Flexi-Rente: Zuverdienst bei vorzeitiger Rente und Rentensteigerung nach Altersgrenze

Flexi-Rente: Zuverdienst bei vorzeitiger Rente und Rentensteigerung nach Altersgrenze

 - 

Arbeitnehmer bekommen mehr Gestaltungsfreiheit beim Übergang vom Beruf in die Rente. Sie können nun Teilzeitarbeit besser mit einer Teilrente kombinieren. Dadurch können sie ihre Rentenansprüche weiter erhöhen. Für Arbeitgeber ergeben sich mehr Möglichkeiten, dringend benötigte Fachkräfte im Alter länger an sich zu binden.

Der deutsche Bundestag hat am heutigen Freitag, dem 21.10.2016, das Flexi-Renten-Gesetz verabschiedet. Mit der Neuregelung soll auch die Gesundheitsvorsorge der Erwerbstätigen verbessert werden.

Vorzeitiger Rentenbeginn mit Teilzeitarbeit und Teilrente

Ab 2017 wird die Möglichkeit verbessert, ab dem 63. Lebensjahr – also vor Erreichen der Regelaltersgrenze – eine Teilzeitarbeit mit einer Teilrente zu ergänzen. Teilrente und Hinzuverdienst werden flexibel und individuell miteinander kombinierbar. Grundsätzlich können zur vorgezogenen Rente ab 63 jährlich 6.300 Euro ohne Abzüge hinzuverdient werden. Darüber hinausgehende Verdienste werden zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Die Höchstgrenze liegt beim besten Bruttoarbeitsverdienst der letzten 15 Jahre.

Wertvolle Expertentipps zu allen sechs Formen der staatlich geförderten Altersvorsorge lesen Sie in unserem Ratgeber So schließen Sie Ihre Rentenlücke.

Beispiel: Bei einem Hinzuverdienst von 18.000 Euro pro Jahr werden künftig 390 Euro pro Monat von der Rente abgezogen: Der Betrag, der die 6.300-Euro-Grenze übersteigt, liegt bei 11.700 Euro, pro Monat sind das 975 Euro. Davon werden 40 Prozent beziehungsweise 390 Euro von der Rente abgezogen. Bei einer Rente von monatlich 1.200 Euro käme man auf eine ausgezahlte Teilrente von 810 Euro, die zusätzlich zum Bruttoehalt von 1.500 Euro im Monat an Einkommen erzielt würde - zusammen also 2.310 Euro brutto.

Zusätzliche Rentenansprüche erwerben

Wer eine vorgezogene Vollrente im Alter bezieht und weiterarbeitet, erhöht dadurch künftig seinen Rentenanspruch. Um einen Anreiz für eine Beschäftigung auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze zu setzen, können Arbeitnehmer auf die dann bestehende Versicherungsfreiheit verzichten. Durch die weiterhin gezahlten eigenen Beiträge und die des Arbeitgebers können Beschäftigte dadurch weitere Entgeltpunkte erwerben und ihren Rentenanspruch noch weiter erhöhen.

Beiträge zum Ausgleich von Rentenkürzungen einzahlen

Versicherte können mit dem neuen Gesetz früher und flexibler als bisher zusätzlich Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen, um Abschläge bei vorgezogenen Altersrenten auszugleichen. Der Abzug beträgt 0,3 Prozent pro Monat des vorgezogenen Rentenbeginns. Um diese Rentenabschläge auszugleichen, durfte man bisher ab dem 55. Lebensjahr zusätzlich in die Rentenkasse einzahlen. Das ist künftig schon ab 50 Jahren möglich.

Prävention und Reha

Mehr Leistungen für Prävention und Rehabilitation sollen die Gesundheit und die Erwerbsfähigkeit der Versicherten sichern, damit sie länger arbeiten können.

Weitere Informationen zur Flexi-Rente lesen Sie hier: Flexi-Rente beschlossen.

Weitere News zum Thema

  • Keine 800 Euro Erwerbsminderungsrente

    [] Nicht jeder bleibt so gesund, dass er tatsächlich bis zur Altersrente Vollzeit arbeiten kann. Ist das der Fall, hat ein gesetzlich Rentenversicherter, sofern die gesetzlich geregelten Voraussetzungen erfüllt sind, Anspruch auf eine sogenannte Erwerbsminderungsrente. Über 1,8 Millionen Menschen haben letztes Jahr eine solche Rente bezogen. Allerdings lag die durchschnittliche Rentenhöhe selbst bei jemandem, der aufgrund eines Gesundheitsleidens überhaupt nicht mehr erwerbstätig sein kann, deutlich unter 800 Euro. mehr

  • Weniger als 570 Euro Hinterbliebenenrente im Durchschnitt

    [] Ende 2016 erhielten rund 5,7 Millionen Bürger eine gesetzliche Hinterbliebenenrente. Im Durchschnitt betrug die Rentenhöhe je Bezieher 565 Euro monatlich. Verwitwete Männer, verwaiste Kinder und junge Witwen erhielten sogar deutlich weniger. Das geht aus einer veröffentlichten Statistik der Deutschen Rentenversicherung hervor. mehr

  • Viele sehen sich von Altersarmut bedroht

    [] Fast jeder Zweite hält es laut einer Umfrage eines Versicherers für wahrscheinlich, dass er selbst im Rentenalter von Altersarmut betroffen sein wird. Doch nur wenige wissen, was sie finanziell im Alter zu erwarten haben, wie eine weitere Studie belegt. mehr

  • Sorge um die Zukunft

    [] Zwar ist die Mehrheit der Bürger mittleren Alters aktuell mit ihrer Lebenssituation zufrieden, dennoch sorgt sich jeder Zweite um seine finanzielle Einkommenssituation im Rentenalter. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV). mehr

  • Provisionen können Elterngeld erhöhen

    [] Provisionen, die der Arbeitgeber im Bemessungszeitraum vor der Geburt des Kindes zahlt, können das Elterngeld erhöhen, wenn sie als laufender Arbeitslohn gezahlt werden. Werden Provisionen hingegen als sonstige Bezüge gezahlt, erhöhen sie das Elterngeld nicht. Das hat der 10. Senat des Bundessozialgerichts am 14. Dezember 2017 in mehreren Verfahren entschieden (B 10 EG 7/17 R u. a.). mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.