2015 und 2016 droht Renten-Jo-Jo

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(verpd) Zum 1.7.2015 und 2016 wird es wegen der Neuberechnung statistischer Zeitreihen ein Renten-Jo-Jo geben.

Während es in diesem Jahr zu einer Kürzung der Rentensteigerung um 1,1 Prozentpunkte kommt, wird die Erhöhung 2016 um etwa 1,1 Prozentpunkte höher ausfallen. Den Rentnern gehen einmalig etwa 2,4 Milliarden Euro verloren, wie die Rentenversicherung mitteilte. Das Rentenplus 2015 dürfte damit nur noch zwischen ein und zwei Prozent liegen.

Die Rentenerhöhung für die über 20 Millionen Rentner in den alten und neuen Bundesländern ist in den vergangenen Jahren nur selten so ausgefallen, wie man das eigentlich aus der Lohnentwicklung des Vorjahres ablesen würde.

Und auch zum 1.7.2015 und zum 1.7.2016 wird es ein Renten-Jo-Jo geben – die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) begründet dies als Folge der durch die Nach- und Neuberechnungen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ergebenden Sachzwänge. Zunächst wird die Rentenerhöhung 2015 um 1,1 Prozentpunkte gekürzt. Dafür fällt dann die Rentenerhöhung in 2016 um etwa 1,1 Prozentpunkte höher aus.

Spätestens 2019 werden die Rentenbeiträge wieder angehoben

Dies liegt an der Umsetzung europäischer Vorgaben zur Berechnung der Einkommensentwicklung nach der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR). An Rentenerhöhung wird dann für dieses Jahr noch ein Plus von einem bis zwei Prozent zu erwarten sein. Präziser lasse sich aktuell eine Prognose nicht stellen, sagte DRV-Präsident Dr. Axel Reimann. Vermutlich würden die Renten im Osten aber etwas mehr erhöht als im Westen. Genaueres ließe sich erst im Laufe des Frühjahrs 2015 sagen.

Durch den zum 1.1.2015 gesenkten Beitragssatz von 18,9 Prozent auf 18,7 Prozent zur gesetzlichen Rentenversicherung, die Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte tragen, dürfte diese Beitragshöhe laut Experten bis Ende 2018 Bestand haben. Die Folge sei aber auch, dass die Rücklagen der DRV von Ende 2014 in Höhe von 33,5 Milliarden Euro (entspricht 1,82 Monatsausgaben) bis zur Untergrenze von 0,2 Monatsausgaben aufgebraucht sein werden.

Und würde man den Wünschen der Rentenversicherung folgen, die Mindestreserve auf wenigstens 0,4 Monatsausgaben aufzustocken, dann wären laut Experten bereits 2018 Betragserhöhungen fällig.

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