Arbeit im Rentenalter: Das gilt in der Sozialversicherung

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Was gilt bei Arbeit im Rentenalter bei der Sozialversicherung? In welchen Sozialversicherungszweigen müssen Arbeitnehmer dann Beiträge zahlen? Und wie steht es mit den möglichen Leistungen?

Die folgenden Ausführungen zeigen, dass zwischen den beiden Flexi-Renten-Modellen Rente plus Beschäftigung und Beschäftigung ohne Rentenantrag unterschieden werden muss.

Was gilt bei Weiterarbeit statt Rente?

  • Rentenversicherung

    Wer noch keine Rente bezieht, ist bei einer abhängigen Beschäftigung, die über einen 450-Euro-Job hinausgeht, auch in höherem Alter beitragspflichtig (ebenso der Arbeitgeber). Es müssen also die normalen Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung abgeführt werden. Die Beiträge werden je zur Hälfte vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer getragen.

    Versicherungsfrei (und damit auch nicht durch Beiträge belastet) sind lediglich diejenigen, die schon vorher – also bis zum Erreichen der Altersgrenze für die Regelaltersrente – nicht rentenversichert waren oder nach Erreichen dieser Altersgrenze eine Beitragserstattung aus ihrer Rentenversicherung erhalten haben.

  • Arbeitslosenversicherung

    Nach § 28 Abs. 1 SGB III sind Personen, die das Regelrentenalter erreichen, mit Ablauf des Monats, in dem sie das maßgebliche Lebensjahr vollenden, versicherungsfrei, sie müssen also keine Beiträge (mehr) an die Arbeitslosenversicherung abführen. Die Arbeitgeber müssen allerdings weiterhin ihren Arbeitgeberanteil für die Betroffenen entrichten (§ 346 Abs. 3 SGB III). Dadurch soll vermieden werden, dass die Senioren-Beschäftigung für Betriebe attraktiver wird.

    Auch die Leistungen der Arbeitslosenversicherung gibt es nur bis zum regulären Rentenalter. § 117 Abs. 2 SGB III bestimmt nämlich, dass Arbeitnehmer, die das für die Regelaltersrente erforderliche Lebensjahr vollendet haben, vom Beginn des folgenden Monats an keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. Das bedeutet: Mit dem schrittweisen Übergang zur Rente mit 67 wird auch die Altersgrenze der Arbeitslosenversicherung schrittweise angehoben.

  • Kranken- und Pflegeversicherung

    Hier sind auch Arbeitnehmer im Rentenalter stets versicherungspflichtig, wenn die Grenzen für eine geringfügige Beschäftigung überschritten werden (ebenso der Arbeitgeber).

    Hinsichtlich des Bezugs von Krankengeld bzw. des Anspruchs auf Krankengeld gilt für diejenigen, die im regulären Rentenalter noch keine Altersrente beantragen, Folgendes: Das Krankengeld fällt auch mit dem Erreichen des Regelrentenalters dann nicht automatisch fort. § 51 Abs. 2 SGB V regelt vielmehr, dass die Krankenkasse Krankengeldbeziehern, die die Voraussetzungen für den Bezug der Regelaltersrente erfüllen, eine Frist von zehn Wochen setzen (kann), innerhalb der sie den Antrag auf diese Leistung zu stellen haben. Wird der Rentenantrag dann nicht gestellt, entfällt nach Absatz 3 der Anspruch auf Krankengeld mit Ablauf der Frist.

Was gilt bei Arbeit neben dem Bezug von Rente?

  • Rentenversicherung

    Wer bereits eine volle Altersrente (egal ob vorzeitig oder regulär) aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhält, ist versicherungsfrei, muss also keine Beiträge mehr an die gesetzliche Rentenversicherung abführen. Allerdings: Der Arbeitgeber muss den Beitragsanteil tragen, den er zahlen müsste, wenn die Beschäftigung versicherungspflichtig wäre (§ 172 SGB VI).

    Wer vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze jedoch wegen der Anrechnung von Arbeitseinkommen auf die Rente nur eine Teilrente erhält, dessen Beschäftigung (in der Regel handelt es sich um eine Teilzeitbeschäftigung) ist versicherungspflichtig.

    Bei Erwerbsminderungsrenten gilt: Wird neben der Rente eine mehr als geringfügige Beschäftigung ausgeübt, so ist diese versicherungspflichtig (ohnehin wird die Rente dann meist nur als Teilrente ausgezahlt).

  • Arbeitslosenversicherung

    Ob mit oder ohne Rentenbezug: Beschäftigungen von Arbeitnehmern im Rentenalter gelten als versicherungsfrei (gilt nicht für den Arbeitgeber). Das Gleiche gilt bei Bezug eines vorzeitigen Altersruhegelds vor dem 65. Lebensjahr als Vollrente. Allerdings: Wenn jemand nur eine Teilrente bezieht, gilt dessen Arbeit als versicherungspflichtig. Wer den Teilzeitjob verliert, hat bis zum Erreichen des 65. Lebensjahrs (genau: bis zum Ende des Monats, in dem dieses Alter erreicht wird) Anspruch auf Arbeitslosengeld.

  • Kranken- und Pflegeversicherung

    Soweit die Beschäftigung über die 450-Euro-Grenze hinausgeht, ist die Arbeit im Regelfall versicherungspflichtig. Da Bezieher einer Altersvollrente allerdings keinen Anspruch auf Krankengeld haben (§ 50 Nr. 1 SGB V), fällt für die Betroffenen nur der ermäßigte Beitragssatz von derzeit 14,3 % an. 7,6 Prozentpunkte trägt dabei der Arbeitnehmer und 6,7 Prozentpunkte der Arbeitgeber.

    Bezieher einer Altersteilrente haben dagegen bei längerer Krankheit, die über den Entgeltfortzahlungszeitraum des Arbeitgebers hinausgeht, Anspruch auf Krankengeld. Für sie gilt daher der ganz normale allgemeine Beitragssatz.

    Bei der Pflegeversicherung gilt hinsichtlich der Versicherungspflicht Entsprechendes. Bei den Beiträgen gibt es keine Unterschiede gegenüber jüngeren Arbeitnehmern.

Arbeit im Rentenalter: Sozialversicherungsbeiträge bei Arbeit neben Rentenbezug bzw. Weiterarbeit ohne Rentenantrag

Status

Kranken- und Pflegeversicherung

Rentenversicherung

Arbeitslosenversicherung

ohne Rentenantrag sozialversicherungspflichtig weiterbeschäftigt

versicherungspflichtig

normale Beiträge – paritätisch Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Arbeitnehmer
versicherungsfrei; Arbeitgeber muss seinen Beitrag
zahlen

Bezug einer gesetzlichen Rente und sozialversicherungspflichtige
Beschäftigung

versicherungspflichtig (ermäßigter Beitragssatz)

versicherungsfrei, aber bei Teilrentenbezug besteht Versicherungspflicht; der Arbeitgeber muss seinen Beitrag zahlen

Arbeitnehmer
versicherungsfrei – Arbeitgeber muss seinen Beitrag zahlen; bei Teilrentenbezug
versicherungspflichtig

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