Flexiblerer Renteneinstieg in Sicht

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Das neue Gesetz zum flexiblen Rentenübergang sieht einen stufenlosen Nebenverdienst bei vorgezogenem Rentenbeginn, günstigere Regelungen für das Arbeiten über die Altersgrenze hinaus und einen früheren Ausgleich von Rentenabschlägen vor.

Am heutigen Mittwoch, 14.9.2016, hat das Bundeskabinett den von Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) vorgelegten Gesetzentwurf zur "Flexi-Rente" beschlossen. Die Koalitionspartner wollen den Entwuf noch im September in den Bundestag einbringen. Für den Oktober sei die übliche Anhörung von Sachverständigen im Bundestag vorgesehen, für November die abschließende Lesung im Bundestag, heißt es in einem Medienbericht.

Der Gesetzentwurf basiert auf den Empfehlungen einer Koalitionsarbeitsgruppe vom November 2015 und soll drei Kernpunkte umfassen.

Ausgleich von Rentenabschlägen

Schon bisher konnte man die Rente vor der Regelaltersgrenze auch ohne Abschläge bekommen – durch Zahlung von Zusatzbeiträgen, mit denen sich die Abschläge vor Rentenbeginn ausgleichen lassen. Diese Möglichkeit wird ausgebaut. Künftig können sich Versicherte bereits ab dem 50. statt ab dem 55. Lebensjahr von der Rentenversicherung ausrechnen lassen, welche zusätzlichen Kosten für einen Ausgleich der Rentenabschläge anfallen. Diese können durch eine Einmalzahlung (z.B. aus einer Lebensversicherung), aber auch durch Teilzahlungen ausgeglichen werden. Auch der Arbeitgeber kann sich an den Ausgleichsbeiträgen beteiligen.

Arbeiten über die Altersgrenze hinaus

Auch das Arbeiten über die (Regel-)Altersgrenze hinaus wird attraktiver. Schon bisher konnte man ab der persönlichen Altersgrenze die volle Rente bekommen und unbegrenzt nebenher verdienen – die dafür gezahlten Rentenbeiträge des Arbeitgebers steigerten aber die Rente nicht mehr. Künftig können Arbeitnehmer und Arbeitgeber Rentenbeiträge auf den Nebenverdienst einzahlen und die Rente weiter erhöhen.

Stufenloser Nebenverdienst bei vorgezogenem Rentenbeginn

Schon bisher dürfen Rentner – in der Regel ab dem 63. Geburtstag – bei Bezug der vollen Rente nebenher bis zu 450 Euro monatlich verdienen; wer höhere Nebeneinkünfte hat, bekommt nur noch einen Teil der vollen Rente ausgezahlt. Künftig tritt für Beschäftigte, die vor der persönlichen Altersgrenze in den Ruhestand treten, an die Stelle von bisher drei Teilrenten-Stufen (ein Drittel, die Hälfte oder zwei Drittel der Vollrente) eine stufenlose Nebenverdienst-Möglichkeit. Dabei wird der über 450 Euro im Monat bzw. 6.300 Euro im Jahr (= 14 x 450 Euro) hinausgehende Verdienst generell zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet – bis zur Höhe des bisherigen Bruttoverdiensts. Von jeweils 100 Euro Zusatzverdienst werden also 40 Euro von der Rente abgezogen.

Rechenbeispiel für eine Frührente plus Teilrente

Axel B. hat Anspruch auf eine ungekürzte Rente von1.065 Euro. Er entschließt sich aber, drei Jahre vor seinem Rentenantrittsalter in Rente zu gehen. Dadurch wird seine Rente um 10,8 Prozent gemindert. Sie beträgt dann 950 Euro brutto (ohne Abzüge zur Kranken- und Pflegeversicherung). Axel B. möchte seine Beschäftigung nicht aufgeben, plant diese jedoch auf die Hälfte zu verringern. Sein Hinzuverdienst neben der Rente beträgt dann nur noch 1.511 Euro.

Aktuell würde das bedeuten: Sein Hinzuverdienst übersteigt sowohl die Grenze für eine volle Rente als auch für eine Rente in Höhe von zwei Dritteln. Nach den Regelungen über den Hinzuverdienst hat er Anspruch auf eine halbe Rente. Die Rente beträgt daher mit 475 Euro die Hälfte seiner vollen Altersrente.

Mit der Flexi-Rente hieße das: Basierend auf seinem monatlichen Verdienst beträgt der jährliche Hinzuverdienst von Axel B. 18.132 Euro. Hiervon bleiben 6.300 Euro anrechnungsfrei. Von den verbliebenen 11.832 Euro werden 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Dies entspricht einem Betrag von 394 Euro im Monat. Die volle Altersrente verringert sich also auf 556 Euro.

Aktuell würde das Modell von Herrn B. nicht zu einer Veränderung seiner Rentenansprüche führen. Mit der Flexi-Rente könnte er sich allerdings entschließen neben seinem Arbeitgeber auch selbst Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zu zahlen. Wenn er das vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 täte, würde sich seine Rente daher ab 1. Juli 2019 (nach heutigen Werten) um 15,23 Euro erhöhen.

Quelle: Deutsche Rentenversicherung

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