321 € mehr an die Sozialkassen im Jahr 2014

 - 

Auf Arbeitnehmer kommen 2014 deutlich höhere Sozialabgaben zu. Abhängig vom Bruttoeinkommen müssen sie mit zusätzlichen finanziellen Belastungen von bis zu 321,64 € im Jahr rechnen. Da die Unternehmen als Arbeitgeber etwas weniger als die Hälfte der Beiträge zahlen, drohen auch ihnen für jeden Beschäftigten ähnlich hohe Mehrkosten.

Die Höhe, bis zu der Sozialabgaben fällig werden, ist durch die Beitragsbemessungsgrenzen begrenzt. Diese Obergrenzen sind von der Einkommensentwicklung abhängig und werden jedes Jahr neu berechnet. Steigen die Einkommen, steigen auch die Beitragsbemessungsgrenzen, was auch im kommenden Jahr passieren soll. Die Verabschiedung der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung 2014 durch Bundestag und Bundesrat gilt als sicher und wird folgende Werte bringen:

Die monatliche Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung (West) steigt 2014 auf 5.950 €/Monat (2013: 5.800 €/Monat). Die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) steigt auf 5.000 €/Monat (2013: 4.900 €/Monat).

Diese Beitragsbemessungsgrenzen gelten auch für die gesetzliche Arbeitslosenversicherung.

In der knappschaftlichen Rentenversicherung liegt die Beitragsbemessungsgrenze (West) 2014 bei 7.300 €/Monat, die Beitragsbemessungsgrenze (Ost): 6.150 €/Monat.

Das vorläufige Durchschnittsentgelt in der gesetzlichen Rentenversicherung wird für das Jahr 2014 bundeseinheitlich auf 34.857 €/Jahr festgesetzt.

Entsprechend des Lohnzuwachses soll im nächsten Jahr die Beitragsbemessungsgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung bundesweit wie in den beiden Vorjahren um 1.350,00 € steigen. Damit liegt die Grenze ab 1.1.2014 bei 48.600,00 €. Pro Monat betrachtet, erhöht sich die Beitragsbemessungsgrenze um 112,50 € auf 4.050,00 €.

Versicherungspflichtgrenze angehoben

Die Versicherungspflichtgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung erhöht sich auf 53.550 € jährlich (2013: 52.200 €). Der Betrag gilt bundeseinheitlich. Versicherungspflichtgrenze bedeutet: Wer mehr verdient, kann sich – wenn er möchte – bei einer privaten Krankenversicherung versichern.

Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die bereits am 31.12.2002 versicherungsfrei waren, beträgt die für das Jahr 2014 48.600 € (2013: 47.250 €). Die bundeseinheitliche Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung entspricht der Jahresarbeitsentgeltgrenze (48.600 €/Jahr bzw. 4.050 €/Monat).

Neue Bezugsgröße in der Sozialversicherung

Sowohl in der gesetzlichen Krankenversicherung als auch in der gesetzlichen Rentenversicherung ist die Bezugsgröße die Grundlage der Beitragsberechnung. Sie beträgt für das Jahr 2014 2.765 € in den alten Bundesländern (2013: 2.695 €/Monat) und 2.345 € (2013: 2.275 €/Monat) in den neuen Bundesländern.

Teuerung durch Sozialabgaben

Wer ein Bruttogehalt über der Betragsbemessungs-Grenze zur Krankenversicherung bekommt, erhält im kommenden Jahr bis zu 110,70 € weniger Geld netto ausgezahlt. Wer ein Bruttogehalt über der Betragsbemessungs-Grenze zur Rentenversicherung bekommt, erhält im kommenden Jahr bis zu 321,64 € weniger Geld netto ausgezahlt.

Beispiel

In den alten Bundesländern beträgt im Jahr 2014 die Mehrbelastung für einen nicht im Bergbau beschäftigten Arbeitnehmer mit Kind und einem Jahresbruttogehalt von 71.400,00 € oder darüber insgesamt 321,64 €.

Rentenversicherung: Beitragssatz 18,9 % x 1.800,00 € = 340,20 €; Arbeitnehmeranteil: 170,10 €.

Krankenversicherung: Beitragssatz 15,5 % x 1.350,00 € = 209,25 €,-; Arbeitnehmeranteil: 110,70 €,-.

Pflegeversicherung (ggf. zzgl. Beitragszuschlag für Kinderlose i.H.v. 0,25 %): Beitragssatz 2,05 % x 1.350,00 € = 27,675; Arbeitnehmeranteil: 13,84 €.

Arbeitslosenversicherung: Beitragssatz 3,0 % x 1.800,00 € = 54,00 €,-; Arbeitnehmeranteil: 27,00 €

Weitere News zum Thema

  • Hinterbliebenenrente: Die Probleme einer kurzen Ehedauer

    [] (verpd) Wenn ein Paar jahrelang unverheiratet zusammenlebt und erst dann heiratet, wenn bei einem Partner eine unheilbare Krankheit festgestellt wurde, müssen bei der Beantragung einer Hinterbliebenenrente gute Gründe vorgebracht werden, warum erst zu diesem Zeitpunkt geheiratet wurde. Gelingt dies nicht, gilt die Ein-Jahres-Frist. Dies hat der 21. Senat des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg in einem Urteil entschieden (Az. L 27 R 135/16). mehr

  • Die Lebenserwartung steigt weiter

    [] (verpd) Im Jahr 2017 neugeborene Jungen haben eine statistische Lebenserwartung von 84 bis fast 90 Jahren, neugeborene Mädchen von 88 bis rund 93 Jahren. Dies zeigen die kürzlich vorgelegten Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis). mehr

  • Immer mehr werden ein hohes Alter erreichen

    [] (verpd) Wie die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung vor Kurzem bekannt gaben, wird aller Voraussicht nach ein hoher Anteil der Neugeborenen, aber auch der heute 25- oder 50-Jährigen, mindestens 85 Jahre alt werden. Hält der Trend der letzten Jahrzehnte bezüglich der Lebenserwartung an, werden von jeweils aktuell 100 neugeborenen Mädchen 28 und von 100 neugeborenen Jungen sieben 100 Jahre alt oder älter. mehr

  • Durchschnittliche Altersrente unter 860 Euro

    [] (verpd) Die vor Kurzem veröffentlichte Statistik der Deutschen Rentenversicherung belegt, dass die durchschnittliche Altersrente letztes Jahr nicht einmal 860 Euro pro Monat betrug. Ein Großteil, unter anderem die Bezieher der Regelaltersrente und Frauen, bekamen im Durchschnitt sogar noch erheblich weniger. mehr

  • Hohe Skepsis beim Thema Alterseinkommen

    [] (verpd) Die meisten Bürger sind der Ansicht, dass die gesetzliche Rente alleine nicht ausreichen wird, um ihren Lebensstandard zu halten. Im Durchschnitt rechnen die Bürger damit, das sie nur knapp über die Hälfe ihres Einkommens, dass sie im Alter benötigen werden, auch tatsächlich zur Verfügung haben werden, wie aus einer jüngst veröffentlichten Umfrage hervorgeht. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.