Hohe Hürden bei der geplanten Zuschussrente

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Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) will ab 2013 die sogenannte Zuschussrente mit einer Übergangszeit zur Vermeidung von Altersarmut bei langjährig Versicherten einführen. Mit einer Übergangszeit von zehn Jahren sollen Geringverdiener so ihre eigene kleine Rente bis auf 850 € netto aufgestockt erhalten. Doch gerade am Anfang werden nur wenige davon profitieren können.

Grundsätzlich wird es durch die Zuschussrente keine generelle Anhebung von Minirenten auf pauschal 850 € geben. Der zu ermittelnde Aufstockungsbetrag errechnet sich vielmehr aus den bis zur Rente einbezahlten Beiträgen beziehungsweise angerechneten Versicherungszeiten zur gesetzlichen Rentenversicherung. Und die Hürden für den Bezug der geplanten Zuschussrente sind hoch.

Voraussichtliche Voraussetzungen

Eine voraussichtliche Voraussetzung für den Anspruch auf eine Zuschussrente ist, dass Betroffene mindestens 40 Versicherungsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung, also rentenrechtliche Zeiten, haben. Davon müssten wiederum 30 Beschäftigungsjahre, das wären Beitragszeiten mit Beiträgen aus Beschäftigung oder selbstständiger Tätigkeit, mit Wehr-, Zivil- oder Freiwilligendienst, mit Zeiten von Kindererziehung oder Pflege, nachweisbar sein. Ab dem Jahr 2023 soll dann ein Verhältnis von 45 zu 35 Jahren gelten.

Die Zuschussrente begünstigt jedoch nur Versicherte mit geringem Einkommen. Es muss daher der durchschnittlich erreichte Entgeltpunktwert aus allen Pflichtbeitragszeiten bei dem Betroffenen geringer sein als der eines Durchschnittsverdieners (= ein voller Entgeltpunkt im Jahr). Bei der Zuschussrente werden die Entgeltpunkte dann bis maximal 31 Entgeltpunkte im Westen und rund 35 Punkte im Osten aufgewertet, um auf eine Bruttorente von 850 € zu kommen. Die Zuschussrente unterliegt dann voraussichtlich der Beitragspflicht zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Private Altersvorsorge muss sein

Weitere Voraussetzung ist das Vorhandensein einer eigenen Altersvorsorge. Ab dem Jahr 2019 müssen fünf Eigenvorsorge-Jahre nachgewiesen werden. Im Jahr 2049 wird eine 35-jährige Eigenvorsorge unterstellt. Neu an den Vorschlägen der Ministerin ist, dass die eigene Vorsorge (Riester- und/oder Rürup-Rente, betriebliche Altersversorgung) nicht auf die Zuschussrente angerechnet werden soll. Sehr wohl sollen aber alle sonstigen Einkommen berücksichtigt werden.

Die Zuschussrente soll so begrenzt werden, dass sich zusammen mit dem übrigen Einkommen maximal ein Bruttobetrag von 850 € (bei Verheirateten 1.700 €) ergibt. Nach Berechnungen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) dürften im kommenden Jahr etwa 52.000, 2014 dann 118.000 und erst im Jahr 2030 1,364 Millionen Personen von der Neuregelung profitieren. Geplant ist derzeit ein Inkrafttreten ab dem 1.1.2013. Ob, wann und letztendlich in welcher Form die Zuschussrente tatsächlich kommt, ist noch nicht sicher.

Eigene Absicherung

Wer sichergehen möchte, nicht von der Altersarmut betroffen zu werden und sich dabei nicht auf den Staat verlassen möchte, sollte schon frühzeitig eine private Absicherung schaffen. Die Versicherungsbranche bietet dazu diverse Produkte an.

Ein Beratungsgespräch mit einem Versicherungsfachmann hilft, die richtigen Lösungen entsprechend den individuellen Bedürfnissen und Gegebenheiten zu finden. Selbst wer glaubt hierfür keinen finanziellen Spielraum zu haben, sollte einen Experten zurate ziehen; manche Möglichkeiten beispielsweise in Form von staatlichen Zuschüssen erschließen sich erst nach einer gründlichen Analyse.

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