Früher und ohne finanzielle Sorgen in Rente gehen

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(verpd) Den Deutschen ist es nach einer Studie zufolge wichtiger, frühzeitig in Rente zu gehen, als gut versorgt zu sein. Und das, obwohl viele erwarten, dass sie ihren Lebensstandard im Alter zurückschrauben müssen und nach Expertenmeinung besonders Frauen und Geringverdienern die Altersarmut droht. Mit der richtigen Vorsorge lässt sich beides realisieren: frühzeitig in Rente zu gehen und den Lebensstandard auch im Alter zu halten.

Die bisherige und erwartete finanzielle Situation für Rentner ist wenig erfreulich, wie diverse Studien zeigen. Zum einen rechnen die meisten damit, dass sie ihren Lebensstandard im Alter nicht halten können, zum anderen zeigen aktuelle Zahlen, dass die Situation besonders für Frauen und Geringverdiener bereits jetzt dramatisch schlecht ist.

Eine aktuelle Studie einer Versicherung ergab bei Frauen über 65 Jahren derzeit eine Armutsquote von 15 Prozent – im Vergleich zu elf Prozent bei den Männern dieser Altersgruppe. Die Studie basiert auf 30 in der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) organisierten Ländern.

Fast jede neunte Seniorin von Armut betroffen

Deutschland rangiert im Ländervergleich auf Rang 18. Hier liegt die Armutsquote bei 10,8. Damit lebt fast jede neunte deutsche Seniorin unterhalb der Armutsgrenze. Ein Grund dafür ist die geringere Lebensarbeitszeit. Nach Auswertungen der Hans-Böckler-Stiftung wird sich diese Problematik noch weiter verschärfen – Vollzeitarbeit bei Frauen wird demnach zum Auslaufmodell.

Das Problem der Altersarmut wird sich künftig besonders unter Geringverdienern beider Geschlechter noch verschärfen, schreibt die OECD in ihrem Bericht „Renten auf einen Blick 2013“.

Deutsche Arbeitnehmer mit 50 Prozent des Durchschnittseinkommens erwartet bei Erreichen des Regel-Renteneintrittsalters die niedrigste Ersatzrate (Ersatzrate = Rente im Verhältnis zum letzten Einkommen vor der Rente) in der ganzen OECD: 55,2 Prozent gegenüber einem OECD-Durchschnitt von 81,7 Prozent.

Hohe Einkommenslücke bei Durchschnittsverdienern in der Rente

Im Jahr 2011 waren in Deutschland bereits rund 2,3 Millionen Menschen über 65 Jahre vom Armutsrisiko bedroht.

Auch Durchschnittsverdiener sind betroffen: Ihre Ersatzraten gehören demnächst zu den zehn niedrigsten in der OECD: 57,2 statt durchschnittlich 65,8 Prozent. Trotzdem sorgen die Deutschen bisher wenig privat vor: Nur jeder Zweite hat eine betriebliche oder private Altersvorsorge.

Die Menschen hierzulande haben sich offenbar damit abgefunden, dass ihr Lebensstandard im Alter sinken wird. Eine Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge GmbH (DIA) ergab, dass knapp drei Viertel der Bürger damit rechnen, ihren Lebensstandard einzubüßen, weil ihre Einkünfte in der Rentenphase nicht reichen werden.

Frühe Rente ist wichtiger als gleichbleibender Lebensstandard

Wichtiger als ein gleichbleibender Lebensstandard ist den meisten Menschen, frühzeitig in Rente gehen zu können. Laut einer Umfrage von Infratest Dimap Gesellschaft für Trend- und Wahlforschung mbH im Auftrag einer Zeitung möchte die Mehrheit der Deutschen mit 63 in Rente gehen – auch wenn das Rentenabschläge bedeutet. Nur ein knappes Drittel der Befragten möchte bis zum regulären Renteneintrittsalter weiterarbeiten. Laut einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung rechnen viele jedoch damit, dass sie in 20 Jahren erst mit 69 Jahren oder später in den Ruhestand gehen können.

Wie die Studien zeigen, ist neben der gesetzlichen Absicherung eine private Altersvorsorge unentbehrlich, um den bisherigen Lebensstandard auch im Rentenalter halten zu können. Wer zudem früher in Rente gehen möchte, muss zusätzlich vorsorgen, um die dadurch verursachten Rentenabschläge ausgleichen zu können.

Um eine Altersvorsorge entsprechend den gewünschten Zielen, wie den Erhalt des Lebensstandards und/oder den vorzeitigen Ruhestand, zu planen, ist es wichtig zu wissen, wie groß die individuelle Rentenlücke (Differenz zwischen dem letzten Nettogehalt und der gesetzlichen Rente) sein wird.

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