Gesetzliche Rentenversicherung für freiwillige Beiträge geöffnet

Gesetzliche Rentenversicherung für freiwillige Beiträge geöffnet

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Die zum Jahresbeginn neu eingeführte Flexi-Rente enthält noch mehr Möglichkeiten, als zunächst von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurde. So können nun die Bezieher einer vorgezogenen Altersrente erstmals freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse zahlen und so ihre Rentenhöhe steigern.

Angesichts der niedrigen Rendite privater Renten ist dies eine recht profitable Angelegenheit. Diese Geldanlage sollten alle ins Auge fassen, die um das 60. Lebensjahr herum Geldzuwächse verzeichnen können. Erfahrungsgemäß ist dies in diesem Alter häufig der Fall – etwa durch ablaufende Kapitallebensversicherungen oder durch Erbschaften.

Bis Ende 2016 war für Bezieher einer vollen Altersrente die Zahlung freiwilliger Rentenversicherungsbeiträge generell ausgeschlossen. Das hat sich nun geändert. Schon seit Januar 2017 können Rentner, die bereits vor der Regelaltersgrenze ihre volle Altersrente beziehen, freiwillige Beiträge zahlen und somit eine spätere Rente erhöhen – allerdings nur bis zum Erreichen ihrer Regelaltersgrenze.

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Die Neuregelung findet sich im Flexi-Rentengesetz. Bisher war die Zahlung freiwilliger Beiträge bereits für Erwerbsminderungsrentner möglich. Begünstigt von der Neuregelung sind etwa Bezieher einer Altersrente für langjährig Versicherte, für schwerbehinderte Menschen oder für besonders langjährig Versicherte.

Die Regelung gilt ausdrücklich nur für Vollrentner. Das bedeutet: Wer wegen der Anrechnung von Hinzuverdienst nur eine Teilrente erhält – was ab Juli 2017 deutlich attraktiver wird –, kann keine freiwilligen Beiträge zahlen.

Die monatliche Beitragshöhe bei der freiwilligen Versicherung kann zwischen dem Mindestbeitrag von 84,15 € und dem Höchstbeitrag von 1.187,45 € frei gewählt werden. Eine Unterscheidung zwischen den alten und den neuen Bundesländern wird nicht vorgenommen.

Wer freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen möchte, besorgt sich am besten zunächst das folgende Formular: Den Antrag auf Beitragszahlung für eine freiwillige Versicherung. Das Formular trägt die Nummer V060. Sie finden dieses im Internet auf den Seiten der Deutschen Rentenversicherung.

Den Beginn der freiwilligen Versicherung können Sie in gewissem Rahmen selbst festlegen. Im Dezember 2017 können Sie beispielsweise noch rückwirkend Beiträge für das ganze Jahr, also ab Januar 2017 zahlen – vorausgesetzt, Sie haben schon im Januar 2017 ein vorzeitiges Altersruhegeld bezogen. Falls Sie im März 2018 noch nicht das reguläre Rentenalter erreicht haben, können Sie freiwillige Beiträge für 2017 sogar noch bis zum 31.3.2018 entrichten.

Angehörigen der Altersgruppe 50plus, die vorzeitig in den Ruhestand treten möchten und dauerhafte Rentenabschläge vermeiden möchten, steht damit neben dem ggf. frühzeitigen Ausgleich von Rentenabschlägen eine weitere Option zur Verfügung. Statt ratenweise beispielsweise jährlich einige Tausend Euro in den Rückkauf von Rentenabschlägen zu investieren, können sie dieses Geld zunächst anderweitig anlegen (etwa in Fonds), um es später – während des Bezugs eines vorzeitigen Altersruhegelds – für freiwillige Einzahlungen zu nutzen. Kleiner Haken an der Sache: Die freiwilligen Beiträge werden erst beim Übergang in die reguläre Altersrente berücksichtigt. Ausgleichszahlungen zum Rückkauf von Rentenabschlägen zahlen sich dagegen schon bei der Frührente aus.

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