Immer häufiger führt eine Erwerbsminderung zur Armut

Immer häufiger führt eine Erwerbsminderung zur Armut

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(verpd) Nach den aktuellen Daten der Gesundheits-Berichterstattung des Bundes waren noch nie so viele Bürger aufgrund einer Erwerbsminderung auf eine Grundsicherung angewiesen. Auch benötigen immer mehr Personen, die zwar aufgrund ihrer Erwerbsminderung eine gesetzliche Rente bekommen, eine Grundsicherung, damit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können.

Ein gesetzlich Rentenversicherter, der aufgrund eines Leidens oder psychischer Störungen dauerhaft weniger als drei Stunden am Tag erwerbstätig sein kann, hat Anspruch auf eine gesetzliche Rente in Form einer vollen Erwerbsminderungsrente. Eine weitere Voraussetzung ist jedoch, bis auf wenige Ausnahmen, dass der Betroffene vor Eintritt der Erwerbsminderung wenigstens fünf Jahre in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert war und davon mindestens für drei Jahre Pflichtversicherungs-Beiträge entrichtet hat.

Rentenbezieher, die trotz ihrer Rente, eines anderen Einkommens und/oder eines vorhandenen Vermögens mit ihren finanziellen Mitteln nicht ihren notwendigen Lebensunterhalt bestreiten können, haben Anspruch auf eine Grundsicherung, also eine Art Sozialhilfe für Rentenempfänger. Wie aus Statistiken hervorgeht, ist die Zahl der in Deutschland lebenden Bezieher einer vollen Erwerbsminderungsrente von 2003 im Vergleich zu 2015 tendenziell zurückgegangen. Dagegen ist die Anzahl der Bezieher einer Grundsicherung im gleichen Zeitraum drastisch gestiegen.

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Arm trotz Erwerbsminderungsrente

Nach einer Statistik der Deutschen Rentenversicherung haben im Jahr 2003 etwa 1,36 Millionen Bürger eine volle Erwerbsminderungsrente erhalten. Die Anzahl hat sich bis 2009 um etwa 22 Prozent auf insgesamt 1,06 Millionen Personen reduziert und ist dann bis 2015 auf fast 1,24 Millionen Bezieher angestiegen – das sind immer noch neun Prozent weniger als in 2003.

Die Anzahl der Personen, die zwar eine volle Erwerbsminderungsrente bekommen, aber aufgrund ihres zu niedrigen Einkommens nicht ihren Lebensunterhalt bestreiten können und auf eine Grundsicherung angewiesen sind, ist dagegen deutlich gestiegen. Während 2003 noch knapp 55.600 Bürger eine Grundsicherung aufgrund einer Erwerbsminderung erhalten haben, waren es 2009 bereits 95.300 Personen, ein Plus von fast 72 Prozent, und im Jahr 2015 sogar 190.500 Menschen – im Vergleich zu 2013 ist dies ein Plus von 234 Prozent.

Das heißt die Zahl derer, die trotz Bezug einer vollen Erwerbsminderungsrente eine Grundsicherung benötigen, hat sich von 2003 auf 2015 mehr als verdreifacht, obwohl die Anzahl der entsprechenden Rentenempfänger im gleichen Zeitraum um neun Prozent zurückgegangen ist.

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Immer mehr Erwerbsgeminderte benötigen eine Grundsicherung

Auch die Anzahl derer, die aufgrund einer Erwerbsminderung eine Grundsicherung benötigen, zum Beispiel, weil die Erwerbsminderungsrente nicht ausreicht oder sie keinen Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente haben, ist deutlich gestiegen. Keinen Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderung haben zum Beispiel viele Selbstständige, wenn sie nicht rentenversicherungs-pflichtig sind.

Insgesamt ist die Anzahl der Personen, die eine Grundsicherung wegen einer vorhandenen vollen Erwerbsminderung bekommen, von rund 181.100 Personen in 2003 auf knapp 501.900 Bürger bis Ende 2015 angestiegen, wie Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen. Das entspricht einem Plus von 177 Prozent.

Die Statistiken belegen, dass die gesetzliche Rente im Falle einer vollständigen Erwerbsunfähigkeit in der Regel für viele nicht reicht, um damit wenigstens den notwendigen Lebensstandard zu bestreiten. Es gibt jedoch Versicherungslösungen wie die private Erwerbs- und/oder Berufsunfähigkeits-Versicherung, die einen finanziellen Schutz gegen Einkommensausfälle aufgrund einer Erwerbsminderung bieten und so sogar den bisherigen Lebensstandard gewährleisten können.

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