Gesetzliche Rente oft besser als Riester-Rente und Rürup-Rente

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Fachautor Werner Siepe schlägt eine Öffnungsklausel vor, wonach künftig auch Pflichtversicherte freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rente leisten können.

Privat krankenversicherte Beamte können seit einer Gesetzesänderung von August 2010 freiwillige Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Die aus freiwilligen Beiträgen aufgebaute gesetzliche Rente schlägt insbesondere bei pensionsnahen Beamten bis Jahrgang 1964 sowohl die Riester-Rente als auch die Rürup-Rente.

Fachautor Werner Siepe möchte erreichen, dass ein solches Rentenplus auch pflichtversicherten Arbeitnehmern nicht vorenthalten wird. In der von ihm verfassten Studie Gesetzliche Rente aus freiwilligen Beiträgen für pflichtversicherte Arbeitnehmer schlägt er eine Öffnungsklausel in § 7 SGB VI vor, wonach künftig auch Pflichtversicherte freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rente leisten können.

Zurzeit ist dies nur eingeschränkt möglich für Einmalbeiträge zum Ausgleich von Rentenabschlägen oder Rentenkürzungen beim Versorgungsausgleich sowie für vor 1955 geborene Mütter nach Erreichen der Regelaltersgrenze, falls diese ohne Nachzahlung keinen Rentenanspruch erhalten.

In der Rückschau auf 12 Beitragsjahre von 2002 bis 2013 schneidet die Riester-Rente laut Studie kaum besser ab als die tatsächlich erreichte gesetzliche Rente aus freiwilligen Beiträgen. Bei Anbietern von Riester-Rentenversicherungen mit hohen Abschluss- und Verwaltungskosten wird die Riester-Rente sogar darunter liegen.

In der Vorschau auf 12 Beitragsjahre von 2014 bis 2025 mit Rentenbeginn in 2026 wird die garantierte gesetzliche Rente bei gleichen Jahresbeiträgen höher sein als eine auch steuerlich vergleichbare garantierte Rürup-Rente.

Auch beim Vergleich der möglichen Renten wird sie in aller Regel vorne liegen. Die Rück- und Vorschaurechnungen in der Studie gehen von Bruttorenten aus und ermitteln im Verhältnis zu den eingezahlten Bruttobeiträgen eine entsprechende Brutto- oder Beitragsrendite.

Bei privat krankenversicherten Rentnern und Pensionären erhöht sich die Beitragsrendite der gesetzlichen Rente, da diese von der Deutschen Rentenversicherung noch einen Zuschuss zu ihrer privaten Krankenversicherung in Höhe von 7,3 Prozent der Bruttorente erhalten.

Gesetzlich krankenversicherte Rentner müssten jedoch mit einer niedrigeren Beitragsrendite vorlieb nehmen, da ihre gesetzliche Rente noch um den Beitrag zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung in Höhe von bis zu 10,5 Prozent gekürzt wird.

Um eine Gleichstellung der gesetzlich krankenversicherten mit den privat krankenversicherten Rentnern zu erreichen, schlägt Siepe einen Verzicht der Krankenkassen auf die Beitragspflicht bei der aus freiwilligen Beiträgen stammenden gesetzlichen Rente vor.

Dann würde die gesetzliche Rente aus freiwilligen Beiträgen auch mit der privaten Riester- oder Rürup-Rente gleichgestellt. Eine neue Rente würde dadurch nicht entstehen, sondern nur eine Konkurrenz zwischen umlagefinanzierter gesetzlicher Rente und kapitalgedeckter privater Rente.

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