Immer weniger Frührentner

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(verpd) Die Menschen in Deutschland leben immer länger und gehen – politisch gewollt – auch später in Rente. Dabei schwindet die Bereitschaft, vorzeitig mit Abschlägen in den Ruhestand zu gehen, wie Daten der Deutschen Rentenversicherung Bund belegen. Demnach ist die durchschnittliche Zahl der in Kauf genommenen Abschlagsmonate im vergangenen Jahr auf 23,6 Monate zurückgegangen.

Das reguläre Renteneintrittsalter steigt für die ab 1947 Geborenen kontinuierlich bis zum 67. Lebensjahr an. Ungeachtet der abschlagsfreien Rente mit 63 Jahren zeigen aktuelle Daten der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV), dass das tatsächliche Renteneintrittsalter kontinuierlich zunimmt und die Zahl der freiwillig aus dem Erwerbsleben ausscheidenden Frührentner abnimmt. Dabei sind Frührentner immer weniger bereit, hohe Abschläge in Kauf zu nehmen.

Vorgezogene Altersrente verliert an Beliebtheit

Im vergangenen Jahr nutzten nach DRV-Zahlen 36,7 Prozent der Rentenneuzugänge bei Altersrenten (ohne Erwerbsminderungsrenten) die Möglichkeit einer vorgezogenen Altersrente. Vor wenigen Jahren noch war jeder Zweite vorzeitig in Rente gegangen. Hintergrund: Wird der Renteneintritt um einen Monat vorgezogen, bedeutet dies einen Rentenabschlag von 0,3 Prozent.

Eine Sprecherin der Rentenversicherung verwies auf mehrere Faktoren: Zum einen wirke natürlich der Weg in die Rente mit 67, dann mache sich die demografische Entwicklung bemerkbar und schließlich liefen Sonderregelungen wie Altersteilzeit-Regelungen oder Altersrenten wegen Vertrauensschutz (für vor dem 1.1.1952 Geborene) aus.

Einen Antrag auf die jetzt zum 1.7.2014 von der Regierungskoalition eingeführte abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren haben nach Angaben der DRV bis Ende Juli rund 85.000 Personen gestellt. Vielen Interessenten sei aber nicht bewusst, dass auch die Rente mit 63 Jahren stetig auf eine Rente mit 65 Jahren auswachse, so die DRV-Sprecherin.

Durchschnittlicher Rentenabschlag sinkt auf monatlich 78 €

Nach den Rentenzugangsdaten für 2013 nahmen die Frührentner im Durchschnitt einen monatlichen Abschlag auf ihre Rente von 78 € in Kauf. Dabei lag der durchschnittliche Rentenzahlbetrag mit 923 € aber immer noch deutlich höher als für alle neuen Altersrentner mit 737 €.

Die höchsten Abschläge nahmen zwar Männer in den alten Bundesländern mit 92 € (22,7 Monatsabschläge) hin, sie bekamen aber mit durchschnittlich 1.138 € die vergleichsweise höchste Rente. Eine westdeutsche Frührentnerin erhielt eine Rente von 707 € nach einer Reduzierung um 62 € bei 24,5 Monatsabschlägen.

Männer und Frauen in den neuen Bundesländern nahmen 2013 Abschläge von 73 beziehungsweise 72 € in Kauf, wobei ihnen dann eine monatliche Rente von 914 € und 791 € verblieb. Deutschlandweit gab es 238.019 neue Altersrenten mit Abschlägen bei einem Altersrentenzugang von insgesamt 648.259.

Altersrentenzugang liegt bereits bei 64 Jahren

Nach den Daten der DRV Bund lag das durchschnittliche Zugangsalter der Altersrenten (ohne Erwerbsminderungs-Rentner) in 2012 bei 64,0 Jahren und in 2013 bei 64,1 Jahren. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 waren es noch 62,3 Jahre. Der Trend zu einem höheren durchschnittlichen Zugangsalter bei den Altersrenten hält somit weiter an.

Andere DRV-Statistiken zeigen, dass beim Neuzugang von Versichertenrenten (wegen Alter und Erwerbsminderung) im Jahr 2005 bundesweit von Frührentnern 37,45 Monatsabschläge in Kauf genommen wurden. Der Rentenabschlag betrug dabei im Durchschnitt brutto 103,32 €.

Selbst wenn man bis zur Regelaltersgrenze arbeitet, beträgt die gesetzliche Rente in der Regel weniger als die Hälfte des bisherigen Gehaltes. Umso wichtiger ist es, bereits frühzeitig eine sinnvolle Altersvorsorge aufzubauen, um im Rentenalter seinen Lebensstandard zu halten. Wie hoch die voraussichtliche Rentenlücke ohne zusätzliche Vorsorge tatsächlich sein wird und welche individuell passenden Altersvorsorgeformen, teils mit staatlicher Förderung, für den Einzelnen infrage kommen, können bei einem Versicherungsexperten erfragt werden.

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