Gesetzlich rentenversichert: Minijobber haben die Wahl

Gesetzlich rentenversichert: Minijobber haben die Wahl

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(verpd) Seit 2013 gilt für Minijobber eine Hinzuverdienstgrenze von 450 € im Monat. Außerdem sind die geringfügig Beschäftigten automatisch in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert, wenn sie sich nicht per Antrag von der Versicherungspflicht befreien lassen.

Jeder Minijobber, also ein Arbeitnehmer, der maximal 450 € im Monat verdient, gehört automatisch der gesetzlichen Rentenversicherung an, wenn er keinen Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht an den Arbeitgeber stellt.

Wer keinen Antrag stellt und damit gesetzlich rentenversicherungspflichtig bleibt, muss als Minijobber nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) 3,9 Prozent seines Monatsverdienstes an die Rentenversicherung abführen. Dies ist bei einem Monatsverdienst von 450 € ein Eigenbeitrag von 17,55 €. Der Arbeitgeber muss pauschal 15 Prozent des Monatsgehaltes abführen, egal ob der Minijobber rentenversicherungspflichtig ist oder sich befreien lässt.

Kostenlose Infobroschüre

Da der Rentenversicherungs-Beitrag auf der Grundlage eines Mindesteinkommens, das aktuell bei 175 € im Monat liegt, berechnet wird, gibt es für Minijobber, die weniger als 175 € monatlich verdienen, eine Sonderregelung. Für sie gilt ein Beitragssatz auf den tatsächlichen Verdienst von 3,9 Prozent. Auf den Differenzbetrag bis 175 € ist dann noch der volle Beitragssatz von 18,9 Prozent zu entrichten.

Der DRV betont in seiner kostenlos herunterladbaren Broschüre „Minijobs: niedrige Beiträge, voller Schutz“, dass sich Minijobber mit ihren Eigenbeträgen „den vollen Schutz der gesetzlichen Rentenversicherung“ sichern können.

Zum einen könne so eine bereits erworbene Absicherung auf Erwerbsminderung aufrechterhalten und zum anderen ein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente aufgebaut werden. Voraussetzung hierfür ist eine mindestens fünfjährige Versichertenzeit. Zudem müssen in diesem Zeitraum vor Eintritt der Erwerbsminderung drei Jahre Pflichtbeiträge gezahlt worden sein. Hierzu zählen auch die Eigenbeiträge der Minijobber.

Auch Minijobber können die Riester-Zulagen ...

Als Rentenversicherte können Minijobber auch Ansprüche auf medizinische Rehabilitation erwerben. Hier gilt, dass vor Antragstellung mindestens sechs Pflichtbeitragsmonate aus einer Beschäftigung in den letzten zwei Jahren nachgewiesen werden können. Beitragszeiten als Minijobber können zudem helfen, einen Anspruch auf berufliche Rehabilitation (etwa Umschulung in einen neuen Beruf) zu erwerben. In der Regel gelten als Voraussetzung hierfür Pflichtbeitragszeiten von 15 Jahren.

Wer sich als Minijobber für einen Verbleib in der Rentenversicherung entscheidet, gehört bei der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge in Form eines Riester-Rentenvertrages zum unmittelbar förderberechtigten Personenkreis. Eine jährliche Eigenleistung von 60 € reicht aus, um die volle Förderung zu erhalten.

Je Riester-Vertrag gibt es eine sogenannte Grundzulage von 154 € im Jahr. Für jedes Kind, für das der Förderberechtigte oder sein Ehegatte Kindergeld bekommt, werden noch einmal 185 € pro Jahr – für Kinder, die ab dem 1.1.2008 geboren wurden, sogar 300 € – dem Vertrag gutgeschrieben. Bis zu 2.100 € der eingezahlten Prämien können jährlich steuerlich abgesetzt werden.

... und die Vorteile einer betrieblichen Altersvorsorge nutzen

Minijobber, die rentenversicherungspflichtig bleiben, können außerdem Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge unversteuert und sozialabgabenfrei direkt aus dem Bruttogehalt zahlen. Allerdings reduziert sich laut DRV dann der Anspruch in der gesetzlichen Rentenversicherung. Auch die Altersrente steigt durch den Minijob. Bei einem Monatsverdienst von 450 € erhöht sich die künftige monatliche Altersrente nach dem Stand vom 1.1.2014 mit jedem Jahr in einem Minijob um 4,36 €.

Der DRV rät Minijobbern, die einen Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungs-Pflicht stellen wollen, sich vorher ausführlich in den Beratungsstellen unter anderem über die Auswirkungen auf ihre soziale Absicherung informieren zu lassen.

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