Die meisten leben länger als allgemein angenommen

 - 

(verpd) Wenn es nach der Einschätzung der Bürger geht, würden viele, die heute 50 Jahre oder älter sind, schon nicht mehr leben.

In einer aktuellen Befragung ließ das Marktforschungsinstitut Forsa Anfang des Jahres 1.000 Bürger schätzen, wie hoch der Anteil der noch lebenden Menschen ist, die vor 35, 50, 65 oder 80 Jahren geboren wurden. Beauftragt wurde die Umfrage von der Initiative „7 Jahre länger“ des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV).

Die Befragung zeigt, dass die Mehrheit glaubt, dass deutlich weniger Personen, die in dieser Zeit geboren wurden, noch am Leben sind, wie dies tatsächlich nach den aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis) der Fall ist.

Deutliche Fehleinschätzungen

Die Befragten nahmen an, dass 92 Prozent der vor 35 Jahren Geborenen heute noch leben. Tatsächlich sind es jedoch 98 Prozent. Bei den heute 50-Jährigen verschätzten sich die Teilnehmer der Umfrage sogar um neun Prozentpunkte. Während nämlich heute noch 94 Prozent der im Jahre 1967 Geborenen leben, glaubten die Befragten, dass es nur 85 Prozent sind.

Bei den vor 65 Jahren Geborenen gingen die Schätzungen davon aus, dass noch 74 Prozent dieses Jahrganges heute leben, laut Destatis sind es allerdings 82 Prozent.

Und auch bei den Personen vom Jahrgang 1937, also denjenigen, die in 2017 80 werden, lagen die Schätzungen daneben. Die Befragten waren der Ansicht, dass nur 51 Prozent dieser Personen noch leben, tatsächlich sind es jedoch 54 Prozent.

Jede Generation lebt länger als die vorherige

Die Fehleinschätzungen sind laut GDV in der rasanten Entwicklung der Lebenserwartung begründet. Statistisch gesehen steigt jedes Jahr die Lebenserwartung um rund drei Monate Lebenszeit an. Dies hat zur Folge, dass jede Generation rund 7,5 Jahre länger lebt als die vorherige.

Wer jedoch länger lebt, kann auch mit einer längeren Rentendauer rechnen und braucht demnach für längere Zeit ein entsprechendes Alterseinkommen, um den eigenen Ruhestand sorgenfrei genießen zu können. Doch das Rentenniveau, also die Höhe der Rente im Vergleich zum bisherigen Verdienst, liegt bereits jetzt bei unter 48 Prozent und wird unter anderem laut der Deutschen Rentenversicherung noch weiter auf rund 44 Prozent sinken. Außerdem nimmt mit steigendem Alter statistisch auch die Wahrscheinlichkeit zu, ein Pflegefall zu werden.

Weitere News zum Thema

  • Warum die Lebenserwartung nicht überall gleich steigt

    [] (verpd) Können Menschen eines Tages bis zu 150 Jahre alt werden oder gibt es eine biologische Grenze? Und wann wird die französische Rekordhalterin Jeanne Calment, die nachweislich 122 Jahre und 146 Tage alt wurde, abgelöst? Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung hat mit einer Studie versucht, Antworten zu finden und aufzuzeigen, wie sich die soziale Spaltung auf die Lebenserwartung auswirkt. mehr

  • Rentenansprüche bei Ausbildungsplatzsuche sichern

    [] (verpd) Bereits die Zeit der Ausbildungssuche kann für die späteren Rentenansprüche wichtig sein. Daher ist es wichtig, dass 17- bis 25-Jährige, die nach Beendigung der Schule nicht sofort eine Ausbildung beginnen, sich bei der Agentur für Arbeit ausbildungssuchend melden. mehr

  • Wann die Deutschen in Rente gehen

    [] (verpd) 2016 bezogen über 783.700 Bundesbürger erstmals eine gesetzliche Altersrente – sie waren nach Zahlen der Deutschen Rentenversicherung jedoch im Durchschnitt rund zwei Jahre älter als die Rentenbezieher, die vor 20 Jahren erstmals in den Ruhestand gingen. Mehr als jeder Vierte ging vorzeitig in Rente und musste dafür im Schnitt fast acht Prozent weniger Rente in Kauf nehmen. mehr

  • Rentenbezug erreicht neue Rekordlänge

    [] (verpd) Die durchschnittliche Bezugslänge von Altersrenten ist auch in 2016 weiter angestiegen. Nach Daten der Deutschen Rentenversicherung erhalten Rentenbezieher im Durchschnitt fast 21 Jahre lang eine Altersrente, das sind rund zwei Jahre mehr als noch vor zehn Jahren. Im Detail betrug die durchschnittliche Rentenbezugsdauer letztes Jahr bei den Männern knapp 19 Jahre und bei den Frauen fast 23 Jahre. mehr

  • Rentenlücke von Frauen schließt sich nur langsam

    [] (verpd) Männer haben statistisch gesehen nicht nur ein höheres Erwerbseinkommen, sondern auch deutlich höhere Altersbezüge aus der gesetzlichen, privaten und betrieblichen Altersvorsorge, wie Aussagen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zeigen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.