Häufig bleibt es bei der Rente mit 65

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Alle reden von der Rente mit 67 – und mitunter wird sogar bereits über die Rente mit 70 diskutiert. Vergessen wird dabei häufig: Für viele Arbeitnehmer gilt weiterhin wie bisher die Altersgrenze von 65. Denn viele Versicherte haben ab 2012 Anspruch auf die dann neu eingeführte Altersrente für besonders langjährig Versicherte.

Diese neue Rentenart macht es auch künftig möglich, mit 65 in Rente zu gehen – und zwar zu den gleichen Bedingungen, die bislang gegolten haben: nämlich ohne jegliche Rentenabschläge.

Dieses neue Altersruhegeld ist allerdings so etwas wie eine Belohnung für diejenigen, die besonders lange in die Rentenkasse eingezahlt haben. Sie kommt nur infrage für diejenigen, auf deren Rentenkonto 45 Jahre mit Pflichtbeiträgen bzw. sogenannten Berücksichtigungszeiten stehen.

Arbeitnehmer, die früh – etwa mit 16 – ihre Lehre begonnen und ihr Leben lang durchgearbeitet haben, kommen auf 49 Beitragsjahre und haben damit Anspruch auf diese Altersrente. Akademiker, die erst später – in aller Regel erst in den Zwanzigern – ins Arbeitsleben eingetreten sind, erhalten das neue Ruhegeld in der Regel nicht – genauso wie diejenigen, die längere Zeit arbeitslos waren. Denn Zeiten der Arbeitslosigkeit bringen keinen Anspruch auf die neue Rente, auch dann nicht, wenn – wie in den meisten Fällen – Pflichtbeiträge gezahlt wurden.

Die Zeiträume, in denen Pflichtbeiträge wegen Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen geflossen sind, zählen jedoch mit – genau wie die Zeit des Krankengeldbezugs oder des Wehr- oder Zivildienstes.

Besonders wichtig für Frauen: Selbst wenn sie in den ersten zehn Lebensjahren eines Kindes keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausgeübt haben, zählt diese Zeit als Berücksichtigungszeit und wird mitgerechnet, wenn es um den Anspruch auf die neue Altersrente geht. Eine Frau mit mehreren Kindern, die auf insgesamt 20 Jahre Berücksichtigungszeiten kommt, kann mit 65 die neu geschaffene Altersrente erhalten, wenn sie zugleich 25 Jahre sozialversicherte Beschäftigung nachweisen kann.

Achtung: Die Altersrente für besonders langjährige Beschäftigte gibt es grundsätzlich erst ab 65. Ein vorzeitiger Bezug mit Abschlägen ist nicht möglich.

Wer vor dem 65. Lebensjahr bereits aus dem Erwerbsleben ausgeschieden ist und die für die Altersrente für besonders langjährige Beschäftigte erforderlichen 45 Versicherungsjahre fast erreicht, für den kann auch die Aufnahme eines Mini-Jobs bares Geld wert sein. Denn Zeiten, in denen die Betroffenen einen 400-Euro-Job ausgeübt haben, werden hier als Versicherungsjahre anerkannt, vorausgesetzt, Betroffene verzichten auf die Versicherungsfreiheit der geringfügigen Beschäftigung und stocken die Beiträge zur Rentenversicherung, die ansonsten nur der Arbeitgeber zahlt, auf. Ohne eine solche Aufstockung werden bei einem Jahr geringfügiger Beschäftigung nur vier Versicherungsmonate anerkannt.

Möglicherweise werden Sie nicht mit 65, wohl aber etwas später die geforderten 45 Versicherungsjahre erreichen. Wenn Sie diese Hürde erst mit 65 Jahren und zwei Monaten nehmen, können Sie dieses neue vorzeitige Altersruhegeld auch dann noch in Anspruch nehmen – und vor jedem beliebigen Zeitpunkt vor dem 67. Lebensjahr.

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