Anzahl der Minijobber im Rentenalter deutlich gestiegen

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(verpd) Zwischen 2005 und 2015 ist die Zahl der Minijobber im Rentenalter um über ein Drittel auf knapp eine Million angewachsen. Ein Grund dafür ist für einige auch, dass sie den Zusatzverdienst zusätzlich zur gesetzlichen Rente für ihren Lebensunterhalt benötigen.

Ende 2015 haben rund 943.000 Senioren im Alter von über 65 Jahren ausschließlich einen Minijob ausgeübt. In den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl um ein gutes Viertel gestiegen, seit 2005 sogar um insgesamt mehr als 35 Prozent. Darunter waren Ende des vergangenen Jahres 176.000 Personen, die 75 Jahre und älter sind. 2005 waren es nicht einmal halb so viele.

Dies teilte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) einem Abgeordneten einer Oppositionspartei in Beantwortung einer schriftlichen Anfrage unter Bezug auf Angaben der Bundesagentur für Arbeit mit.

Fast jeder fünfte Minijobber ist im Rentenalter

Nach den von der Parlamentarischen Staatssekretärin im BMAS, Anette Kramme, zusammengestellten Zahlen gab es Ende 2015 insgesamt 5.005.160 Minijobber. Hinzu kamen im Nebenjob geringfügig Beschäftigte, deren Zahl bei 2.574.021 lag. Einen Minijob im Nebenjob übten nur 20.609 Personen im Alter von über 65 Jahren aus. Dafür befindet sich aber fast jeder fünfte ausschließliche Minijobber im Rentenalter. Bezogen auf die Bevölkerung im Alter von über 65 Jahren entspricht dies einer Quote von 5,4 Prozent.

Die Gründe, warum Rentenbezieher weiterhin mit Arbeit hinzuverdienen, sind vielfältig. Für den Abgeordneten, der die Anfrage stellte, arbeiten diese Menschen nicht aus Spaß, sondern weil die Rente nicht zum Leben reicht. Für das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. (IW Köln) zeigt diese Entwicklung hingegen, dass sich viele Rentner noch fit fühlen und Spaß am Job haben.

Das IW Köln beruft sich dabei unter anderem auf eine vor rund sechs Jahren erstellte Umfrage, die als Datenquelle für eine zwei Jahre später veröffentlichten Studie des Statistischen Bundesamtes (Destatis) diente. Demnach arbeiteten 55 Prozent der Rentner, um sich mit dem Geld Extrawünsche erfüllen zu können. 36 Prozent benötigen nach eigenen Angaben das zusätzliche Geld unbedingt, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Für neun Prozent der Senioren sei das Geld eher unwichtig.

Damit das Geld im Alter reicht

Damit man im Rentenalter tatsächlich nicht aus finanziellen Gründen weiterarbeiten muss, wie dies laut der genannten Studie bereits vor sechs Jahren mehr als jeder Dritte geringfügig Beschäftigte tun musste, sollte jeder vorzeitig privat vorsorgen.

Denn die gesetzliche Rente ist bei der aktuellen Rentnergeneration schon um einiges niedriger, als das bisherige Einkommen während der Erwerbstätigkeit war. Derzeit liegt das Rentenniveau unter 48 Prozent des Nettoeinkommens vor Steuern und wird bis zum Jahr 2030 auf 43 Prozent des Nettoeinkommens sinken. Diese Prognose geht von einem Standardrentner mit 45 Entgeltpunkten aus, der 45 Jahre lang durchschnittlich verdient hat. Die Rentenlücke zwischen dem Nettoeinkommen und der Nettorente vergrößert sich bei Besserverdienern, die über der Beitragsbemessungsgrenze verdienen. Bei Besserverdienern liegt das Rentenniveau unter 40 Prozent.

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