Durchschnittliche Hinterbliebenenrente unter 515 €

In Deutschland erhielten im Jahre 2010 insgesamt über 5,8 Millionen Bürger eine Hinterbliebenenrente. Im Durchschnitt betrug die Rentenhöhe je Bezieher 512 € monatlich. Witwer, verwaiste Kinder und junge Witwen erhielten sogar deutlich weniger. Dies geht aus einer vor Kurzem veröffentlichten Statistik des Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) hervor.

Die Hinterbliebenenrente setzt sich aus der großen und kleinen Witwen-/Witwerrente, der Voll- und Halbwaisenrente und der Erziehungsrente zusammen. Knapp 4,9 Millionen Frauen bekamen 2010 eine große Witwenrente in Höhe von durchschnittlich 567 € monatlich. Fast 8.000 verwitwete Frauen mussten sich mit der kleinen Witwenrente in Höhe von durchschnittlich 163 € zufriedengeben. Die rund 560.000 Witwer erhielten eine große Witwerrente von 238 € und etwas über 1.000 verwitwete Männer bekamen eine kleine Witwerrente von 164 € im Durchschnitt.

Voraussetzungen für die große Witwen- oder Witwerrente

Seit 1.1.2002 beträgt die große Witwen- oder Witwerrente noch 55 Prozent der Rente wegen voller Erwerbsminderung des verstorbenen Versicherten. Für alle, die vor dem genannten Zeitpunkt geheiratet haben oder vor dem 1.1.1962 geboren wurden, gilt noch die alte Regelung mit 60 Prozent. Bei der kleinen Witwen- oder Witwerrente werden 25 Prozent der Rente des Verstorbenen wegen voller Erwerbsminderung angesetzt.

Anspruch auf die Witwen- und Witwerrente hat grundsätzlich der verbliebene Ehepartner, wenn der verstorbene gesetzlich Rentenversicherte die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt hat. Zudem darf der Witwer oder die Witwe nach dem Tod des Ehegatten nicht wieder heiraten.

Eine große Witwen- und Witwerrente erhält dabei nur der überlebende Ehegatte, der entweder das 45. Lebensjahr vollendet hat, vermindert erwerbsfähig ist oder ein Kind, das nicht älter als 18 Jahre oder behindert ist, erzieht.

Erziehungs- und kleine Witwen- und Witwerrente

Alle, die die genannten Voraussetzungen für eine große Witwen- und Witwerrente nicht haben, bekommen eine kleine Witwen- und Witwerrente. Letztgenannte wird jedoch längstens für 24 Monate nach dem Tod des Versicherten gewährt.

Weniger bekannt ist die sogenannte Erziehungsrente. Anspruch darauf haben nur selbst gesetzlich Rentenversicherte, deren Ehe nach dem 30.6.1977 geschieden wurde und deren geschiedener Ehepartner verstorben ist.

Außerdem muss der verbleibende Elternteil das eigene Kind erziehen, nicht wieder geheiratet haben und bis zum Tode des geschiedenen Ehepartners die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt haben. Weniger als 10.000 Personen in Deutschland erhielten 2010 eine entsprechende Hinterbliebenenrente in Höhe von durchschnittlich 734 €.

Hinterbliebenenrente für Kinder

Damit auch hinterbliebene Kinder Anspruch auf eine Waisenrente haben, müssen sie unter 18 Jahren sein oder aufgrund einer Behinderung nicht selbst für ihren Unterhalt aufkommen können. Für Kinder, die noch in einer Schul- oder Berufsausbildung stehen, gilt eine Altershöchstgrenze von maximal 27 Jahren. Zudem muss der verstorbene Elternteil die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt haben.

Grundsätzlich beträgt die Höhe der Vollwaisenrente 20 Prozent beziehungsweise der Halbwaisenrente 10 Prozent der Rente, die dem oder der Verstorbenen zum Zeitpunkt des Todes bei einer vollen Erwerbsminderung zugestanden hätte. Zusätzlich sind noch Zuschläge möglich, die von der Anzahl der rentenrechtlichen Zeiten des oder der Verstorbenen abhängen.

Anspruch auf eine Vollwaisenrente hat ein Kind, wenn kein unterhaltspflichtiger Elternteil mehr da ist. 2010 erhielten mehr als 8.200 Kinder eine entsprechende Hinterbliebenenrente in Höhe von durchschnittlich 322 €. Über 355.000 Heranwachsende bekamen eine Halbwaisenrente in Höhe von 155 €, nachdem ein unterhaltspflichtiger Elternteil verstorben ist.

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