Höhe und Kaufkraft der Rente regional unterschiedlich

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Rentenperspektiven für das Jahr 2040 ermittelte eine Studie der Prognos AG im Auftrag der Versicherungswirtschaft. Sie wurde am Donnerstag, dem 12.11.2015, vorgestellt.

Die wesentlichen Ergebnisse einer Prognos-Studie mit dem Titel Rentenperspektiven 2040 – Niveau und regionale Kaufkraft der gesetzlichen Rente für typisierte Berufe lauteten nach Angaben des Auftraggebers Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft(GDV):

  • Die Renten in Deutschland würden auch in den kommenden 25 Jahren real steigen. Sie könnten allerdings nicht mit der Lohnentwicklung schritthalten, sodass die Altersbezüge 2040 – gemessen an den vorherigen Einkommen – deutlich niedriger ausfallen würden als heute. Die Lücke zwischen Gehalt und Rente werde sich vergrößern.

  • Besonders hohe Renten würden vor allem in Süddeutschland gezahlt. Dagegen würden in den nächsten 25 Jahren die heute im Durchschnitt höheren Rentenansprüche in Ostdeutschland gegenüber den Rentenzahlbeträgen im Westen zurückfallen.

  • Entscheidend sei jedoch nicht nur die Höhe der Rente, sondern was man sich dafür tatsächlich leisten könne. Hier gebe es regional deutlich unterschiedliche Rentenhöhen, die zum Teil durch die Rentenkaufkraft ausgeglichen oder sogar überkompensiert würden.

Der Modellrentner bildet die Lebenswirklichkeit nicht ab

Berechnet wurde in der Prognos-Untersuchung – aufgeschlüsselt nach bestimmten Berufsgruppen und allen 402 deutschen Kreisen und kreisfreien Städten – die individuelle Versorgung im Alter aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Dieser umfassende Überblick über die Entwicklung der Renten in Deutschland von 2014 bis 2040 mache laut GDV deutlich: Das Modell Eckrentner – 45 oder künftig 47 Jahre mit gleichbleibendem durchschnittlichen Einkommen – reiche nicht aus, um die Lebenswirklichkeit der Rentner heute und in 25 Jahren abzubilden.

Weitere Faktoren wie Wirtschaftswachstum, Erwerbstätigen- und Kaufkraftentwicklung sowie die Gewichtung nach Regionen und typischen Erwerbsbiografien seien nötig, um ein realistisches Bild zu zeichnen.

Ausgeprägtes Ost-West-Gefälle

Wie hoch die Rente tatsächlich ausfalle und wie viel sie wert sei, hänge maßgeblich vom Wohnsitz des Rentners ab. Derzeit lägen die Rentnerparadiese eher im Osten des Landes. Dort sei die Rentenkaufkraft nicht nur höher, sondern auch gleichmäßiger verteilt. Das liege vor allem auch daran, dass dort zu DDR-Zeiten mehr Frauen berufstätig gewesen seien.

Für die Berechnung der Kaufkraft haben die Prognos-Experten einen für Rentner typischen Warenkorb zugrunde gelegt, mit höheren Ausgaben, etwa für Wohnen und Gesundheit. Im Jahr 2040 könnten Rentner dagegen in Bayern nahe der tschechischen Grenze überdurchschnittlich gut leben, weil die Region wirtschaftlich wachse und gleichzeitig niedrige Lebenshaltungskosten bötet.

Ein Installateur aus Hof habe dann eine um 50 Prozent höhere Rentenkaufkraft als sein Kollege aus München. Denn in der vergleichsweise teuren Landeshauptstadt sei der Renteneuro künftig knapp ein Viertel weniger wert als im Bundesdurchschnitt.

Berufswahl entscheidet über künftige Rentenhöhe

Prognos-Chefvolkswirt Michael Böhmer konstatierte vor diesem Hintergrund, dass die Rentenperspektiven individuell betrachtet werden müssten. Der Eckrentner habe hier keine Aussagekraft, gerade mit Blick auf die großen regionalen Unterschiede. Erst die Rentenkaufkraft gebe Aufschluss darüber, welchen Beitrag die gesetzliche Rente in 25 Jahren zur Alterssicherung für den einzelnen Rentner leiste, sagte Böhmer.

Eine weitere Erkenntnis der Studie lautet laut GDV: Berufswahl und Einkommensperspektiven entschieden über die künftige Höhe der Rente. Je länger gearbeitet und je mehr verdient würde, desto höher falle die gesetzliche Rente aus.

Gleichzeitig führten Erwerbsunterbrechungen, zum Beispiel für die Erziehung von Kindern, tendenziell zu niedrigeren Alterseinkommen. Durchgehende Erwerbsbiografien seien die beste Voraussetzung für ein gutes Vorsorge-Fundament durch die gesetzliche Rentenversicherung, sagte der Präsident des GDV, Alexander Erdland. Die Politiker sollten den Leuten reinen Wein einschenken, was sie aus dem staatlichen System erwarten könnten. Und sie sollten attraktive und verlässliche Rahmenbedingungen für die betriebliche und private Vorsorge schaffen.

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