Höhere Renten zum 1. Juli

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(verpd) Laut einer aktuellen Meldung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der Deutschen Rentenversicherung Bund steigt zum 1.7.2015 die gesetzliche Rente in Westdeutschland um 2,1 Prozent, in den neuen Bundesländern um 2,5 Prozent an.

Jedes Jahr prüft die Bundesregierung im Rahmen gesetzlich vorgeschriebener Kriterien, ob und wie hoch eine Anpassung der gesetzlichen Renten zum 1. Juli des entsprechenden Jahres ausfällt. Für 2015 steigen die gesetzlichen Renten in den alten Bundesländern um 2,1 Prozent und in den neuen Bundesländern um 2,5 Prozent.

Auch der Rentenwert, welcher für die Berechnung der Höhe der gesetzlichen Rente relevant ist, wird entsprechend angepasst. Der Rentenwert für die alten Bundesländer steigt ab dem 1.7.2015 von 28,61 € auf 29,21 € und für die neuen Bundesländer von 26,39 € auf 27,05 €.

Gestiegene Löhne

Die Höhe der Rentenanpassung hängt von diversen Faktoren ab. Einer der wichtigsten Kriterien ist die Entwicklung der für die gesetzliche Rentenversicherung maßgeblichen beitragspflichtigen Bruttolöhne. Diese wird vom Statistischen Bundesamt (Destatis) jährlich ermittelt.

Laut Destatis betrug die für die Rentenanpassung relevante Lohnsteigerung aktuell 2,08 Prozent in West- und 2,50 Prozent in Ostdeutschland. Der aktuelle Rentenanpassungs-Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland ergibt sich aufgrund der unterschiedlichen Lohnsteigerungen zwischen alten und neuen Bundesländern.

Steigen die Löhne, erhöhen sich in der Regel im Folgejahr auch die Renten. Steigen die Löhne und Gehälter nicht, sind auch keine Rentenerhöhungen zu erwarten.

Keine Rentenkürzung durch gesunkene Löhne

Für den Fall, dass eine Lohnentwicklung negativ ist, also die Löhne im Vergleich zum Vorjahr gefallen sind, sind Rentenkürzungen zwar gesetzlich ausgeschlossen, doch dies wirkt sich in Form eines sogenannten Ausgleichsbedarfs dämpfend auf künftige steigende Rentenanpassungen aus.

In den nachfolgenden Jahren mit positiven Rentenanpassungen werden dazu die unterbliebenen Rentenminderungen nachgeholt, indem die möglichen Rentenerhöhungen so lange maximal bis auf die Hälfte reduziert werden, bis der Ausgleichsbedarf abgebaut ist.

Keine Rentenerhöhung gab es zuletzt im Jahre 2010 aufgrund eines gesunkenen Lohnniveaus von 2008 auf 2009. Die Anrechnung eines entsprechenden Ausgleichsbedarfes aus früheren unterbliebenen Rentenkürzungen war letztmalig in 2014 notwendig. In den neuen Bundesländern wurde bereits 2012 der Ausgleichsbedarf vollständig abgebaut.

Weitere Kriterien für die Rentenanpassung

Für die Höhe der Rentenanpassung werden zudem die Veränderungen des Beitragssatzes der gesetzlichen Rentenversicherung im vorvergangenen Jahr berücksichtigt. Ist der Beitragssatz gesunken, bewirkt dies eine höhere Rentenanpassung, ist der Beitragssatz gestiegen, käme es zu einer Dämpfung der Anpassung. Für 2015 ergibt sich keine Änderung, weil der Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung 2013 und 2014 unverändert bei 18,9 Prozent lag.

Ein weiterer Faktor bei der Rentenanpassung spielt der sogenannte Nachhaltigkeitsfaktor, also die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentnern zu gesetzlich rentenversicherten Beitragszahlern. Ist die Zahl der Beitragszahler im Vergleich zur Zahl der Rentner kleiner geworden, fällt auch die Rentenanpassung kleiner aus. In diesem Jahr wirkt sich der Nachhaltigkeitsfaktor mit 0,01 Prozent steigend wenig spürbar auf die Anpassungshöhe aus.

Weitere Details zur Rentenerhöhung gibt es im Webauftritt der Deutschen Rentenversicherung Bund. Fragen zu diesem Thema beantworten auch deren Mitarbeiter unter der kostenlosen Servicetelefonnummer 0800 100048070. Persönliche Anfragen können bei einer der ortsnahen Deutschen Rentenversicherungs-Beratungsstellen gestellt werden.

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