Besteuerung der Mütterrente

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Wer dank der höheren Bewertung von Kindererziehungszeiten mehr Rente bekommt, muss nicht die komplette Erhöhung versteuern, sondern lediglich den Anteil der Erhöhung, der sich nach Abzug des ebenfalls erhöhten Rentenfreibetrags der Bestandsrente ergibt. Dessen Höhe hängt vom Jahr des Rentenbeginns und der Rentenhöhe ab.

Seit 1.7.2014 kann in der gesetzlichen Rentenversicherung für Mütter oder Väter, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, ein zusätzliches Jahr mit Kindererziehungszeiten angerechnet werden. Durch diese sogenannte Mütterrente kann sich eine Alters-, Erwerbsminderungs- oder Hinterbliebenenrente erhöhen. Bei der Mütterrente handelt es sich also nicht um eine eigene Rentenart, sondern um einen Teil der Leibrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Für am 1.7.2014 bereits bestehende Renten muss aufgrund der Mütterrente die Bestandsrente nicht vollständig neu festgestellt werden, es ergibt sich also kein neuer Rentenbeginn. Steuerlich handelt es sich bei der Rentenerhöhung durch die Mütterrente nicht um eine regelmäßige Rentenanpassung, sondern es handelt sich um eine außerordentliche Neufestsetzung des Jahresbetrags der Rente.

Das bedeutet zweierlei:

  • Der Rentenfreibetrag, also der steuerfreie Anteil der Rente, wird neu berechnet. Er wird um den steuerfreien Anteil der Mütterrente erhöht. Maßgebend für den Besteuerungsanteil der Mütterrente ist das Jahr des Rentenbeginns der Bestandsrente. Bei Rentenbeginn z.B. vor 2006 beträgt der Besteuerungsanteil der Mütterrente 50 Prozent – wie auch bei der ursprünglichen Rente.

  • Anders als die Rentenerhöhungsbeträge durch die regelmäßige Rentenanpassung sind die Rentenerhöhungsbeträge durch die Mütterrente nicht in voller Höhe steuerpflichtig.

Entsteht durch die verbesserte rentenrechtliche Anerkennung von Kindererziehungszeiten erstmals ein Rentenanspruch, kann der Rentenbeginn für diese Rente frühestens der 1.7.2014 sein.

In diesem Fall wird der steuerpflichtige Anteil der Rente ganz normal berechnet: Bei Rentenbeginn im Jahr 2014 beträgt der maßgebliche Besteuerungsanteil 68 Prozent der Rente. Der steuerfreie Anteil von 32 Prozent wird als Rentenfreibetrag für die gesamte Dauer des Rentenbezugs festgeschrieben. Bemessungsgrundlage für den Rentenfreibetrag ist dann der Jahres-Rentenbetrag im Jahr 2015.

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