Höhere Beitragsbemessungs-Grenzen: 315 € mehr an die Sozialkassen

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Da die Löhne im Jahr 2012 im gesamten Bundesgebiet deutlich über 2 % angezogen haben, steigen im Jahr 2014 die Beitragsbemessungs-Grenzen aller Sozialversicherungs-Zweige. Folge: Gutverdiener müssen mehr bezahlen.

Laut Referenten-Entwurf zur Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2014 aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, der im Oktober 2013 vom künftigen Bundeskabinett verabschiedet werden soll, werden die Rechengrößen für 2014 in Ost wie auch in West angehoben, da sich die Löhne und Gehälter, die maßgeblich die Rechengrößen bestimmen, im Jahr 2012 erhöht haben. Die Lohnzuwachsrate betrug 2012 in den alten Ländern 2,81 % und in den neuen 2,42 %.

Kranken- und Pflegeversicherung

Entsprechend dieser Lohnzuwächse soll im nächsten Jahr die Beitragsbemessungs-Grenze in der Kranken- und Pflegeversicherung bundesweit wie in den beiden Vorjahren um 1.350 € steigen. Damit liegt die Grenze ab 1.1.2014 bei 48.600 €. Pro Monat betrachtet, erhöht sich die Beitragsbemessungs-Grenze um 112,50 € auf 4.050 €.

Die allgemeine Versicherungspflicht-Grenze in der Kranken- und Pflegeversicherung steigt nach den vorläufigen Werten um die gleichen Beträge an wie bei der Beitragsbemessungs-Grenze und liegt im kommenden Jahr bei 53.550 im Jahr bzw. 4.462,50 € im Monat. Dadurch wird der Wechsel von der gesetzlichen Krankenkasse in die private Krankenversicherung für bestimmte Einkommensgruppen verhindert.

Der Höchstbeitrag zur Krankenversicherung soll von 610,32 € auf 627,75 € steigen. Dadurch wächst der Höchstbeitrag für Arbeitnehmer mit Krankengeldanspruch von 322,88 € auf 332,10 € an, was bei einem Anteil von 8,2 % einem Mehrbeitrag von 9,22 € im Monat bzw. 110,64 € im Jahr entspricht. Der Höchstbeitrag für Arbeitgeber (7,3 % Anteil) erhöht sich um 8,21 € auf 295,65 €. Aufs Jahr gesehen entspricht das einer Verteuerung von 98,52 €.

Renten- und Arbeitslosenversicherung

Die Beitragsbemessungs-Grenze zur Renten- und Arbeitslosenversicherung erhöht sich nach den vorläufigen Werten in den alten Bundesländern um 1.800 € jährlich auf 71.400 € und in den neuen Bundesländern um 1.200 € auf 60.000 €. Die monatliche Erhöhung beträgt demnach 150 € auf 5.950 € (West) bzw. 100 € auf 5.000 € (Ost).

In der knappschaftlichen Rentenversicherung steigt die Beitragsbemessungs-Grenze um monatlich 200 € auf 7.300 € (West) bzw. um 100 € pro Monat auf 6.150 € (Ost). Aufs Jahr gesehen ergibt das eine Steigerung um 2.400 € von 85.200 € auf 87.600 € in den alten bzw. um 1.200 € von 72.600 € auf 73.800 € in den neuen Bundesländern.

Teuerung durch Sozialabgaben

Wer ein Bruttogehalt über der Betragsbemessungs-Grenze bekommt, erhält im kommenden Jahr netto weniger Geld ausgezahlt.

Beispiel

In den alten Bundesländern beträgt im Jahr 2014 die Mehrbelastung für einen nicht im Bergbau beschäftigten Arbeitnehmer mit Kind und einem Jahresbruttogehalt von 71.400 € oder darüber insgesamt 314,89 €.

Rentenversicherung: Beitragssatz 18,9 % x 1.800 € = 340,20 €; Arbeitnehmeranteil: 170,10 €

knappschaftliche Rentenversicherung: Beitragssatz 25,1 % x 2.400 € = 602,40 €; Arbeitnehmeranteil: 226,80 €

Krankenversicherung: Beitragssatz 15,5 % x 1.350 € = 209,25 €; Arbeitnehmeranteil: 110,70 €

Pflegeversicherung: Beitragssatz 2,05 % x 1.350 € = 27,675; Arbeitnehmeranteil: 13,84 €; ggf. zzgl. Beitragszuschlag für Kinderlose i.H.v. 0,25 %

Arbeitslosenversicherung: Beitragssatz 3,0 % x 1.350 € = 40,50 €; Arbeitnehmeranteil: 20,25 €

Hinweis

Die neuen Beitragssätze zu den Sozialversicherungen für das Jahr 2014 legt die neue Regierungskoalition im kommenden Oktober fest. Denkbar erscheint eine leichte Senkung des Beitragssatzes zur gesetzlichen Rentenversicherung von 18,9 % auf 18,6 % oder sogar auf 18,4 %, weil die Wirtschaftskonjunktur derzeit stabil ansteigend verläuft. In diesem Fall käme es zu einer kleinen Beitragsentlastung für alle, die im Jahr 2014 weniger als 71.400 € brutto verdienen.

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