Bis 2029: Rente steigt um 41 %, Rentenniveau fällt auf 44,7 %

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Der Rentenversicherungsbericht 2015 prognostiziert für die kommenden 15 Jahre steigende Altersbezüge und ein sinkendes Rentenniveau. Altersvorsorge tut also not.

Die Süddeutsche Zeitung zitiert in ihrer Ausgabe vom 12.11.2015 aus dem Rentenversicherungsbericht des Bundessozialministeriums, der in der kommenden Woche vom Kabinett beraten werden soll: Nach den Modellrechnungen steigen die Renten bis zum Jahr 2029 um insgesamt rund 41 % an. Das entspricht einer durchschnittlichen Steigerungsrate von mehr als 2 % pro Jahr. Im Vorjahr ging das Ministerium von Andrea Nahles (SPD) noch von einem Plus von 39 % bis 2028 aus.

Im selben Zeitraum steigt freilich auch der Abstand zwischen dem gesetzlichen Alterseinkommen und dem früheren Arbeitseinkommen von derzeit 52,5 % auf dann 55,3 %. Die Höhe dieser Rentenlücke bezieht sich jedoch lediglich auf Durchschnittsverdiener, die 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben. Für Arbeitnehmer, die mehr verdienen als 2.915 € im Monat (Durchschnittsverdienst aller Rentenversicherten im Jahr 2015) oder die kürzere Zeit in die Rentenkasse eingezahlt haben, klafft eine noch viel größere Kluft zwischen Gehalt und Rente.

Für den zur Berechnung des Standardrentenniveaus von der Deutschen Rentenversicherung zugrunde gelegten fiktiven Modellrentner beläuft sich das Rentenniveau derzeit auf 47,5 % nach Abzug von Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung, aber vor dem eventuellen Abzug von Steuern. Im Jahr 2029 wird dieses Modellrentenniveau auf 44,7 % des Gehalts sinken.

Diese Prognose zwingt das Sozialministerium zu der Warnung, dass die gesetzliche Rente zukünftig alleine nicht ausreichen wird, um den Lebensstandard des Erwerbslebens im Alter fortzuführen. In Zukunft wird der erworbene Lebensstandard nur erhalten bleiben, wenn die finanziellen Spielräume des Alterseinkünftegesetzes und die staatliche Förderung genutzt werden, um eine zusätzliche Vorsorge aufzubauen.

Zusammen mit einer privaten Riester-Rente ergibt sich laut Rentenversicherungsbericht ein Versorgungsniveau von derzeit 50,0 %, das beim Modellrentner bei 1.384 € liegt; 70 € davon stammen aus der Riester-Rente. Für das Jahr 2029 prognostiziert der Bericht ein Versorgungsniveau von 51,2 %, was einer Gesamtrente von 2.089 € entspräche, wovon 265 € aus der Riester-Rente kämen.

Unser Kommentar

Diese Vorhersagen abstrahieren (wie schon beim Modellrentner) von der Realität der Bevölkerungsmehrheit, indem sie kontrafaktisch davon ausgehen, dass das Volumen der Riester-Förderung vollständig ausgeschöpft werde, dass die Riester-Rendite satte 4 % p.a. betrüge und dass Vertrieb und Verwaltung der Riester-Policen lediglich 10 % der Einzahlungen kosteten. Mithin muss angenommen werden, dass die Autoren des Rentenversicherungsberichts in puncto Riester-Rente erschreckend wenig Sinn für die Wirklichkeit besitzen.

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