Durchschnittliche Altersrente liegt unter 770 €

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(verpd) Ende 2013 erhielten knapp 17,7 Millionen Bürger in Deutschland eine Altersrente. Im Durchschnitt betrug die Rentenhöhe je Bezieher 766 € monatlich. Frauen hatten im Durchschnitt sogar deutlich weniger.

Zum Stichtag 31.12.2013 bezogen nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung 17,687 Millionen Bürger eine gesetzliche Altersrente. Deutliche Unterschiede gab es in der Höhe der ausbezahlten Rentenbeiträge. Während in Westdeutschland die Männer im Durchschnitt 1.003 € monatliche Altersrente erhielten, betrug die Rentenhöhe bei den Frauen nur 512 €. In Ostdeutschland erhielten die Männer eine durchschnittliche Altersrente von 1.096 € und die Frauen 755 €. Insgesamt betrug in Deutschland die monatliche Altersrente im Durchschnitt 766 €.

Noch niedriger ist im Durchschnitt die Rentenhöhe für alle, die 2013 erstmalig eine Altersrente bekommen haben – das waren rund 648.000 Bürger. Die monatliche Altersrente betrug bei den Rentenneuzugängen insgesamt durchschnittlich 737 €. In den alten Bundesländern erhielten die Männer im Durchschnitt 913 € monatliche Altersrente und die Frauen 505 €. In den neuen Bundesländern lag die durchschnittliche Rentenhöhe bei den Männer bei 915 € und bei den Frauen bei 786 €.

Freilich sind die üblichen Durchschnittswerte über die gesetzlichen Renten wenig aussagekräftig. In diese Durchschnittswerte gehen auch die typischerweise sehr niedrigen gesetzlichen Renten von Beamten (jeder zweite erhält neben der Pension noch eine gesetzliche Rente von durchschnittlich 450 €), Selbstständigen (nach einer mindestens 5-jährigen Angestelltentätigkeit) und Hausfrauen/Mütter (mit vielen familienbedingten Auszeiten) ein.

Welche Altersrenten es gibt

Unter den Oberbegriff der Altersrente fallen verschiedene Rentenformen der gesetzlichen Rentenversicherung. Darunter zählt die Regelaltersrente. Einen Anspruch darauf hat nur derjenige, der die Regelaltersgrenze erreicht hat und die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren – also beispielsweise so lange in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt hat – erfüllt.

Die Regelaltersgrenze lag bei Personen, die vor dem 1.1.1947 geboren sind, bei 65 Jahren. Für alle zwischen dem 1.1.1947 bis einschließlich 31.12.1963 Geborenen erhöht sie sich seit dem Jahr 2012 stufenweise von 65 auf 67 Jahre. Für Personen, die ab 1964 auf die Welt kamen, gilt die Regelaltersgrenze von 67 Jahren.

Zum Begriff Altersrente zählt auch die Altersrente für langjährig Versicherte. Diese erhalten Personen, die mindestens 35 Jahre Wartezeit in der Rentenversicherung vorweisen können und das 63. Lebensjahr vollendet haben. Eine Rente ohne Abzüge erhält zudem nur derjenige, der auch die Regelaltersgrenze erreicht hat. Weitere Altersrentenarten sind die Altersrente für Schwerbehinderte, wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit, für langjährig Beschäftigte unter Tage sowie die vorzeitige Altersrente für Frauen bis Jahrgang 1951.

Standardrente liegt weit unter bisherigem Einkommen

Wenn es um die Rentenhöhe im Alter geht, die der einzelne Bürger erwarten kann, wird von Experten oftmals auf den sogenannten Standard- oder auch Eckrentner verwiesen. Der Eckrentner ist eine fiktive Person, für die man nach dem aktuellen Stand die gesetzliche Altersrente berechnet. Der Modellrentner hat dazu die Regelaltersgrenze erreicht. Zudem hat er 45 Jahre lang bei einem Verdienst in Höhe des Durchschnittseinkommens aller in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) Versicherten in ebendiese einbezahlt.

Dass die gesetzliche Rentenabsicherung im Alter unabhängig vom Inflationsrisiko in den meisten Fällen nicht ausreichen würde, zeigt bereits das Beispiel des Eckrentners: Zum Stichtag 1.7.2014 hätte ein Eckrentner nur 1.287,45 € (West) beziehungsweise 1.187,55 € (Ost) monatliche gesetzliche Altersrente erhalten. Hiervon würden dem Modellrentner noch die Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen werden. Insgesamt würden ihm nur knapp 1.050 € bis 1.150 € monatliche Nettorente bleiben.

Der Durchschnittsverdienst eines gesetzlichen Rentenversicherten in Westdeutschland lag für 2014 jedoch bei 34.857 €, also etwas über 2.900 € brutto abzüglich Sozialversicherung, Lohn- und Kirchensteuern. Das ist je nach Familienstand und Anzahl der Kinder ein Nettogehalt zwischen 1.800 € und 2.200 €. Der Durchschnittsverdienst eines gesetzlichen Rentenversicherten in Ostdeutschland wurde mit 29.358 € angegeben, was rund 2.400 € brutto und je nach Familienstand und Anzahl der Kinder zwischen 1.550 € und 1.900 € netto entspricht.

Hohe Einkommenslücken

Vergleicht man das Einkommen eines durchschnittlichen Arbeitnehmers nun mit den Rentenansprüchen, zeigt sich, dass ein Eckrentner eine Einkommenslücke von 400 € bis 1.000 € hätte.

Noch deutlicher, wie wichtig neben der gesetzlichen Rentenversicherung eine zusätzliche Altersvorsorge ist, zeigen die oben genannten, tatsächlich durchschnittlich ausbezahlten Renten. Diese sind meist weitaus niedriger als bei einem Eckrentner, da nur die wenigsten die angenommenen Voraussetzungen eines Eckrentners in Wirklichkeit erfüllen. Folglich sind die Einkommenslücken im Alter deutlich höher.

Die Einkommenslücke als finanzielle Lücke zwischen Nettogehalt (also 100 %) und Nettorente ist natürlich immer sehr hoch. Typischerweise liegt jedoch der Finanzbedarf eines Ruheständlers nur bei 80 % des Nettogehalts, da eine Reihe von Ausgaben im Alter wegfallen (z.B. berufsbedingte Fahrtkosten, Beiträge für Altersvorsorge-Versicherungen, Hypothekenzinsen bei entschuldetem Eigenheim).

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