Antragsflut auf abschlagsfreie Rente mit 63

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(verpd) Die abschlagsfreie Rente mit 63 scheint sich weiterhin zu einem Erfolgsmodell zu entwickeln. Nach aktuellen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung Bund sind bis Ende April diesen Jahres rund 300.000 Anträge eingegangen. Die Rente mit Erreichen des 63. Lebensjahres wirkt nur für die Geburtsjahrgänge 1951 und 1952 voll. Spätere Jahrgänge können den vorzeitigen Rentenbeginn nur verzögert in Anspruch nehmen, wobei für die Jahrgänge ab 1964 der abschlagsfreie Rentenbezug frühestens ab dem 65. Lebensjahr möglich ist.

Vor rund einem Jahr hat die Bundesregierung im Rahmen des Gesetzes über Leistungsverbesserungen in der gesetzlichen Rentenversicherung auch die abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren für besonders langjährig Versicherte beschlossen.

Bis zum Jahresende 2014 wurden 206.000 Anträge und bis Ende April 2015 etwa 300.000 Anträge auf Rente mit 63 Jahren gestellt, wie die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) jetzt mitteilte. „Die Änderungen bei dieser Altersrente haben zu deutlich gestiegenen Antragszahlen geführt“, stellt die DRV fest. Die Neuregelung war zum 1. Juli vergangenen Jahres in Kraft getreten.

Der Weg zur Rente mit 63 ist komplex ...

In ihrer Informationsschrift „Summa summarum“, welche online heruntergeladen werden kann, zieht die DRV nach einem Jahr Rente mit 63 Jahren eine erste Bilanz und beschreibt hier noch einmal, welche Hürden auf dem Weg zur vorgezogenen, abschlagsfreien Altersrente zu überwinden sind.

Nach der alten Regelung für besonders langjährig Versicherte, die im Jahr 2007 im Zusammenhang mit der stufenweisen Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre eingeführt worden war, konnte nach Vorliegen von 45 Versicherungsjahren frühestens ab Vollendung des 65. Lebensjahres eine abschlagsfreie Rente bezogen werden.

Maßgebliche Anspruchsvoraussetzung für die Rente mit 63 ist, dass mindestens 45 anrechenbare Versicherungsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung vorliegen müssen (sogenannte Wartezeit von 45 Jahren).

... und mit einer Vielzahl von Sonderregelungen verbunden

In der politischen Auseinandersetzung um die Rente mit 63 Jahren ging es unter anderem darum, zu verhindern, dass sich Arbeitnehmer bereits mit 61 Jahren durch den Bezug von Arbeitslosengeld den Weg in die vorgezogene Rente ebnen. Deshalb werden Leistungen aus der Arbeitsförderung (insbesondere Arbeitslosengeld) in den beiden letzten Jahren nicht angerechnet. Ausnahmen sind die Insolvenz des Arbeitgebers oder die Betriebsaufgabe.

Zu der sogenannten Wartezeit zählen vor allem Pflichtbeitragszeiten zur gesetzlichen Rentenversicherung aufgrund einer abhängigen Beschäftigung. Es zählen aber auch Kindererziehungszeiten und Berücksichtigungszeiten bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr des Kindes und der nicht erwerbsmäßigen Pflege von Angehörigen sowie Zeiten der Wehr- und Zivildienstpflicht oder Ersatzzeiten (etwa wegen politischer Inhaftierung in der DDR).

Angaben darüber, wie viele der gestellten Anträge bislang auch bewilligt wurden, konnte die DRV noch nicht machen. Aufgrund des erforderlichen lückenlosen Nachweises der für die abzugsfreie Rente mit 63 Jahren notwendigen 45 Jahre Wartezeit, rechnen Experten jedoch mit einer ganzen Reihe negativer Bescheide. Zeiten der Dauer- und Langzeit-Arbeitslosigkeit werden bei der Wartezeit nämlich nicht berücksichtigt.

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