Altersarmut nimmt zu

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(verpd) Im Jahr 2011 bezogen rund 440.000 Männer und Frauen im Alter von über 65 Jahren wegen ihrer schlechten Einkommenssituation eine Grundsicherung, wie aus einer Antwort des Arbeitsministeriums auf eine Kleine Anfrage, die von einer Oppositionspartei gestellt wurde, hervorgeht. Trotz eines derzeit noch relativ geringen Anteils steigt die Zahl der Senioren, die aufgrund ihrer geringen Rente eine finanzielle Unterstützung durch den Staat bedürfen, immer weiter an.

In Deutschland haben finanziell Bedürftige, die die Regelaltersgrenze erreicht haben, oder Volljährige, die dauerhaft voll erwerbsgemindert sind, Anspruch auf eine sogenannte Grundsicherung. Finanziell bedürftig gilt derjenige, der den notwendigen Lebensunterhalt nicht ausreichend oder überhaupt nicht aus eigenen Mitteln wie seiner Rente, seinem Einkommen und seinem Vermögen sicherstellen kann.

Die Grundsicherung enthält alle Leistungen, die auch nach dem Sozialhilferecht gezahlt werden. Damit soll sichergestellt werden, dass Bedürftige zumindest ihren notwendigen Lebensunterhalt sowie die Aufwendungen für eine angemessene Unterkunft und Heizung begleichen können. Alleinstehende mit einem eigenen Haushalt erhalten für ihren Lebensunterhalt je nach Einkommens- und Vermögenssituation derzeit maximal 382 € monatlich. Zudem sind je nach Bedarf Zuschüsse für die Unterkunftskosten wie Miete und Heizung möglich.

440.000 Ältere bekommen eine Grundsicherung

Im Jahr 2011 bezogen alleine knapp 280.000 Frauen im Alter von über 65 Jahren eine Grundsicherung. Der Anteil von 2,88 Prozent ist der höchste laut den seit 2005 ausgewiesenen Daten. Von den über 65-jährigen Männern erhielten knapp 160.000 Grundsicherung.

Auch hier ist die Quote mit 2,19 Prozent zwar vergleichsweise gering. Aber auch sie ist die höchste in dem ausgewiesenen siebenjährigen Zeitraum. Dies zeigt die Antwort des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) (Bundestagsdrucksache 17/14774) auf eine Kleine Anfrage einer Oppositionspartei.

Gut jeder siebte über 65-Jährige ist armutsgefährdet

Nach der Definition der Europäischen Union gelten Menschen als armutsgefährdet, die mit weniger als 60 Prozent des Medians des Äquivalenzeinkommens der Bevölkerung auskommen müssen. Wer 2012 alleinstehend war und einen eigenen Haushalt hatte, war demnach armutsgefährdet, wenn er weniger als 869 € Monatseinkommen hatte. Im Jahr 2011 lag dieser Wert bei 848 €. Das Armutsrisiko in der Gesamtbevölkerung in Deutschland lag 2011 und 2012 bei etwa 15 Prozent, wobei eine langsame stetige Zunahme zu beobachten ist.

Für das Jahr 2011 nennt das Statistische Bundesamt (Destatis) insgesamt rund 2,3 Millionen Menschen im Alter von über 65 Jahren, die vom Armutsrisiko bedroht sind. Und getrennt nach Männern und Frauen sind es rund 930.000 Männer beziehungsweise 1,36 Millionen Frauen. Die Armutsrisikoquote alleine von Bundesbürgern im Alter von über 65 Jahren betrug 201213,6 Prozent und ist damit höher als noch 2011, hier waren es 13,3 Prozent. 2012 hatte demnach mehr als jeder siebte ältere Bürger ein Einkommen, das unter 869 € lag.

Schleichende Altersarmut

Für alleinstehende Menschen im Alter von über 65 Jahren betrug die Gefährdungsrate im Jahr 2008 etwa 20 Prozent – das bedeutet jeder Fünfte dieser Personengruppe war von Altersarmut betroffen –, während sie für ältere Paare bei nur etwa zehn Prozent lag. Bei den alleinstehenden Frauen im Alter von über 65 Jahren betrug die Quote im gleichen Jahr sogar 24 Prozent. Demnach bestand für fast jede vierte Alleinstehende in dieser Altersgruppe ein Armutsrisiko.

Die vorliegenden Daten deuten nach Aussagen von Experten aktuell auf eine schleichende Entwicklung der Altersarmut hin. Es trifft vor allem Alleinstehende und besonders Frauen.

Der Armutsfalle entgehen

Wer nicht im Alter in die Armutsfalle laufen will, sollte bereits möglichst in jungen Jahren mit einer privaten Altersvorsorge anfangen. Ob eher rendite- oder eher sicherheitsorientiert beziehungsweise mit oder ohne staatliche Förderung – die Versicherungswirtschaft bietet eine Reihe von Vorsorgeprodukten an.

Auch für den Fall von Krankheit und/oder Erwerbsunfähigkeit, aber auch für die Hinterbliebenen-Absicherung sollten sinnvolle Vorsorgemaßnahmen getroffen werden.

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