Renten-Pläne kosten fast 1,5 Billionen Euro

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Der Bundestagswahlkampf kommt in die heiße Phase, und die Parteien werben besonders vehement um eine spezielle Wählerschicht: die Zielgruppe 60 plus.

Die Generation ab 60 Jahren stellt mehr als jeden dritten Wahlberechtigten – die Generation unter 30 nur knapp ein Sechstel. Sind wir in der Rentnerdemokratie angekommen, vor der schon 2008 der damalige Bundespräsident Roman Herzog warnte?

Die Parteien tun tatsächlich einiges, um es den Älteren recht zu machen. Mit ihren Rentengesetzen hat die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD ihre Legislaturperiode umklammert: Stand zu Beginn das Rentenpaket unter anderem mit der abschlagsfreien Rente ab 63, so verabschiedeten Union und SPD in diesem Sommer die Ost-West-Rentenangleichung und Verbesserungen für künftige Betriebsrentner.

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Teure Wahlversprechen

Die SPD stellt die Rente mit ins Zentrum ihres Gerechtigkeitswahlkampfs. Die CDU sieht zwar wenig aktuellen Reformbedarf bei der Altersvorsorge, verspricht den Rentnern aber angemessene Einkommen und will eine Rentenkommission einsetzen. Die CSU fordert die Erhöhung der Mütterrente um einen weiteren Entgeltpunkt. Die Linke will eine Mindestrente von 1050 Euro einführen, die Grünen eine stärkere gesetzliche Rente als Bürgerversicherung für alle Berufsgruppen.

Die FDP möchte allen Älteren einen flexiblen Übergang in den Ruhestand ermöglichen. Dazu will sie das gesetzliche Renteneintrittsalter und die Hinzuverdienstgrenzen abschaffen.

Die AfD ist die einzige der Parteien mit Aussicht auf den Einzug in den künftigen Bundestag, die eine deutliche Rentenverschlechterung einführen möchte: Eine abschlagsfreie Altersrente soll es laut den Rechtspopulisten erst nach 45 Beitragsjahren geben. Das würde zu erheblichen Rentenkürzungen vor allem bei Akademikern führen.

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Bild-Zeitung: "Fast 1,5 Billionen Euro kosten die Renten-Wahlversprechen von SPD und Union"

Die Bild-Zeitung warnt: "Wird das alles wahr, wird's richtig teuer!" Die Zeitung stützt sich dabei auf eine Auswertung des Instituts Prognos im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

Die von der CSU geforderte Anhebung der Mütterrente (plus 31,03 Euro monatlich pro Kind im Westen und plus 29,69 Euro monatlich pro Kind im Osten) kostet bis 2045 rund 171 Milliarden Euro. Größter Gewinner wären Mütter des Jahrgangs 1953 mit insgesamt 7.900 Euro mehr Rente bis zum Jahr 2045.

Die SPD möchte das Rentenniveau von 48 Prozent des Durchschnittsgehalts sichertn und die Rentenbeiträge bei 22 Prozent begrenzen. Das würde 1,25 Billionen Euro kosten. Größter Gewinner: der Jahrgang 1964 mit 30.748 Euro plus bis zum Jahr 2045.

Fazit: Bei einem SPD-Wahlsieg profitiert die Babyboomer-Generation, bei einem Sieg der Union die Älteren. Freilich: Was tatsächlich zur Gesetzeswirklichkeit werden könnte, lässt sich erst nach der Wahl am 24. September beurteilen.

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