Gehälter steigen stärker als Renten – Rentenlücke wird größer

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Ab 1.7.2015 gibt es ein bis zwei Prozent mehr Rente, obwohl die Löhne um 2,8 % zugelegt haben. Damit sinkt das Sicherungsniveau der gesetzlichen Rentenversicherung weiter.

Wegen der Umsetzung europäischer Vorgaben zur Berechnung der Einkommensentwicklung, die bei der Festlegung des aktuellen Rentenwerts zugrunde gelegt werden, fällt die Rentenerhöhung um 1,1 Prozentpunkte niedriger aus als nach der früheren Berechnungsgrundlage.

Damit entgehen den Rentnern 2,4 Milliarden Euro Rente. Kleiner Trost: Im Jahr 2016 könnte die Rentenanhebung um 1,1 Prozentpunkte höher ausfallen als nach der früheren Berechnungsgrundlage.

So grausam es klingt: Politisch gewollt und wegen des demografischen Wandels notwendig ist mit dem seit mehr als zehn Jahren bestehenden Missverhältnis von Gehalts- und Rentensteigerungen eine zunehmende Verbreiterung der Rentenlücke verbunden.

Das ist erst der Anfang

Wenn in einigen Jahren die geburtenstarken Jahrgänge 1950 bis 1970 (Babyboom) ihre Renten beziehen und die geburtenschwachen Jahrgänge nach dem Pillenknick dafür Rentenbeiträge einzahlen müssen, könnte das Nettorentenniveau vor Steuern auf magere 43,8 % des durchschnittlichen Nettogehalts vor Steuern sinken.

Bei überdurchschnittlichen Gehältern klafft eine noch wesentlich größere Rentenlücke zwischen Arbeits- und Renteneinkünften, weil die Beitragsbemessungsgrenze die Rentenanwartschaften deckelt.

Die Beitragszahler der kommenden Jahre, die ab 2020 einen Rentenbeitragssatz von voraussichtlich 19,6 % und ab 2030 von möglicherweise 22 % ihres Bruttogehalts zu leisten haben, werden sich fragen, wie gerecht die Umlagefinanzierung der gesetzlichen Rente ist.

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