Härtere Regeln für Hinterbliebenenrentner

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Viele Rentner, vor allem Frauen, erhalten neben der eigenen Altersrente gleichzeitig eine Hinterbliebenenrente. Betroffene, die zusätzlich einen 450-Euro-Job ausüben, erleben dabei häufig eine böse Überraschung. Wir zeigen Ihnen, wie die Rentenversicherung in diesen Fällen rechnet.

Frührentner dürfen seit Anfang 2013 mehr hinzuverdienen, ohne dass ihre Altersrente gekürzt wird. Nun sind nämlich monatlich für sie 450,00 € Hinzuverdienst erlaubt – in zwei Monaten im Jahr sogar bis zu 900,00 €. Doch wenn Hinterbliebenenrentner Einkommen aus verschiedenen Quellen beziehen, z.B. Altersrente in Kombination mit einer Hinterbliebenenrente und u.U. zusätzlich noch Einkommen aus einem Mini-Job, gibt es häufig ein böses Erwachen.

Nehmen wir als Beispiel einen Witwer aus Dresden, der seit Januar 2011 eine Altersrente in Höhe von 800,00 € erhält (vor dem Abzug der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung). Zusätzlich übt er einen 450-Euro-Job aus und bezieht Hinterbliebenenrente. Diese würde sich ohne Abzüge auf 610,00 € belaufen. In diesem Fall ist der 450-Euro-Job für ihn zwar in Hinblick auf seine Altersrente unschädlich, die Altersrente wird nicht gekürzt. Gekürzt wird aber die Hinterbliebenenrente, weil sowohl die eigene Altersrente als auch die Einkünfte aus dem Mini-Job auf die Hinterbliebenenrente angerechnet werden. Und so wird gerechnet:

Schritt 1: Ermittlung der Nettoeinkünfte

Entscheidend für die Anrechnung des Einkommens sind die Nettoeinkünfte der Hinterbliebenenrentner. Die Rentenversicherung geht dabei nicht vom tatsächlichen Netto aus, sondern hat ihre eigenen Regeln zur Umrechnung von brutto in netto. Bei Altersrenten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, die ab 2011 begonnen haben, gibt es einen pauschalen Abzug von 14 %. Deshalb werden von der Altersrente des Witwers (14 % von 800,00 € =) 112,00 € abgezogen. Seine eigenen anrechenbaren Einkünfte betragen damit 688,00 €. Bei Altersrenten, die vor 2011 begonnen haben, werden übrigens 13 % abgezogen.

Für den Mini-Job, den der Betroffene zusätzlich ausübt, fallen für ihn weder Sozialversicherungsbeiträge noch Steuern an. Deshalb wird hier auch kein pauschaler Abzug vorgenommen. Die Einkünfte werden also bei der Ermittlung des Anrechnungsbetrages voll berücksichtigt. Die Nettoeinkünfte des Witwers erhöhen sich damit auf (688,00 € plus 450,00 € =) 1.138,00 €.

Schritt 2: Berücksichtigung von Freibeträgen

Die so errechneten Nettoeinkünfte werden einem jährlich angepassten Freibetrag gegenübergestellt. Dieser wurde zum 1.7.2012 auf 741,05 € (West) bzw. 657,89 € (Ost) erhöht. Unser Beispiel-Rentner, der aus den neuen Bundesländern stammt, hat zu berücksichtigende Einkünfte in Höhe von 1.138,00 €. Damit wird der Ost-Freibetrag um 480,11 € überschritten.

Schritt 3: 40-Prozent-Regel

Die 480,11 € werden nur zu 40 % auf die Hinterbliebenenrente angerechnet. Das sind im Beispielfall genau 192,04 €. Um diesen Betrag wird die Hinterbliebenenrente des Altersrentners gekürzt. Statt 610,00 € (dieser Betrag stünde ihm ohne Abzüge zu) stehen ihm damit als Witwerrente brutto nur noch 417,96 € monatlich zu. Abgezogen werden hiervon – genau wie von der Altersrente – Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Den verbleibenden Betrag erhält der Rentner zusätzlich zu seiner eigenen Altersrente und zu seinen Einkünften aus dem Mini-Job.

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