Fehlgeleitete Überweisung der Rente

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Ein Stück aus dem Leben: In Zeiten von IBAN haben viele Menschen – nicht nur Senioren – Schwierigkeiten mit den ellenlangen Kontonummern. Ein Opfer der Zahlenvielfalt war ein Rentner aus Rheinland-Pfalz, der der deutschen Rentenversicherung eine falsche IBAN mitgeteilt hatte. Der Rentenversicherungsträger überwies das Geld daraufhin an den unbekannten Kontoinhaber und wollte die Rente auch nicht wiederbeschaffen.

Vor dem Sozialgericht Koblenz bekam der Rentner nun recht (Beschluss vom 8.4.2016, Az: S 1 R 291 / 16 ER), aber nur, weil er der Versicherung noch rechtzeitig vor dem Überweisungslauf die richtige Nummer mitgeteilt hatte.

Beim Koblenzer Urteil ging es um einen ganz aktuellen Fall. Der klagende Neu-Rentner hatte im März 2016 wegen der geschilderten Fehlüberweisung keine Rente erhalten und klagte auf unverzügliche Auszahlung der Rente. Das lehnte die Versicherung mit dem Argument ab, der Betroffene sei selbst dafür zuständig, den falschen Empfänger zu ermitteln und das Geld von diesem zurückzufordern. Schließlich sei es zu der Fehlüberweisung gekommen, weil er ursprünglich eine falsche IBAN mitgeteilt habe.

Ganz falsch fand das Sozialgericht Koblenz diese Argumentation nicht. Es stellte fest, wenn Rentner die Fehlbuchung zu verantworten haben, müssen sie tatsächlich auch selbst dafür geradestehen und selbst versuchen, die falsch überwiesene Rente vom Empfänger zu erhalten (was unter Umständen nicht ganz einfach ist). Im entschiedenen Fall habe der Rentner aber noch rechtzeitig seinen Fehler korrigiert. Ergo müsse die Rentenversicherung ihm die Rente unverzüglich überweisen und sich auf die Suche nach dem verlorenen Geld machen.

Wer bislang seine Kontonummer und seine Bankleitzahl gekannt hat, kann sich die IBAN jeweils relativ einfach selbst konstruieren. Die IBAN umfasst 22 Stellen. Sie setzt sich zusammen aus einer Länderkennung – für Deutschland: DE –, einer zweistelligen Prüfziffer (eigentlich müssen Sie sich nur diese neu merken!), danach kommen die altbekannte achtstellige Bankleitzahl und die zehnstellige Kontonummer. Falls die Kontonummer nur – beispielsweise – acht Stellen hat, müssen Sie noch zwei Nullen davorsetzen.

Beispiel:

Bankleitzahl: 370 501 98, Kontonummer: 106 923 276, daraus wird: DE67 3705 0198 0106 9232 76. Ungewöhnlich ist dabei nur die – vorgeschriebene – ungewohnte Schreibweise in Vierer-Blöcken. Wie gesagt: Merken müssen Sie sich eigentlich nur die Prüfziffer und den Aufbau der IBAN. Also: Erst Länderkennung, dann Prüfziffer, dann Bankleitzahl und zum Schluss die Kontonummer.

Wenn Sie sich schwertun mit der IBAN, finden Sie auf iban-rechner.de ein kostenloses Werkzeug zur Ermittlung der Nummer.

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