Dem deutschen Rentensystem fehlt die Nachhaltigkeit

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Deutschland schneidet in einem internationalen Vergleich bei der Rente nur durchschnittlich ab. Nachholbedarf gibt es bei der Erhöhung des Renteneintrittsalters und bei der Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung.

Alljährlich vergleichen die Beratungsgesellschaft Mercer und das "Australian Centre for Financial Studies" die Rentensysteme von 25 ausgewählten Ländern der Welt ("Melbourne Mercer Global Pension Index 2014"). Deutschland landete in diesem Jahr lediglich auf dem elften Platz.

Im Vergleich dazu haben Dänemark, Australien und die Niederlande die besten Rentensysteme. Bei der Bewertung wurden das Versorgungsniveau, die staatliche Aufsicht und die Nachhaltigkeit berücksichtigt.

Grund für die schlechte Bewertung des deutschen Rentensystems sei dessen mangelhafte Nachhaltigkeit. Deutschland sei nicht ausreichend auf die demografischen Veränderungen der kommenden Jahrzehnte vorbereitet, monieren die Autoren.

Zur Abhilfe machen sie fünf Vorschläge:

  • Erhöhung des Renteneintrittsalters,

  • höhere Rentenbezüge für Geringverdiener,

  • Anhebung der Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer,

  • Verbesserung der Kommunikation an die Leistungsempfänger und

  • bessere Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung.

Bewegung in die falsche Richtung

Achim Lüder, Geschäftsführer von Mercer Deutschland, kommentierte: "Platz elf von 25 ist sicherlich kein schlechtes Ergebnis für Deutschland. Der relativ hohe Punkteabstand zur Spitze, etwa zu den skandinavischen Systemen, zeigt allerdings, dass es noch viel zu tun gibt. Momentan sehen wir einiges an Bewegung in Deutschland – nur geht diese nicht unbedingt immer in die richtige Richtung."

Hierzulande würden im Bereich der so wichtigen betrieblichen Altersversorgung einige Vorstöße aus Berlin und Vorgaben aus Brüssel mittel- und langfristig zu höherem Verwaltungsaufwand und auch weiteren Kosten für die Arbeitgeber führen, sagte Lüder weiter. So würden Unternehmen dauerhaft davon abgeschreckt, ihren Mitarbeitern eine bAV anzubieten. Gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen käme hinzu, dass die zusätzliche Vorsorge überhaupt nicht als notwendig angesehen werde und die Arbeitnehmer sie nicht einforderten.

Solange die Politik mit Neuerungen in der gesetzlichen Rente wie der Rente mit 63 falsche Signale setze, werde sich daran auch nichts ändern, meinte Lüder.

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