Ab rund 1.200 € Rente müssen Neurentner Steuern zahlen

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Ob Sie als Rentner Steuern zahlen müssen, hängt davon ab, wie viel Rente Sie bekommen, wie hoch der steuerpflichtige Anteil der Rente ist, ob Sie verheiratet sind, wie hoch Ihre weiteren steuerpflichtigen Einkünfte und wie hoch Ihre absetzbaren Ausgaben sind.

Viele Rentner hatten in der Vergangenheit auf die Abgabe einer Steuererklärung verzichtet, in der meist berechtigten Annahme, keine Steuern zahlen zu müssen. Doch im Jahr 2005 wurde für Bestandsrentner der steuerpflichtige Anteil der gesetzlichen Rente von 27 % auf 50 % angehoben. Bei späteren Rentenneuzugängen steigt der steuerpflichtige Rentenanteil bis 2020 jährlich um zwei Prozentpunkte auf 80 % und danach um einen Prozentpunkt jährlich. Wer im Jahr 2015 in Rente geht, muss davon 70 % versteuern. Wer im Jahr 2040 in Rente geht, muss diese voll versteuern.

Maßgeblich für die Besteuerung ist der Bruttobetrag der Rente, nicht der Zahlbetrag nach Abzug der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Damit nicht in jedem Jahr eine neue komplexe Berechnung durchgeführt werden muss, wird für jeden Rentner zu Beginn seiner Rente aus dem anfänglichen Einkommen und dem aktuellen Prozentsatz ein Freibetrag errechnet, der dann das ganze Leben über gilt.

Steigt also das Einkommen nach dem Renteneintritt, steigt auch die prozentuale Belastung durch die Steuer. Sinkt das Einkommen später, muss durch den gleichbleibenden Freibetrag weniger Steuer gezahlt werden. Wenn die Rente so niedrig ist, dass keine Steuern bezahlt werden müssen, kann unter Umständen sogar auf die Steuererklärung verzichtet werden.

Da der Grundfreibetrag für Alleinstehende im Jahr 2015 auf 8.472 € (Verheiratete: 16.944 €) angehoben wurde, liegt die höchste Jahresbruttorente im Jahr 2015, die noch steuerunbelastet bleibt, etwas höher als in den Vorjahren. Für Verheiratete gelten jeweils die doppelten der in der Tabelle angegebenen Werte.

Jahr des Rentenbeginns

Höchste Bruttorente, die 2014 steuerunbelastet bleibt

Höchste Bruttorente, die 2015 steuerunbelastet bleibt

2015

14.400 € (1.200 € p.M.)

2014

14.705 € (1.225 € p.M.)

14.760 € (1.230 € p.M.)

2013

15.073 € (1.256 € p.M.)

15.120 € (1.260 € p.M.)

2012

15.400 € (1.283 € p.M.)

15.480 € (1.290 € p.M.)

2011

15.850 € (1.321 € p.M.)

16.080 € (1.340 € p.M.)

2010

16.434 € (1.370 € p.M.)

16.560 € (1.380 € p.M.)

2009

16.685 € (1.390 € p.M.)

16.800 € (1.400 € p.M.)

2008

17.160 € (1.430 € p.M.)

17.280 € (1.440 € p.M.)

2007

17.734 € (1.478 € p.M.)

17.880 € (1.490 € p.M.)

2006

18.435 € (1.536 € p.M.)

18.600 € (1.550 € p.M.)

2005

19.193 € (1.599 € p.M.)

19.200 € (1.600 € p.M.)

Die Angaben in der Tabelle stellen Näherungswerte für alleinstehende Rentner dar. Ehepaare multiplizieren diese mit der Zahl 2. Diese Werte gelten lediglich dann, wenn keine weiteren Einkünfte vorliegen.

Tipps zum Steuern sparen

Das Finanzamt berücksichtigt bestimmte Werbungskostenpauschalen automatisch. Bei anderen Pauschbeträgen und steuerrechtlich absetzbaren Ausgaben muss man selbst daran denken, sie an der richtigen Stelle einzutragen.

In Anlage R, Zeilen 30 bis 34, kann man rentenbedingte Werbungskosten eintragen. Wenn Sie keine höheren Werbungskosten im Zusammenhang mit Ihrer Rente haben, berücksichtigt das Finanzamt einen Pauschalbetrag von 102 €. Wenn Sie höhere Ausgaben im Zusammenhang mit der Erzielung der Leibrenten und Versorgungsleistungen hatten, können Sie diese hier eintragen, beispielsweise für einen privaten Rentenberater oder für Fahrtkosten, Portokosten und Telefonkosten, wenn Sie einen Rechtsstreit mit der Rentenkasse nachweisen können.

Ebenfalls von Amts wegen gibt es für Rentner einen Sonderausgabenpauschbetrag in Höhe von 36 € im Jahr, für Verheiratete 72 € im Jahr. Automatisch wird gegebenenfalls auch der Altersentlastungsbetrag berücksichtigt.

Erzielen Sie neben Ihrer Rente oder Ihren Versorgungsbezügen weitere Einkünfte aus selbstständiger oder nicht-selbstständiger Arbeit sowie aus Vermietung und Verpachtung, wird ab dem Jahr des 64. Geburtstags der Altersentlastungsbetrag von diesen Einkünften abgezogen. Er beträgt für das Steuerjahr 201524 % der Einkünfte, jedoch nur bis 1.140 € im Jahr. Dieser Satz und der Höchstbetrag sinken bis zum Jahr 2040 kontinuierlich auf null.

Für Rentner mit Erwerbseinkünften gibt es den Werbungskostenpauschbetrag von 1.000 € im Jahr, mit Beleg auch mehr, beispielsweise bei hohen Fahrtkosten.

Vorsorgeaufwendungen: Bis zu einem je nach Rentenbeginn variierenden Jahresbetrag (z.B. bei Rentenbeginn im Jahr 2014: 1.507 €) können von den Aufwendungen für die gesetzliche Krankenversicherung und Pflegeversicherung sowie für eine private Haftpflichtversicherung, Autohaftpflichtversicherung, Unfallversicherung, Krankenhaustagegeldversicherung abgesetzt werden.

Haushaltsnahe Dienstleistungen von Handwerkern können zu 20 % der Kosten mit maximal 1.200 € vom zu versteuernden Einkommen abgezogen werden (bei Aufwendungen von 6.000 €). Wer eine selbstständige Haushaltshilfe beschäftigt, darf 20 % der Aufwendung bis höchstens 4.000 € im Jahr absetzen (bei Aufwendungen von 20.000 €). Für geringfügige Festanstellungen im Privathaushalt (Minijob) sind 20 % der Aufwendung bis höchstens 510 € im Jahr absetzbar (bei Aufwendungen von 2.550 €).

Als außergewöhnliche Belastungen sind Arzneikosten, Arztkosten, Kurkosten, Brillenkosten, Zahnersatzkosten absetzbar, die eine einkommensabhängige zumutbare Belastung übersteigen. Wer bedürftige Angehörige finanziell unterstützt, kann unter bestimmten Umständen diese Ausgaben ebenfalls absetzen.

Spenden an Parteien und gemeinnützige Vereine werden gegen Spendenquittung in unbegrenzter Höhe von den Einkünften abgezogen.

Möglichst alle Zahlungsbelege und Quittungen sammeln und dem Finanzamt schicken.

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