Rentendauer. Die Abschlagshöhe beträgt 0,3 Prozent der Rente je Monat, den der Rentner vor Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters in Rente (Abschlagsmonat) gegangen ist.

In den westdeutschen Ländern bezogen 15 Prozent mehr Frauen als Männer erstmals eine Rente mit Abschlägen, in Ostdeutschland sogar rund 50 Prozent mehr Frauen als Männer. Der Anteil der ostdeutschen männlichen Neurentner mit Abschlägen an den dortigen männlichen Neurentnern insgesamt betrug über ein Viertel. Bei den Geschlechtsgenossinnen aus den neuen Ländern waren es sogar fast 40 Prozent. In Westdeutschland betrug der Anteil knapp über ein Fünftel und war bei den Frauen leicht höher ausgeprägt.

2015 im Schnitt 25,5 Monate Rentenabschlag

Bundesweit kamen die Neurentner mit Abschlägen im Schnitt auf 25,5 Abschlagsmonate, was einer durchschnittlichen Rentenminderung von 79 Euro pro Monat beziehungsweise einem Rentenabschlag von 7,65 Prozent der jeweiligen Monatsrente – je Abschlagsmonat 0,3 Prozent – entspricht. Die aktuellen 25,5 Abschlagsmonate liegen zwar mit rund zwei Monaten leicht über dem Vorjahreswert, aber doch noch deutlich unter denen der Jahre davor. Zwischen 2004 und 2011 waren es nämlich zwischen knapp 38 und gut 39 Monate.

Bei den Männern war 2015 die Anzahl der Abschlagsmonate den DRV-Daten zufolge im Osten mit 24,8 Abschlagsmonaten wie im Westen mit 25,0 Abschlagsmonaten unter dem Durchschnitt aller Neurentner, die vorzeitig eine Altersrente bezogen. Bei westdeutschen Frauen lag der Wert mit etwas über 25,5 Abschlagsmonaten dagegen leicht und bei ostdeutschen Frauen mit 27,2 Abschlagsmonaten sogar deutlich über dem Bundesdurchschnitt.

Durchschnittlich betrug die Altersrente mit Abschlägen für Neurentner, die vor der gesetzlichen Renteneintrittsalter in Rente gingen, monatlich 857 Euro. In Westdeutschland lag die durchschnittliche monatliche Altersrente mit Abschlägen bei den Männern bei 1.065 Euro und bei den Frauen bei 701 Euro, in Ostdeutschland betrug sie bei den Männern im Durchschnitt 886 Euro und bei den Frauen 782 Euro.

Statistik belegt, wie wichtig eine zusätzliche Altersvorsorge ist

Die Statistik zeigt, selbst wenn man bis zur Regelaltersgrenze arbeitet, beträgt die gesetzliche Rente ohne Abschläge in der Regel weniger als die Hälfte des bisherigen Gehaltes. Denn das aktuelle Rentenniveau liegt laut DRV derzeit bei gerade einmal bei rund 47,9 Prozent.

Umso wichtiger ist es, bereits frühzeitig eine sinnvolle Altersvorsorge aufzubauen, um im Rentenalter seinen Lebensstandard zu halten.

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