Damit die Rente kalkulierbar wird

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(verpd) Immer noch ist die Meinung weit verbreitet, dass für die Höhe der gesetzlichen Rente insbesondere die letzten Jahre entscheidend sind. Das stimmt jedoch so nicht. Denn zum einen ist es wichtig, wie lange ein gesetzlich Rentenversicherter in die gesetzliche Rentenversicherung (GRV) eingezahlt hat. Zum anderen hängt die endgültige Rentenhöhe letztendlich auch von der Höhe der gezahlten Rentenversicherungsbeiträge in jedem einzelnen Jahr ab.

Um einen Anspruch auf eine Leistung aus der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) zu haben, muss der Versicherte für eine bestimmte Zeit Beiträge gezahlt haben. Zum Beispiel, nur wer in den letzten fünf Jahren vor Eintritt einer Erwerbsminderung gesetzlich rentenversichert war und zudem mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit entrichtet hat, hat Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente.

Für die fünfjährige Wartezeit, auch allgemeine Wartezeit genannt, muss der Versicherte zwar nicht zwingend selbst Rentenbeiträge an die GRV beispielsweise als Arbeitnehmer entrichten. Denn auch Kindererziehungszeiten, Zeiten der nicht erwerbsmäßigen häuslichen Pflege und freiwillige Beitragszeiten zählen hier bereits als Wartezeit. Anders bei den genannten drei Jahren Pflichtbeiträgen. Hier muss der Versicherte innerhalb der fünfjährigen Wartezeit für mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge, also beispielsweise den Rentenversicherungs-Beitrag als Arbeitnehmer, zahlen.

Rentenhöhe

Die Höhe der Rente hängt insbesondere von der Höhe der einbezahlten Beiträge in die GRV ab, denn daraus errechnen sich die Entgeltpunkte. Ein Entgeltpunkt für ein Jahr Beitragszahlung erhält ein Versicherter, wenn das Einkommen, aus dem die GRV-Beiträge errechnet und bezahlt wurden, dem durchschnittlichen Einkommen aller in der GRV Versicherten entspricht. Für 2013 liegt der Durchschnittsverdienst der GRV-Versicherten bei 34.071 €.

Liegt das individuelle Einkommen und damit die bezahlten GRV-Beiträge höher, erhält der Versicherte einen höheren Entgeltpunktwert, ist es niedriger, liegt auch der Entgeltpunkt niedriger. Wer also nur halb so viel verdient wie der Durchschnitt der GRV-Versicherten, bekommt als Versicherter für dieses Jahr nur 0,5 Entgeltpunkte gutgeschrieben.

Die Rentenformel

Die Rentenformel für die Altersrente lautet: monatliche Rentenhöhe = Entgeltpunkte x aktueller Rentenwert x Zugangsfaktor x Rentenartfaktor

Der aktuelle Rentenwert eines Entgeltpunktes beträgt seit Juli 2012 bis zum 30.6.2013 28,07 € (West) und 24,92 € (Ost) monatliche Rente. Der Zugangsfaktor ist normalerweise 1, außer der Versicherte geht vor oder nach der vorgegebenen Regelaltersgrenze in Rente, dann erhöht oder vermindert er sich. Der Rentenartfaktor hängt von der Art der Rente ab. Er beträgt für die Altersrente beispielsweise 1.

Kostenlose Informationen

Mehr Informationen zur gesetzlichen Rente, wie sich beispielsweise eine Berufsausbildung, Kindererziehungszeiten oder auch Arbeitslosigkeit auf die gesetzlichen Rentenansprüche auswirken, bietet die neu vom Deutschen Rentenversicherung Bund herausgegebene und kostenlos im Internet als PDF-Datei herunterladbare Broschüre „Rente, jeder Monat zählt“.

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