Immer mehr Rentner müssen vom Staat unterstützt werden

 - 

(verpd) Ende vergangenen Jahres erhielten nach Angaben des Statistischen Bundesamts fast 850.000 Erwachsene eine Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, da sie keine ausreichenden finanziellen Mittel zur Absicherung ihres eigenen Lebensunterhalts hatten. Mit einer Steigerung um fast sechs Prozent wurde ein neuer Höchstwert erreicht. Etwas mehr als die Hälfte der Betroffenen sind im Rentenalter.

Über 844.000 Personen ab 18 Jahren erhielten Ende 2011 eine Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung – also eine Sozialleistung, um den Lebensunterhalt eines Bedürftigen sicherzustellen. Dies ist der höchste Wert seit der Einführung dieser Sozialleistung. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies zugleich einen Zuwachs um 5,9 Prozent, wie aus neuen Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis) hervorgeht.

Die Zahl der Personen im Rentenalter, die auf Grundsicherung angewiesen sind, nahm auf den Rekordwert von 436.210 Personen zu. In der Gesamtbetrachtung sind damit 2,6 Prozent der Rentner von Altersarmut betroffen. Hartz-IV-Empfänger werden in dieser Statistik nicht erfasst.

Immer mehr Rentner beziehen Grundsicherung

Wie das Destatis weiter mitteilte, bezogen 26 je 1.000 Personen im Alter von über 65 Jahren Grundsicherung. Im Jahr 2008 waren es in dieser Altersgruppe noch 25 Personen gewesen, 2009 und 2010 jeweils 24. Die Werte für Frauen fallen weiterhin deutlich schlechter aus: Im vergangenen Jahr bezogen 29 je 1.000 Frauen im Rentenalter die Grundsicherung. Im Jahr zuvor waren es 27 gewesen. Die Quote bei den Männern betrug nach den Angaben 2,2 Prozent (2010: 2,0 Prozent).

Deutschlandweit waren Ende 2011 von 1.000 volljährigen Einwohnern zwölf auf den Bezug von Grundsicherung angewiesen. Insgesamt liegt die Inanspruchnahme von Grundsicherung im Alter in den alten Bundesländern mit einer Quote von 2,8 Prozent (2,3 Prozent Männer; 3,2 Prozent Frauen) deutlich höher als in den neuen Bundesländern (einschließlich Berlin) mit 1,8 Prozent (1,7 Prozent Männer; 1,9 Prozent Frauen). Darin dürfte sich die deutlich höhere (Voll-)Erwerbstätigkeit von Frauen widerspiegeln, die vor allem zu Zeiten der DDR höhere Rentenansprüche erworben haben.

Raus aus der Armutsfalle

Wer nicht spätestens im Alter in die Armutsfalle laufen will, sollte bereits möglichst in jungen Jahren mit einer privaten Altersvorsorge anfangen. Ob eher rendite- oder eher sicherheitsorientiert beziehungsweise mit oder ohne staatliche Förderung – die Versicherungswirtschaft bietet eine Reihe von Vorsorgeprodukten an.

Auch für den Fall von Krankheit und/oder Erwerbsunfähigkeit, aber auch für die Hinterbliebenen-Absicherung sollten sinnvolle Vorsorgemaßnahmen getroffen werden.

Weitere News zum Thema

  • Erwerbsminderungsrente wegen fehlender Wegefähigkeit

    [] Ein Urteil des Landessozialgerichts Baden-Württemberg rückt einen speziellen Fall der Erwerbsunfähigkeit in den Vordergrund: die nicht (mehr) vorhandene Fähigkeit, den Arbeitsweg zu bewältigen (Wegefähigkeit). mehr

  • Ohne Antrag keine gesetzliche Rente

    [] (verpd) Je nach Rentenart müssen diverse Voraussetzungen erfüllt sein, um einen Anspruch auf eine Rente zu haben. Grundsätzlich erhält zudem jeder nur eine entsprechende Rente, wenn er diese vorher beantragt hat. Um eine Verzögerung der Rentenbewilligung zu vermeiden, ist es für den Antragsteller wichtig zu wissen, wo, wann und mit welchen Angaben sowie Unterlagen ein Antrag zu stellen ist. Eine Broschüre der Deutschen Rentenversicherung hilft dabei. mehr

  • Fehlgeleitete Überweisung der Rente

    [] Ein Stück aus dem Leben: In Zeiten von IBAN haben viele Menschen – nicht nur Senioren – Schwierigkeiten mit den ellenlangen Kontonummern. Ein Opfer der Zahlenvielfalt war ein Rentner aus Rheinland-Pfalz, der der deutschen Rentenversicherung eine falsche IBAN mitgeteilt hatte. Der Rentenversicherungsträger überwies das Geld daraufhin an den unbekannten Kontoinhaber und wollte die Rente auch nicht wiederbeschaffen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.