Hohe Armutsquote – insbesondere bei Rentenbeziehern

 - 

(verpd) Wie der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband bei der jüngsten Veröffentlichung des aktuellen Berichts zur regionalen Armutsentwicklung in Deutschland erklärt, verharrt die Armutsquote hierzulande auf einem hohen Niveau. Besonders von Armut betroffen sind aktuell Alleinerziehende, Erwerbslose und Rentenbezieher.

Vor Kurzem hat der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e.V. (Paritätischer Wohlfahrtsverband) den aktuellen Bericht zur regionalen Armutsentwicklung in Deutschland (Armutsbericht 2016) veröffentlicht. Die Werte beziehen sich auf den Analysezeitraum von 2005 bis 2014. Als von Armut betroffen gelten Personen, die in einem Haushalt leben, bei dem das Gesamteinkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) aller Haushalte beträgt.

2014 lag die Armutsschwelle beispielsweise für einen Ein-Personen-Haushalt bei einem Haushaltsnettoeinkommen von 917 €, für ein Ehepaar ohne Kinder von 1.376 € und für ein Ehepaar mit zwei sechs- bis 14-jährigen Kindern von 1.926 € im Monat. Insgesamt liegt die Armutsquote bei 15,4 Prozent, das heißt, mehr als jeder sechste Bundesbürger lebt in einem Haushalt mit einem Haushaltseinkommen, das unter der Armutsschwelle liegt.

Hohe Altersarmut

Insgesamt hat sich die Armutsquote im Vergleich zu 2013 – da betrug sie 15,5 Prozent – zwar um 0,1 Prozent verbessert, dennoch ist es der zweithöchste Wert seit dem Jahr 2005. Besonders hoch ist die Armutsquote bei Erwerbslosen (57,6 Prozent), bei Alleinerziehenden (41,9 Prozent), bei Singles (25,6 Prozent) und bei Familien mit drei oder mehr Kindern (24,6 Prozent).

Hoch ist auch die Armutsquote bei Rentenbeziehern. Sie beträgt 15,6 Prozent und liegt somit über der Armutsquote der Gesamtbevölkerung (15,4 Prozent). Nach Angaben des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ist die Quote der altersarmen Rentenbezieher seit 2005 um 46 Prozent angestiegen – dieser Anstieg ist höher als bei jeder anderen Bevölkerungsgruppe.

Immer mehr Senioren sind auf finanzielle Hilfe angewiesen

Der Bericht zeigt auch, dass immer mehr Senioren, die über 65 Jahre alt sind, auf eine Grundsicherung angewiesen sind. In Deutschland haben finanziell Bedürftige, die die Regelaltersgrenze erreicht haben, oder Volljährige, die dauerhaft voll erwerbsgemindert sind, Anspruch auf eine sogenannte Grundsicherung.

Die Grundsicherung enthält alle Leistungen, die auch nach dem Sozialhilferecht gezahlt werden. Damit soll sichergestellt werden, dass Bedürftige zumindest ihren notwendigen Lebensunterhalt sowie die Aufwendungen für eine angemessene Unterkunft und Heizung begleichen können. 2014 erhielten 512.612 Personen, die älter als 65 Jahre waren, eine Grundsicherung, das waren 3,1 Prozent mehr als noch im Vorjahr und der höchste Wert seit 2003.

Frühzeitige Einkommenssicherung

Jeder im erwerbsfähigen Alter, der sicherstellen möchte, dass er nicht in die Armutsfalle gerät, kann sich dagegen absichern. So ist zum Beispiel eine zusätzliche Altersvorsorge über eine betriebliche und/oder private Anlageform, für die es zum Teil auch staatliche Unterstützung in Form von Zulagen und Steuererleichterungen gibt, möglich. Eine finanzielle Absicherung für den Fall einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit bietet eine private Berufs- und/oder Erwerbsunfähigkeits-Versicherung.

Dieser kann unter anderem berechnen, welches Alterseinkommen, also die gesetzliche Rente und sonstige Einkommen, im Alter zur Verfügung steht, und wie hoch die finanzielle Absicherung bei einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit derzeit ist. Bestehen Lücken im Vergleich zum benötigten oder gewünschten Einkommen in den genannten Situationen, hilft der Versicherungsexperte auch bei der Auswahl der entsprechend den Analysen und der persönlichen Situation individuell passenden Vorsorgeformen.

Wertvolle Expertentipps zu allen Formen der staatlich geförderten Altersvorsorge lesen Sie in unserem aktuellen Ratgeber So schließen Sie Ihre Rentenlücke.

Weitere News zum Thema

  • Wann Kindererziehungszeiten (nicht) angerechnet werden

    [] (verpd) Es besteht kein verfassungsrechtlicher Anspruch darauf, dass Kindererziehungszeiten in einem Drittstaat, der nicht Mitglied der Europäischen Union ist, bei der Berechnung einer gesetzlichen Altersrente Berücksichtigung finden. Das hat das Bundesverfassungsgericht mit einem kürzlich veröffentlichten Beschluss entschieden (Az. 1 BvR 2740/16). mehr

  • Immer häufiger führt eine Erwerbsminderung zur Armut

    [] (verpd) Nach den aktuellen Daten der Gesundheits-Berichterstattung des Bundes waren noch nie so viele Bürger aufgrund einer Erwerbsminderung auf eine Grundsicherung angewiesen. Auch benötigen immer mehr Personen, die zwar aufgrund ihrer Erwerbsminderung eine gesetzliche Rente bekommen, eine Grundsicherung, damit sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können. mehr

  • Was es mit dem Sterbevierteljahr auf sich hat

    [] (verpd) Stirbt ein Ehepartner, hat das für den Hinterbliebenen oft auch finanzielle Auswirkungen. Mit dem sogenannten Sterbevierteljahr will die gesetzliche Rentenversicherung dem hinterbliebenen Ehepartner den Übergang zu den geänderten finanziellen Verhältnissen erleichtern. Die Witwe oder der Witwer erhält dazu drei Monate lang eine höhere Hinterbliebenenrente ausbezahlt, als die gesetzliche Witwen- oder Witwerrente tatsächlich ist. Dazu müssen jedoch bestimmte Kriterien erfüllt sein. mehr

  • Damit die Rente kein Ratespiel wird

    [] (verpd) Nur wenige Bundesbürger im erwerbsfähigen Alter haben eine klare Vorstellung davon, welche gesetzliche Altersrente ihnen später zur Verfügung stehen wird. Dagegen sind sich viele nicht sicher, ob ihr Alterseinkommen auch tatsächlich ausreicht, um ihren Lebensstandard zu halten, so die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.