Flexi-Rente in der Kritik

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Wie so oft in der Politik: Der Berg kreist und heraus kommt eine Maus. Nach fast anderthalbjährigen Verhandlungen legt die Arbeitsgruppe der Regierungsparteien einen Gesetzentwurf für einen flexibleren Renteneintritt vor. Doch bei den Sozialpartnern fällt er durch.

Dem Ziel einer neuen Flexi-Rente als Gegenmodell zur abschlagsfreien Altersrente ab 63 Jahren, die zum 1.7.2014 eingeführt wurde, kam das Regierungskonzept durch Vereinfachung der Berechnung der Hinzuverdienstgrenzen bei der bereits existierenden Teil-Rente einen kleinen Schritt näher (siehe unsere News vom 10.11.2015).

Ab 1.7.2016 soll es laut Regierungskonzept möglich sein, mit 63 Jahren vorzeitig in Rente zu gehen und gleichzeitig weiterhin in Teilzeit zu arbeiten. Allerdings werden Zuverdienste über 6.300 € im Jahr zu 40 % von der Teilrente abgezogen. Eventuell gezahlte Rentenbeiträge steigern die Rente. Für die Arbeitgeber entfällt der Beitragsanteil zur Arbeitslosenversicherung.

Sozialpartner kritisieren den Koalitionskompromiss

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) kritisiert diese Pläne als unzureichend. Die Fehlanreize durch die Rente mit 63 werden nicht annähernd korrigiert, stellt die BDA im Handelsblatt vom 19.11.2015 ernüchtert fest.

Das für Tarifpolitik zuständige Vorstandsmitglied der Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie (IG BCE), Peter Hausmann, bemängelt, dass die Flexi-Rente nicht schon ab 60 Jahren möglich sei. Wir fordern weiter die Teilrente ab 60, damit wir unseren hochbelasteten Schichtarbeitern ein Angebot machen können, schrittweise auszusteigen, zitiert ihn das Handelsblatt.

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