Deutschland altert immer weiter

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(verpd) Nach aktuellen Hochrechnungen des Statistischen Bundesamts (Destatis) wird die Bevölkerungszahl bis Ende 2021 um knapp eine Million auf rund 81,9 Millionen steigen, um danach bis 2060 kontinuierlich wieder auf gut 67 bis 73 Millionen Menschen abzunehmen. Die Alterung der deutschen Gesellschaft werde dabei auch durch die Zuzüge nicht aufgehalten werden, so die Statistiker.

Die Bevölkerungszahl in Deutschland wird – unter der Annahme von sich fortsetzenden hohen Wanderungsgewinnen – von 81,05 Millionen Ende 2014 auf 81,90 Millionen bis Ende 2021 steigen. Bis zum Jahr 2060 wird die Bevölkerung kontinuierlich bis auf 73,08 Millionen Menschen (höhere Zuwanderung) beziehungsweise rund 67,6 Millionen (niedrigere Zuwanderung) abnehmen.

Dies zeigen neueste Hochrechnungen des Statistischen Bundesamts (Destatis) zur Bevölkerungsentwicklung auf Grundlage der 13. koordinierten Bevölkerungs-Vorausberechnung.

Zwei Varianten

Wie Destatis weiter mitteilte, vollzieht sich das Bevölkerungswachstum bis zum Jahr 2021 allerdings nur in den alten Bundesländern sowie in Berlin. Die Bevölkerung in den Flächenländern der neuen Bundesländer dürfte stetig schrumpfen. Die Statistiker wiesen darauf hin, dass es sich bei den Vorausberechnungen nicht um eine Prognose, sondern nur um Wenn-dann-Aussagen handele.

Betrachtet werden zwei Szenarien: In Variante eins wird ein Abflachen der derzeit hohen Wanderungsgewinne von netto 500.000 Personen bis auf 100.000 im Jahr 2021 unterstellt. Danach wird mit einem stetigen Wanderungssaldo von 100.000 Personen gerechnet.

In der Variante zwei sinken die Wanderungsgewinne bis 2021 auf jährlich 200.000 und verharren dann auf diesem Niveau. Die Geburtenrate wird konstant bei 1,4 Kindern je Frau unterstellt, wobei Frauen immer später ihr erstes Kind bekommen dürften.

Jeder dritte Ostdeutsche ist 2030 bereits über 64 Jahre alt

Die Bevölkerung in den ostdeutschen Flächenländern wird nach den Berechnungen in den kommenden 20 Jahren stark altern. So werde der Anteil der über 64-Jährigen an der Gesamtbevölkerung von 24 Prozent im Jahr 2013 bis zum Jahr 2030 mindestens auf 32 Prozent anwachsen, um dann bis zum Jahr 2060 auf mindestens 34 Prozent weiter anzusteigen.

Damit wäre dort jeder dritte Bewohner über 64 Jahre alt. Dass sich das gesetzliche Renteneintrittsalter und damit auch das erwerbsfähige Alter in den kommenden Jahren sukzessive auf 67 Jahre erhöht, haben die Statistiker nicht in ihre Berechnungen einbezogen. Zugleich werde die Bevölkerungszahl in den fünf Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen von 12,5 Millionen im Jahr 2013 auf etwa neun Millionen im Jahr 2060 kontinuierlich sinken, rechnete Destatis weiter vor.

Zugleich würde die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter (von 20 bis 64 Jahre) von rund acht Millionen auf rund fünf Millionen abnehmen. Unter der Annahme einer schwächeren Zuwanderung würde die Bevölkerung im Erwerbsalter sogar um 44 Prozent auf vier Millionen im Jahr 2060 sinken.

Stadtstaaten erweisen sich als Bevölkerungsmagnet

Von den Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg werden vor allem Berlin und Hamburg von Zuzügen profitieren. Insgesamt dürfte die Bevölkerung in den Stadtstaaten bis Ende der 2040er-Jahre im Vergleich zu 2013 um elf Prozent auf 6,5 Millionen zunehmen und dann bis 2060 relativ stabil auf diesem Niveau bleiben.

Bei schwächerer Zuwanderung dürfte die Bevölkerungszahl bis zum Jahr 2028 um sechs Prozent wachsen und anschließend bis 2060 auf knapp sechs Millionen zurückgehen.

In den westlichen Flächenländern wird ein Bevölkerungswachstum von ein bis zwei Prozent bis Anfang der 2020er-Jahre unterstellt. Bis zum Jahr 2060 werde die Einwohnerzahl im Vergleich zu den 62 Millionen im Jahr 2013 auf 53 Millionen bei schwächerer Zuwanderung oder 57 Millionen Menschen bei stärkerer Zuwanderung sinken.

Auswirkungen auf Altersversorgungs-Systeme

Die Lebenserwartung bei Geburt dürfte sich bis zum Jahr 2060 bei Männern um sieben Jahre und bei Frauen um sechs Jahre erhöhen. Sollte die Lebenserwartung tatsächlich in dem unterstellten Ausmaß weiter zunehmen, hätte dies erhebliche Konsequenzen für das Rentensystem aber auch hinsichtlich der Pflegeabsicherung.

Denn wer länger lebt, kann auch mit einer längeren Rentendauer rechnen und braucht länger ein entsprechendes Alterseinkommen, um den eigenen Ruhestand sorgenfrei genießen zu können. Mit steigendem Alter nimmt statistisch auch die Wahrscheinlichkeit zu, ein Pflegefall zu werden.

Für den Einzelnen ist es daher wichtig, schon frühzeitig an eine finanzielle Absicherung für das Alter sowie für den Fall einer eintretenden Pflegebedürftigkeit zu denken.

Geldwerte Ratschläge zur Altersvorsorge lesen Sie in unserem Finanzratgeber Ruhestandsplanung .

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