Arbeitslosigkeit mindert Rentenansprüche

 - 

(verpd) Zwar sind arbeitslose Bundesbürger, die von der Agentur für Arbeit Arbeitslosengeld erhalten, weiterhin in der gesetzlichen Rentenversicherung abgesichert. Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung werden vom Amt jedoch nur bezahlt, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen. Und auch dann mindert die erwerbslose Zeit die Rentenhöhe, wie der Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) mitteilt.

Für alle Bundesbürger, die im letzten Jahr vor dem Bezug von Arbeitslosengeld I auch nur kurze Zeit rentenversicherungspflichtig waren, zahlt die Agentur für Arbeit automatisch Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung ein.

Diese Beiträge erhöhen zwar die künftige Rente, allerdings nicht in dem Umfang, wie es bei einer vor dem Jobverlust ausgeübten versicherten Beschäftigung der Fall gewesen wäre.

Rentenversichert trotz Arbeitslosigkeit

Der Grund: Die Minderung der Rentenversicherungs-Beiträge, welche die Agentur für Arbeit übernimmt, beträgt im Vergleich zum Beitrag, den der Einzelne in die gesetzliche Rentenversicherung vor seiner Arbeitslosigkeit einzahlte, nämlich 20 Prozent. Personen, die Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben, werden rentenrechtlich so gestellt, als wenn sie mit 80 Prozent ihres bisherigen monatlichen Bruttoarbeitsverdiensts weiterarbeiten würden.

Konkret: Wer bisher ein Bruttojahresgehalt von knapp 34.100 € – das entspricht dem Durchschnittsverdienst aller gesetzlich Rentenversicherten in 2013 – bezogen hatte, zahlte seit 2013 zusammen mit dem Arbeitgeber 537,08 € an monatlichen Rentenversicherungs-Beiträgen. Im Falle einer Arbeitslosigkeit würde die Agentur für Arbeit nur noch 429,66 € an die gesetzliche Rentenversicherung zahlen.

Damit würde sich bei einer einjährigen Arbeitslosigkeit die künftige Rentenhöhe im Vergleich zu einem Beschäftigten, der weiterhin das genannte Bruttogehalt verdient, um fast sechs Euro pro Monat in den alten und circa fünf Euro in den neuen Bundesländern mindern.

Hartz IV: Keine gesetzliche Rentenversicherung

Bezieher von Arbeitslosengeld II, auch Hartz IV genannt, sind seit dem 1.1.2011 nicht mehr in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert und bekommen daher auch keine Rentenversicherungs-Beiträge mehr gutgeschrieben. Sie erhalten für diese Zeit gegebenenfalls eine Anrechnungszeit ohne Bewertung, was zumindest die künftige Rentenhöhe indirekt beeinflussen kann.

Weitere Informationen zum Thema Arbeitslosigkeit und gesetzliche Rentenversicherung gibt es in der kostenlosen Broschüre „Arbeitslos – Was Sie beachten sollten“, die bei der Deutschen Rentenversicherung Bund als Printversion bestellt oder im PDF-Format im Internet heruntergeladen werden kann. Detaillierte Auskünfte können bei den Beratungsstellen oder beim kostenfreien Servicetelefon 0800/10004800 der Deutschen Rentenversicherung eingeholt werden.

Niedrige Rentenansprüche

Doch auch Arbeitnehmer, die während ihrer aktiven Beschäftigungszeit nie arbeitslos waren, müssen damit rechnen, dass sie im Vergleich zu ihrem letzten Nettoverdienst erheblich weniger Altersrente bekommen. 2012 lag der Durchschnitts-Bruttoverdienst eines gesetzlich Rentenversicherten bei rund 2.700 € im Monat – das wären bei einem Verheirateten rund 1.955 € netto.

Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung lag die durchschnittliche Höhe der Altersrente für Rentenbezieher nach Abzug der Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung in Westdeutschland bei monatlich 716 € und in Ostdeutschland bei 853 €. Hoch sind jedoch die Unterschiede zwischen Mann und Frau. In den alten Bundesländern haben die Männer durchschnittlich monatlich 987 € und die Frauen nur 495 € erhalten. In den neuen Bundesländern waren es 1.058 € bei den Rentnern und 711 € bei den Rentnerinnen.

Die richtige Planung

Neben der gesetzlichen Absicherung ist daher eine zusätzliche Altersvorsorge notwendig, um den bisherigen Lebensstandard auch im Rentenalter halten zu können. Doch um eine entsprechende Altersvorsorge angemessen zu planen, ist es grundsätzlich wichtig zu wissen, wie groß die individuelle Rentenlücke – also die Differenz zwischen dem letzten Nettogehalt und der gesetzlichen Rente – sein wird.

Weitere News zum Thema

  • Seit 1.1.2017: Änderungen in der gesetzlichen Rentenversicherung

    [] (verpd) In der gesetzlichen Rentenversicherung änderte sich zum 1. Januar 2017 einiges. So wurden die reguläre Altersgrenze und diejenige für die abschlagsfreie Rente ab 63 Jahre weiter angehoben. Auch die Beitragsbemessungs-Grenzen sind seit Jahresanfang höher, wodurch Arbeitnehmer mit einem Verdienst oberhalb der neuen Grenzen mehr Rentenbeitrag zahlen müssen. mehr

  • Seit 1.1.2017: Rentenbeginn flexibilisiert

    [] Am 1.1.2017 ist die Flexirenten-Reform in Kraft getreten. Sie soll dafür sorgen, dass künftig mehr Arbeitnehmer auch im (vorgezogenen) Ruhestand noch arbeiten oder sogar über die Regelaltersgrenze hinaus noch ihrem Betrieb erhalten bleiben. mehr

  • Worauf Rentner bei einem Wohnortwechsel achten sollten

    [] (verpd) Wer als Rentner den Wohnort dauerhaft wechselt und seine neue Postanschrift nicht dem für ihn zuständigen Rentenversicherungsträger mitteilt, muss damit rechnen, dass die Auszahlung seiner Altersbezüge eingestellt wird. Können nämlich Briefe des Rentenversicherungsträgers nicht zugestellt und die neue Adresse nicht ermittelt werden, wird die Rente nicht mehr überwiesen. mehr

  • So niedrig ist die Erwerbsminderungsrente

    [] (verpd) Ist ein gesetzlich Rentenversicherter aufgrund eines Unfalles oder einer Krankheit nicht mehr oder nur im eingeschränktem Maße fähig, irgendeiner Erwerbstätigkeit nachzugehen, bekommt er unter Umständen eine Erwerbsminderungsrente. Insgesamt beziehen knapp 1,8 Millionen Betroffene derzeit eine Erwerbsminderungsrente. Trotz einer vollen Erwerbsminderung erhielten die Betroffenen letztes Jahr im Durchschnitt jedoch keine 750 Euro Erwerbsminderungsrente. In den meisten Fällen ist das zu wenig, um das durch die verminderte Erwerbsfähigkeit entgangene Einkommen zu kompensieren. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.